Wie teuer wird das Raumprogramm?

Die Kosten für das neue Aquamarin-Bad sollen vor der Sommerpause des Stadtrats feststehen. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Stadtrat wartet auf Kostenberechnung für neues Bad

Alex Mertens
Bobingen. Seit fast fünf Jahren ist die Zukunft der Bobinger Bäderanlage "Aquamarin" ein beherrschendes Thema der Kommunalpolitik. Stundenlange Debatten in den städtischen Gremien, Unterschriftenaktionen und eine Bürgerversammlung im vergangenen Jahr zeigen, wie wichtig das Millionenprojekt ist - auch deshalb, weil es dabei um die künftige Verschuldung der Stadt über viele Jahre geht. "Dieses Vorhaben stellt Bobingen vor eine der größten finanziellen Herausforderungen überhaupt“, sagt zum Beispiel Michael Ammer, Vorsitzender der Freien Bürger-Union (FBU).
Ein Badejuwel, wie es in der Werbung so schön heißt, ist die in die Jahre gekommene Anlage an der Parkstraße längst nicht mehr: Eine Etage unter den Hallenbad-Besuchern sind massive Betonschäden nicht zu übersehen und auch die Nutzungszeit der Wasseraufbereitung ist am Ende angelangt. Der ursprüngliche Plan, sie durch eine aufwendige Sanierung dem heutigen Stand der Technik anzupassen und die Aufbereitungstechnik für Hallen- und Freibad zusammenzulegen, ist bereits vier Jahre alt. Für veraltete Technikteile ist heute kaum noch Ersatz zu bekommen, so daß Betriebsleiter Andreas Jasinsky in den langen Versorgungsgängen mit Dutzenden von Hebeln, Rohren und Schaltern häufig improvisieren muss.
Wie Untersuchungen gezeigt haben, käme eine Sanierung des Aquamarin so teuer, dass sich im Vergleich dazu der Bau einer neuen Anlage lohnt. Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich die Mitglieder des Stadtrats auf ein vorläufiges Raumprogramm geeinigt: Demnach sind in der künftigen Halle unter einem Cabriodach ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und ein Lehrschwimmbecken mit verstellbarem Hubboden vorgesehen, außerdem ein Eltern-Kind-Becken sowie Meersalzgrotte, Textilsauna und Whirlpool. Das 50 Meter-Sportbecken im Freigelände sollte aufgelassen werden, Sprungturm und Liegewiesen für die Besucher jedoch erhalten bleiben.
Diese Entscheidung kam bei vielen Bürgern nicht gut an: Es gab massive Kritik von Badbesuchern, die gern sportlich schwimmen. Das führte bei den Ratsmitgliedern jetzt zu einem Umdenken und einem neuen Lösungsansatz: Zusätzlich zum neuen Hallenbad mit Schiebedach könnte es auch weiterhin ein großes Sportbecken im Außenbereich geben; das soll der Öffentlichkeit allerdings nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Überlegung dahinter ist, daß die Stadt künftig Personalkosten einspart, wenn Vereine, Wasserwacht und so weiter selbst für die Aufsicht und Sicherheit am Freibecken sorgen müssen. "Normalbürger" könnten es dann nur zu bestimmten Zeiten nutzen, was Bürgermeister Bernd Müller für problematisch hält: "Eine solche Regelung wird sicher noch für Diskussionen sorgen!"
Die Gesamtkosten für einen Neubau an der Parkstraße werden auf rund 16 Millionen Euro geschätzt; genauere Zahlen wollen die Plane dem Stadtrat noch vor der Sommerpause vorlegen. Um den Zuschussantrag bei der Regierung von Schwaben einzureichen, hat die Stadtverwaltung Zeit bis Ende September.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Rutsche im Freibad durch eine neue ersetzt werden, die ans Hallenbad angebaut ist. Für das Solebecken im Außenbereich sollen die Kosten für eine spätere Nachrüstung in die Kosten des Ganzjahresbades einberechnet werden; bis das in Betrieb gehen kann, wird es noch drei bis vier Jahre dauern.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.