Viel Interesse für die Polizei beim Bobinger Blaulichttag

Gismo macht sich auf die Suche.
 
Gismo hat einen Gegenstand mit menschlichem Geruch in der Wiese gefunden.

Die Schauübung der Schutz- und Spezialhunde der Polizei begeisterte viele Zuschauer.

Beim Blaulichttag in Bobingen hatte die Polizei eine Holzhütte, über der „Kinderpolizei“ geschrieben stand, aufgebaut. Sie war ausgestattet mit einem Schreibtisch, einer Polizeikelle und einer vergitterten Gefängniszelle, alles in Kindergröße – die Kinder probierten eifrig alles aus. An einem Stand wurden Buttons angefertigt mit der Aufschrift „Kinderkommissar“ und darunter dem Namen des Kindes. Auch hier herrschte großer Andrang. Die Polizei-Dienststelle Bobingen hatte auf einem Tisch die Schutzkleidung für Polizisten bei Einsätzen mit Schussgefahr ausgebreitet. Allein die Schutzweste mit eingenähten Keramikplatten wiegt 10 Kilogramm. Hinzu kommt das Gewicht des „Schulterwurfs“, der Hals und Schultern schützt, eines schweren Schutzhelms und des Einsatzgürtels mit Maschinenpistole. Man versteht, warum vor einer Einstellung bei der Polizei ein anspruchsvoller Sport-Test bestanden werden muss. Der Stand mit Informationen zum beruflichen Einstieg bei der Polizei fand trotzdem viele Interessenten.
Der größte Zuschauermagnet der Polizei war jedoch die Schauübung der Diensthundestaffel auf einer Wiese neben dem Feuerwehrareal. Die Staffel gehört zur fünften Abteilung der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn. Die Hunde Gismo, Desaster und Buddy zeigten ihr Können. Zuerst führte Gismo das Stöbern nach Gegenständen mit menschlichem Geruch vor. Sein Hundeführer warf mehrere Gegenstände ins Gelände und Gismo begann auf Kommando zu suchen. Hatte er einen Gegenstand gefunden, legte er sich auf den Boden bis sein Führer mit einem kleinen Gerät Klickgeräusche machte, die für die Hunde das Zeichen sind, dass sie ihre Belohnung bekommen. Die war keineswegs ein Leckerli, sondern eine wilde Balgerei mit seinem Hundeführer um ein Spielzeug, einer Beißkordel mit zwei Halteschlaufen. Auf das nächste Kommando hin suchte Gismo den nächsten Gegenstand, wieder Belohnung. Anschließend zeigte der Hund Desaster mit seiner Hundeführerin die Lektion „Unterordnung“. Auf das Kommando „Fuß“ ging er neben seiner Führerin, allerdings nicht entspannt mit Blick nach vorn oder mit der Schnauze am Boden, wie man es von anderen Hunden kennt, sondern den Blick ständig auf seine Führerin gerichtet, vor allem ihre Hand, denn wenn die Hand eine Richtungsänderung anzeigt, muss der Hund sofort reagieren. Auch auf die Kommandos „sitz“, „platz“ und „steh“ reagierte Desaster zuverlässig. Zwischendurch bekam er dieselbe Art von Belohnung wie Gismo, die auch er sichtlich genoss.
Dann kam der Führer von Gismo in dicker Schutzkleidung auf die Wiese und Hund Buddy zeigte, wie er auf Kommando Menschen angreift. Eine fliehende Person holt er natürlich mühelos ein und hält sie fest. Sein Hundeführer konnte sogar mit einem Kommando vorgeben, an welcher Stelle er eine Person packen soll, etwa an Arm oder Bein. Und nach jeder Übung die Belohnung. Wenn Buddy das Spielzeug in seinen Fängen hatte, konnte sein Hundeführer die Schlaufen anfassen und sich drehen, so dass Buddy mehrere Runden durch die Luft flog. Hunde seines Temperaments genießen solche Abenteuer.

Lebenslange Partnerschaft

Nach der Vorführung standen die Hundeführer den Zuschauern für ihre zahlreichen Fragen zur Verfügung. Man konnte erfahren, dass die Hunde schon als Welpen im Alter von 3 bis 15 Monaten zur Polizei kommen. Ausgewählt werden sie nach Größe, Leistungsbereitschaft und Gesundheit. Die Rasse ist nicht von entscheidender Bedeutung, Buddy etwa ist eine Mischung aus Belgischem Schäferhund und Malinois. Die Hunde sollen groß genug sein, um Angst auszulösen, und klein genug, um in die Verstecke von Rauschgift zu kommen. Die Hunde werden von Züchtern, Privatleuten und auch Tierheimen angeboten. Die Leistungsbereitschaft zeigt sich im Verhalten: aufgeweckt, unruhig, aufmerksam beobachtend. Die jungen Hunde werden zwei Jahre lang ausgebildet. Später können sie mit ihrem Hundeführer zusammen spezielle Lehrgänge an der Zentralen Hundeschule Herzogau besuchen, etwa die Ausbildung zum Rauschgifthund. Die Tiere trainieren zwei bis drei Stunden täglich. Die Arbeit macht den Hunden Spaß, sie gehen nach 8 bis 12 Jahren nur ungern in den Ruhestand. Sie wohnen meistens lebenslang bei ihrem Hundeführer, auch im Ruhestand, wenn der Hundeführer schon einen neuen vierbeinigen Partner mit nach Hause bringt. Der Hundeführer muss sich pausenlos konsequent verhalten, damit sein höherer Rang dem Hund gegenüber nicht gefährdet wird. Die Königsbrunner Hunde werden zu 2500 bis 5000 Einsätzen pro Jahr im ganzen Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Schwaben Nord gerufen, am häufigsten nach Augsburg. Zur Hundestaffel in Königsbrunn gehören 25 Hunde, 15 von ihnen sind noch in Ausbildung.
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