Stadtentwicklung aus der Luft betrachtet

Die Piloten Rainer Dieterle, Elmar Wagner und Ludwig Hofmann, Bürgermeister Bernd Müller und Fotograf Karl Rosengart (von links). Das Foto auf dem Plakat wurde am 29.04.2018 um 13.28 Uhr aufgenommen.
 
Die von Tanja Leodolter gestalteten Tafeln mit den Fotos von Karl Rosengart.
„An den Schluss unseres Jubiläumsjahres zu 50 Jahren Stadterhebung haben wir diese Ausstellung von Luftaufnahmen gestellt, weil man auf den Fotos sehr schön sehen kann, wie prächtig sich unsere Stadt entwickelt hat.“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Bernd Müller die Gäste der Eröffnung der Ausstellung „Luftbilder“ mit Luftaufnahmen der Stadt aus fünf Jahrzehnten. Die Ausstellung ist im ersten und zweiten Stock des Rathauses bis Ostern zu sehen. Die älteren Fotos stammen aus dem Bobinger Stadtarchiv, die neueren Aufnahmen von dem Bobinger Hobbyfotografen Karl Rosengart. Rosengart lernte vor 20 Jahren einige Mitglieder der „Sportfluggruppe Lechfeld“ kennen und fragte, ob er einmal mitfliegen dürfe. So kam er zu einigen schönen Vergnügungsflügen, etwa um die Zugspitze herum. Dann hatte er die Idee: „Fliegen wir doch mal über Bobingen, damit ich von oben sehen kann, was sich seit meiner Kindheit verändert hat.“ Es hatte sich einiges verändert. Beim nächsten Flug nahm er einen Fotoapparat mit, das war im Jahr 2000. Seither beobachtet er systematisch, wie sich Baugebiete und Gebäudekomplexe entwickeln, inzwischen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die ihn über zukünftige Bauvorhaben informiert. So entstanden Bilder im Vorher-, Während- und Nachher-Zustand eines Bauprojekts, etwa des Neubaus an der Hochstr.29, wo bis 2018 der „Mayrhof“ stand. Das Neubaugebiet an der Herbststraße in der Siedlung ist in der Ausstellung ganz unberührt zu sehen, dann während des Straßenbaus 2018 und schließlich in diesem Jahr mit den ersten drei Hausbaustellen. Aus der Luft sind die Straßenanlagen viel besser zu erkennen als vom Boden aus, etwa der kreisrunde Gerhard-Höllerich-Ring im Neubaugebiet in Straßberg. Die Bobinger Grafikerin Tanja Leodolter hat auf den 37 Ausstellungstafeln Fotos desselben Objekts, fotografiert zu unterschiedlichen Zeiten, übereinander angeordnet.
Wie Rosengart den Gästen der Ausstellungseröffnung erklärte, fliegt er fast nur im Frühling und Herbst bei schönem, sicherem Wetter. Im Sommer ist die Sicht meistens schlecht, da in der Hitze viel Dunst entsteht und das Laub der Bäume vieles verdeckt, im Winter ist es zu kalt. Das Flugzeug fliegt mit rund 60 Stundenkilometern und Rosengart muss sich aus dem Fenster lehnen, um nach unten fotografieren zu können. Seine Kompaktkamera bleibt dabei fest mit seinem Handgelenk verbunden. Die Maschine ist eine einmotorige „Piper“. Es ist ein sogenannter „Schulterdecker“, bei dem die Tragflächen über der Pilotenzelle liegen. Der Gast sitzt hinter dem Piloten, so dass er nach beiden Seiten gut sehen kann. Die Maschine wiegt nur 700 Kilogramm, weniger als die meisten Autos. Die Flughöhe beträgt 300 bis 350 Meter. Rosengarts großer Dank galt den drei Piloten, die ihn seit vielen Jahren mitnehmen: Rainer Dieterle, Elmar Wagner und Ludwig Hofmann. Rosengart freut sich schon auf 2020, wenn es wieder heißt: „Ready for Take-off!“ und schloss mit einem Zitat des Pioniers der Flugbildfotografie Georg Gerster: „Höhe schafft Übersicht, Übersicht erleichtert Einsicht und Einsicht erzeugt vielleicht Rücksicht.“
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