Viele kleine Lesemillionäre

Bürgermeister Feigl zeigt den Kindern eine Illustration im Buch „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“.

Bei einem Projektabend zum Thema Lesen in der Grundschule Süd lasen Erwachsene den Kindern aus spannenden und lustigen Büchern vor.

In der Grundschule Süd beschäftigen sich Kinder und Lehrkräfte seit einigen Wochen mit dem Thema „Lesen macht Spaß“. Dass es auch Spaß macht, jemandem zuzuhören, der etwas vorliest, sollte bei zwei Vorleseabenden am 5. und 6. Juni erlebt werden können. Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern, insbesondere die Elternbeirätin Daniela Romanowski - alle haben sich bemüht, Menschen zu finden, die einen Abend lang Kindern aus einem Buch eigener Wahl vorlesen möchten. Und sie hatten Erfolg. An den beiden Abenden haben je 20 Erwachsene mitgemacht, darunter ehemalige Schüler, ein Comedy-Autor, Stadträte, ein Zauberkünstler, Eltern, ein Polizist, ein Profi-Fußballer und der Bürgermeister.
Für den Beginn des Abends hatten die Kinder das Lied vom „Lesemillionär“ eingeübt. Es handelt vom Reichtum an Bildern und Geschichten im Kopf, den man beim Lesen erwirbt. Begleitet wurden sie dabei von einer kleinen Combo bestehend aus Emilia Dannhorn an der Querflöte, Christine Fendt an der Gitarre, Melanie Eckardt am Glockenspiel, Petra Gall an der Cajon-Trommel und am Klavier den Grundschülerinnen Julia Gaigl und Maya Abraham – sehr souverän vierhändig spielend. Schulleiterin Elisabeth Gaigl begrüßte Erwachsene und Kinder in der Turnhalle und zählte einige Abenteuer auf, die man beim Lesen erleben kann: „Reisen in ferne Länder, ein Einhorn reiten, ja, man kann sogar die Olchis pupsen hören!“ – großes Gelächter bei den Kindern. Anschließend ging es zum Vorlesen in die Klassenzimmer. Dort wurde 20 bis 30 Minuten lang vorgelesen, dann gab es eine Pause, bevor Kinder und Eltern zur nächsten Leserunde in ein anderes Klassenzimmer wechselten. Einige Eltern hatten mit belegten Brötchen und Getränken für eine Stärkung in der Pause gesorgt.
Der bekannte Bobinger Zauberkünstler Phil Rice begrüßte eines der Kinder in seinem Vorlesezimmer, indem er einen kleinen Ball hinter seinem Ohr hervorholte. Die kleine Clara durfte einen Ball in ihren Händen halten. Durch magisches Pusten wurden daraus zwei Bälle. Dem jungen Zauberer war es leicht gefallen, ein Buch zum Vorlesen auszusuchen, denn eigentlich kommt ja nur eines in Frage: „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling. Er hatte im ersten Band die Stelle mit dem sprechenden Hut ausgesucht, der entscheidet, in welches Haus die Erstklässler kommen. „Wisst ihr, wie die vier Häuser heißen?“ fragte Rice. Und tatsächlich, mehrere Kinder kannten die teils recht schwierig auszusprechenden Namen Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin.
In einem anderen Raum las Bürgermeister Franz Feigl sehr lebhaft das Kinderbuch von Marc-Uwe Kling „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“ vor. Darin hat die Oma von Tiffany, Max und Luisa aus Versehen das Internet auf der ganzen Welt kaputt gemacht. Die Folgen werden so lustig beschrieben, dass die Kinder viel zu lachen hatten. Auch Feigl hatte beim Vorlesen offenkundig viel Spaß.Der teilnehmende Fußballprofi war Raphael Framberger vom FC Augsburg. Er las aus „Marios großer Traum“ von Mario Götze. Der Comedy-Autor war Roland Krabbe, auch bekannt als männliche Hälfte des Duos „Herr und Frau Braun“. Er hatte den 4. Band von Greg’s Tagebuch mitgebracht.
Zu den Vorlesern gehörte auch Polizeioberkommissar Roland Schur, der in Kindergärten und Grundschulen die Verkehrserziehung durchführt und mit den Viertklässlern, die in großer Zahl in seinen Raum kamen, für den Fahrradführerschein trainiert. Auf die Frage, was er denn vorlese, antwortete Schur: „Eine Schurkengeschichte! Sie heißt „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner.“ Schur war von einer Schulweghelferin angesprochen worden und hatte zugesagt, denn: „Privat lese ich gern und im Beruf muss ich sehr viel lesen.“ Ein Polizist muss viel lesen? „Aber ja! Wenn ein Kollege irgendwo in Deutschland mich bittet, einen Zeugen in Königsbrunn zu vernehmen, muss ich mich erst einmal mit der Geschichte des Falls vertraut machen, indem ich die Ermittlungsakte lese. Wenn ein Vernehmungsgesuch von einer Staatsanwaltschaft kommt, kann die Akte durchaus mal einige Ordner dick sein!“ Wer also Kommissar werden will, sollte ganz viel Lesen üben!
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