Übung und Ernstfall

Die Feuerwehr ist am Brandort eingetroffen, die Schlauchreserve wird ausgerollt.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Bobingen beim „Blaulichttag“ dem Publikum eine Einsatzübung vorgeführt hatte, wurde sie zu einem realen Einsatz gerufen.

Bei der Schauübung von Feuerwehr und Bayerischem Roten Kreuz beim Bobinger Blaulichttag spielte der Schlauchturm der Feuerwache die Rolle eines mehrstöckigen Wohnhauses. Walter Mayr, Kommandant der Bobinger Feuerwehr, schilderte dem Publikum das angenommene Szenario: Es brennt in einem Zimmer des Gebäudes, das Treppenhaus ist voller Rauch, eine Person ist aus dem ersten, eine aus dem vierten Stock zu retten. Für den Rauch sorgte eine Nebelmaschine. Die Übung begann mit dem lauten Piepen eines Rauchmelders. Mayr appellierte an dieser Stelle an das Publikum, auf ein solches Piepen in der Nachbarschaft sofort mit einem Anruf der Nummer 112 zu reagieren. „Lieber fahren wir einmal umsonst als einmal zu spät“, versicherte er. Bei der Übung war der Anruf erfolgt, zuerst traf der Einsatzleitwagen ein, ein Kleintransporter mit vier Sitzplätzen, anschließend ein Löschgruppenfahrzeug und schließlich ein Hubrettungsfahrzeug mit einer 30 Meter langen Drehleiter. Die Feuerwehrleute stiegen aus und traten an, damit der Gruppenführer sie einweisen konnte. Eine Einsatzgruppe legte vor dem Gebäude die Löschwasserschläuche aus, damit man die sogenannte Schlauchreserve immer überblicken kann, wie Mayr erklärte. Mit Atemschutzmasken und einem Luftvorrat in Gasflaschen für eine halbe Stunde auf dem Rücken ging eine weitere Gruppe in den ersten Stock und zog der zu rettenden Person eine Rettungshaube über den Kopf. Eine solche Haube ist mit einem Rauchgasfilter ausgestattet und kann an einen Pressluftatmer angeschlossen werden, falls nötig. Die Person wurde ins Freie gebracht, wo bereits Rettungsdienst und Notarzt eingetroffen waren und den Patienten übernahmen. Fabian Wamser vom BRK Schwabmünchen erklärte den Zuschauern die Gefährlichkeit von Rauchgasen: „Das Kohlenmonoxid im Rauch verdrängt den Sauerstoff in der Atemluft und kann so zu einer innerlichen Erstickung führen. Der Patient bekommt deshalb auf der Trage zuerst Sauerstoff durch eine Atemmaske. Sollte bereits eine schwere Rauchgasvergiftung eingetreten sein, wird der Patient in die Druckkammer München gebracht.“ Eine weitere Gruppe brachte die Person im vierten Stock über die Drehleiter in Sicherheit. Inzwischen hatte der Zugführer der Feuerwehr die Meldung „Feuer aus“ gegeben. Ein Atemschutztrupp der Feuerwehr durchsuchte abschließend das ganze Treppenhaus nach weiteren Personen, die unter Umständen bereits bewusstlos vorgefunden werden könnten.
„Solche Übungen werden von jeder der 15 Löschgruppen der FFW Bobingen 10 bis 20 mal im Jahr durchgeführt“, berichtete Zugführer Thomas Demmler in einem anschließenden Gespräch. Der Ernstfall trat noch am selben Tag ein: Um 12:15 Uhr fuhren die Feuerwehrfahrzeuge zu einem Einsatz im Industriepark, wo Rauch in einem Keller gemeldet worden war. Nach über einer Stunde waren sie zurück.
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