Diedorfer Geschichten: INTERVIEW MIT DIEDORFS BÜRGERMEISTER PETER HÖGG

Diedorfs 1. Bürgermeister Peter Högg. Foto: Markt Diedorf
 
Das Diedorfer Rathaus bietet eine Ladesäule für Elektroautos. Foto: Florian Handl

„Diedorf ist Natur,Dynamik und Vielfalt“: Für die „Diedorfer & Fischacher Geschichten“ beantwortete Diedorfs 1. Bürgermeister Peter Högg zusammen mit Herbert May (Kämmerer & Finanzverwaltung) die Fragen der Redaktion zu aktuellen Themen und zukünftigen Projekten.

Von Florian Handl & Louis Lochner

Herba-Verlag: Was macht Diedorf schön und lebenswert?
Bürgermeister Peter Högg: Diedorf ist Natur, Dynamik und Vielfalt. Natur deshalb, weil Diedorf Augsburgs Tor zum Naturpark Westliche Wälder ist. Dynamisch ist das Diedorfer Orts- und Vereinsleben. Herauszuheben ist beispielsweise das Kindertheater Eukitea, das weit über Diedorf hinaus bekannt ist sowie das gemeinschaftliche Engagement der Bürger in den Vereinen. Die Vielfalt steht für die zahlreichen Möglichkeiten, die Diedorf bietet. So werden in der Gemeinde die Kinder jeden Alters bestens betreut. Bis jetzt wurde noch für alle Kinder, die angemeldet wurden, ein Krippen- oder Kitaplatz gefunden. Auch schulisch stehen den Kindern von der Mittelschule bis zum Abitur alle Wege offen.

Herba-Verlag: Immer mehr Menschen ziehen aus Augsburg/München in das Umland. Wie ist die Entwicklung auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt?
Bürgermeister Peter Högg: Auf dem Wohnungsmarkt gibt es einen großen Engpass, wie in den anderen Städten und Gemeinden auch. Es ist schwierig, mit dem großen Bedarf an Wohnraum Schritt zu halten. So gibt es aktuell in Diedorf keine freien Wohnungen mehr. Als Reaktion darauf plant die Gemeinde derzeit ein neues Wohngebiet zwischen Diedorf und dem Ortsteil Lettenbach. Dort sollen künftig neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Gemeinde hofft, die Planungen für das neue Baugebiet bis 2020 abschließen zu können. Der grüne Gürtel zwischen Lettenbach und Vogelsang (Neusäß) soll unbebaut bleiben. Aktuell investiert vor allem die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis (WBL) in neuen Wohnraum.

Herba-Verlag: Wie sieht es für Familien aus, die in Diedorf ein Eigenheim bauen möchten?
Bürgermeister Peter Högg: Sowohl auf dem Wohnungsmarkt, als auch für private Bauherren, die ein Grundstück erwerben wollen, gibt es nur noch wenig Möglichkeiten.

Herba-Verlag: Viele, die in Diedorf leben, pendeln nach Augsburg. Wie ist ihre Situation nach dem beschlossenen Aus für den Fuggerexpress?
Bürgermeister Peter Högg: Vor allem hoffen wir, dass keine Verschlechterung eintritt. Unter der Woche ist die Taktung für Pendler gut und das muss auch so bleiben. Am Wochenende könnte der Fahrplan noch dichter sein. Wir sind für jede Verbesserung, die die Zusammenarbeit mit dem neuen Partner mit sich bringt, dankbar.


Herba-Verlag: 2016 hat die Telekom das Netz in Diedorf ausgebaut. Wie zufriedenstellend ist die Internetverbindung?
Bürgermeister Peter Högg: Nach einem etwas holprigen Start hat sich durch den Wettbewerb mit den anderen Anbietern das Internet seit 2016 stark verbessert. Auch im Bereich des Mobilfunknetzes hat sich viel getan.

Herba-Verlag: Die Digitalisierung macht auch vor kleinen Gemeinden nicht halt. Wie begegnet Diedorf dieser Herausforderung?
Bürgermeister Peter Högg: Am Bahnhof gibt es bereits einen kostenfreien WLAN-Hotspot.
Herbert May: Wir haben bereits einen Zuschussbescheid von der Regierung von Schwaben für den Ausbau des Digitalunterrichts in den Diedorfer Schulen erhalten. Die Klassenzimmer sind mittlerweile alle an das Internet angeschlossen. Als Nächstes kommen die dazugehörigen digitalen Unterrichtsmittel dazu und die Lehrer werden in der Nutzung geschult.
Bürgermeister Peter Högg: Auch in der Verwaltung schreitet die Digitalisierung voran. So ist es bereits möglich, den Ausweis oder den Führerschein online zu beantragen. Auch die Daten zum eigenen Wasserverbrauch sind online abrufbar.

Herba-Verlag: Vor dem Rathaus lädt gerade ein Elektroauto der Gemeinde an der E-Zapfstelle auf. Welche Antwort gibt Diedorf auf die Verkehrswende weg vom Verbrennungsmotor?
Bürgermeister Peter Högg: In jedem Ortsteil gibt es bereits eine Ladestation für E-Bikes. Dieses Angebot wird von Fahrrad-Pendlern und Touristen gleichermaßen genutzt. Am Rat haus befindet sich eine Zapfsäule für Elektroautos und beim Feuerwehrhaus wird noch in diesem Jahr eine öffentliche Car-Sharing-Station mit zwei verfügbaren Leihfahrzeugen errichtet.

Herba-Verlag: Wasser ist ein lebensnotwendiges Gut. Im vergangenen Jahr mussten die Diedorfer aufgrund coliformer Keime in der Leitung das Wasser abkochen. Mittlerweile wird das Wasser gechlort. Wie ist der aktuelle Status?
Bürgermeister Peter Högg: Das Wassernetz wird als Sofortmaßnahme gechlort. Mitte 2019 soll das Wasser aus den Leitungen wieder einwandfrei zur Verfügung stehen. Dafür investiert die Gemeinde zwischen 500000 und 1 Millionen Euro. Die genaue Summe lässt sich erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten bestimmen. Über mögliche Zuschüsse wird noch verhandelt. Aber ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, auch wenn das Wasser gechlort ist, hat es Trinkwasserqualität.

Herba-Verlag: Zum 1. Oktober 2018 wurden die Gebühren für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung angepasst. Stehen diese Gebührenanpassungen im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten?
Bürgermeister Peter Högg: Die Wasserversorgung aller Haushalte in der Gemeinde muss kostendeckend arbeiten. Aus diesem Grund hat die Gemeinde im vergangenen Jahr eine Anpassung der Gebühren vorgenommen. Diese Änderungen haben nichts mit der Sanierung der Wasserleitungen und -wege zu tun. Für die kommenden drei Jahre sind auch keine weiteren Erhöhungen der Tarife geplant.

Herba-Verlag: Abschließende Frage – seit 2007 gibt es in Diedorf die Offene Jugendarbeit. Wie hat sich das Projekt seit seiner Gründung entwickelt?
Bürgermeister Peter Högg:
Die Offene Jugendarbeit ist dank der sehr engagierten Jugendlichen von Anfang an ein echtes Erfolgsmodell.
Herbert May: Die Gemeinde bietet mittlerweile in allen Ferien ein attraktives Programm an. Der Ausbau und die Gestaltung des Ferienprogramms ging auf die Initiative der Offenen Jugendarbeit zurück.
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