Zünftiger Hebauf am Kindergarten

Ein Teil der Gäste zusammen mit Bürgermeister Bernd Müller (ganz rechts) bei der Feier des Hebaufs: Architektin Claudia Müller von „3+architekten“, Stadtbauamtsleiter Rainer Thierbach, Erzieherin Katharina Schuster, Kindergartenleiterin Irene Meier, die Stadträte Klaus Förster und Edmund Mannes (v.l.n.r. in der vorderen Reihe).
 
Der Zimmermeister trinkt auf das Wohl der Bauherrenschaft.
Des Einen Freud ist des Anderen Leid – diese Volksweisheit galt auch während der Bauarbeiten am Um- und Erweiterungsbau des Regenbogen Kinderhauses in der Greifstraße. Der Baulärm war für Nachbarn und Mitarbeiterinnen des Kindergartens oft eine Zumutung, hingegen fanden viele Kinder die Bauarbeiten hochinteressant. Traurige Kinder ließen sich trösten, indem man mit ihnen in den ersten Stock ging zum Bagger-Gucken, wie Erzieherin Katharina Schuster am Rande des Hebaufs berichtete. Die lautesten Arbeiten sind nun vorbei, am Freitag vergangener Woche konnte Hebauf gefeiert werden, in anderen Regionen auch „Richtfest“ genannt. Mit der Einweihung des Neubaus wird zum Kindergartenjahr 2020/2021 gerechnet. Der neue Erweiterungsbau wird zwei Kindergarten-Gruppen beherbergen, im Dachgeschoss wird es einen Mehrzweckraum zum Turnen oder für raumgreifende Spiele geben.
Zum Hebauf waren viele Vertreter der beteiligten Handwerksfirmen, des Planungsbüros „3+architekten“ aus Augsburg, der Stadtverwaltung und des Vereins „Regenbogen e.V.“ gekommen. Sie wurden von Bürgermeister Bernd Müller begrüßt. Müller konnte vermelden, dass der Zeitplan für den Rohbau eingehalten werden konnte. Auch der Kostenrahmen von insgesamt 2,33 Millionen Euro musste bisher nicht erhöht werden, obwohl unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetreten waren. Auf dem Grundstück hatte sich, überirdisch nicht sichtbar, ein großer alter Versitzschacht befunden, eine kreisrunde Betonkonstruktion, in der eingeleitetes Regen- und Brauchwasser versickert. Kindergartenleiterin Irene Meier berichtete: „Als der Beton herausgebaggert wurde, wackelten im Kindergarten die Wände!“ Umgebaut werden musste im Bereich des Eingangs, da neuer und alter Gebäudeteil einen gemeinsamen Eingang bekommen sollen. Hier wurde für die Dauer der Bauarbeiten eine Rigipswand eingezogen zum Schutz des Kindergartens, der dadurch nur an ganz wenigen Tagen geschlossen bleiben musste, wie Irene Meier berichtete.
Bürgermeister Müller blickte zurück: „Vor einigen Jahren stellte sich heraus, dass der lange Zeit von vielen Seiten vorhergesagte Bevölkerungsschwund nicht eingetreten ist, am wenigsten in und in der Umgebung von Großstädten, wo die Bevölkerung sogar wächst und der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt.“ So auch in Bobingen. Um dem gerecht zu werden, wurden zunächst Provisorien eingerichtet. Das Haus des Regenbogen e.V. nahm eine Gruppe in seinem Mehrzweckgebäude auf, das zuvor vermietet worden war, etwa an Mutter-Kind-Gruppen oder für Kindergeburtstage. Eine weitere Gruppe wurde in einem Container auf dem Grundstück untergebracht. Diese beiden Gruppen werden den Neubau beziehen, es werden nur fünf zusätzliche Kita-Plätze entstehen. Müller verbeugte sich vor der Leistung des Vereins, der 1996 von Eltern für die Betreuung von Kleinkindern gegründet wurde und inzwischen 112 Kinder betreut vom Kleinkindalter bis zur Einschulung, im Gebäude in der Greifstraße 32 und in einer Waldgruppe. Vorsitzende des Vereins ist Irene Meier. Sie ist seit 19 Jahren Vereinsmitglied und seit 2003 im Vorstand. Der Verein hat rund 200 Mitglieder, alle Eltern von Kindern in der Kita sind dabei.
Inzwischen war der Zimmermeister zum Dachfirst gestiegen und verkündete traditionsgemäß in Reimform, wie stolz und froh alle Beteiligten auf den fertig gestellten Rohbau sind und wünschte dem Kindergarten viel Glück. Er leerte ein Glas Weißwein auf die Bauherrenschaft, ein weiteres Glas auf die Architekten und noch eines auf die Handwerksleute, bevor er das Glas mit Schwung auf der Erde zerschellen ließ, auf dass die Scherben dem Haus und den Menschen darin Glück und Segen bringen mögen. Die weitere Feier fand in den Räumen eines Bobinger Catering-Unternehmens statt.
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