Seniorenheim in Dinkelscherben wird geschlossen: Caritas reagiert auf Kritik

Das Seniorenheim in Dinkelscherben wird im kommenden Jahr geschlossen. (Foto: Markus Höck)

Die Entscheidung, das Seniorenheim der  CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH (CAB) in Dinkelscherben zum 30. Juni 2019 zu schließen, hat erst vor wenigen Tagen für Kritik gesorgt. Unter anderem wendete sich der Bürgermeister der Marktgemeinde, Edgar Kalb, mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Der Markt sei entsetzt über die geplante Schließung, auch da er in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden war und, ebenso wie die Bewohner, Angehörigen und Belegschaft, vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Auf diese Kritik reagierten nun wiederum die Caritas und die CAB.


"Niemand muss sich Sorgen machen", betitelt die Caritas ihre Pressemitteilung. Die Geschäftsführung lege Wert darauf, die Zusammenhänge und Hintergründe des Schließungsbeschlusses der Öffentlichkeit und den Mitarbeitern noch einmal darzustellen.

„Dazu gehört auch die Information, dass die Caritas und mit ihr die CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH nicht Träger und damit auch nicht die Partner sind, die hier Entscheidungen getroffen haben“, betonte Geschäftsführerin Brigitta Hofmann. Die Hospitalstiftung habe in ihrem Verwaltungsausschuss gemäß Satzung den Beschluss getroffen.  

Den Beschluss, das Haus zu schließen, hält Hofmann aber für „absolut richtig“. Alles andere sei unverantwortlich und würde eine ständige Verletzung der baulichen Gesetze für Pflegeheime bedeuten. Die Fachstelle für Qualität und Aufsicht des Landkreises Augsburg habe entsprechende Vorgaben zu prüfen und deren Einhaltung auch sicherzustellen.

Von ihr habe es nicht die Signale gegeben, den Baubestand des Seniorenheims so auf Dauer beibehalten zu können, sagte Hofmann. Zuletzt hätte die Stiftung die Balkone absperren müssen, da dort eine Stufe vorhanden sei, die den Bestimmungen der Barrierefreiheit nicht entspricht. „Eine Modernisierung und Anpassung an die heutigen gesetzlichen Bestimmungen ist aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht vertretbar“, ergänzte Ulrich Hörwick, Mitglied und Vorstand des Verwaltungsausschusses.

Vorwürfe, dass die Gemeinde in den Prozess der Entscheidungsfindung nicht mit eingebunden gewesen sei, wollen sie nicht gelten lassen. „Die Gemeinde Dinkelscherben ist durch einen ständigen Vertreter immer mit dabei. Sie hat Sitz und Stimme in diesem Gremium", betonte Hörwick. „Dieser Vertreter wurde auch vom Bürgermeister bestimmt."

Der Bürgermeister der Gemeinde Dinkelscherben sei am 23. November persönlich durch den Vorstand der Stiftung über die entsprechenden Beschlüsse der Stiftung vorab informiert worden. Unabhängig davon seien die Ausführungsverordnungen zum Pflege-Wohnqualitätsgesetz seit Jahren bekannt. „Nur ein Blick in das Seniorenheim zeigt jedem, dass es weit davon entfernt ist, mit nur kleinen Maßnahmen angepasst werden zu können“, so Hörwick.

Auch die Analyse der Belegungszahlen wiesen darauf hin, dass das Seniorenheim für Dinkelscherben und deren Bevölkerung keine so große Bedeutung hat, wie angenommen. Schon seit Jahren befänden sich unter den durchschnittlich 70 bis 75  Bewohnern nur drei bis maximal zwölf aus Dinkelscherben. „Und bei den meisten der anderen Bewohner hören wir immer, dass sie nur hier sind, weil sie in keinem anderen Seniorenheim einen Platz bekommen hätten“, sagte Hofmann. 

Dass ein Umzug immer mit Schwierigkeiten und Belastungen verbunden sei, das wisse Hofmann aus eigener Erfahrung. Die CAB habe bei dem Umzug aus dem früheren Caritas-Seniorenzentrum St. Anna in 2007 in den Neubau in Lechhausen aber auch erfahren dürfen, dass sich die alten Menschen riesig auf die neuen schönen Räume und damit auch neue Möglichkeiten gefreut hatten. „Es muss sich auch niemand Sorgen machen, dass jemand mit der Schließung keinen Pflegeplatz hätte, betonte Hoffmann. „Wir garantieren allen Bewohnern einen Pflegeplatz in unseren Einrichtungen.“

Die Resonanz bei den Bewohnern, Angehörigen und auch den Mitarbeitern sei positiv gewesen. "Allen haben wir als CAB eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen", so Hoffmann. "Befristete Verträge werden von uns in unbefristete umgewandelt.“ Nun würden Einzelgespräche geführt, um die Details, aber auch um die Wünsche des Arbeitsortes abzustimmen.

Dass sich niemand Sorgen machen müsse, das gelte auch für die Marktgemeinde. Hörwick betont, dass es im Hinblick auf eine weitere und attraktive Nutzung der Gebäude und Flächen bereits im Gespräch mit dem Bürgermeister einen ersten Gedankenaustausch gegeben habe.

Hörwick weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Hospitalstiftung eine Stiftung bürgerlichen Rechtes sei und damit die Regierung von Schwaben die Stiftungsaufsicht habe. „Wir hören dort, dass die Stiftung bei den künftigen Gesprächen und Verhandlungen die Satzungsbestimmungen beachten müsse.“ Hörwick geht aber davon, dass die künftigen Gespräche fruchtbar sein werden. „Ich bin mir sicher, dass bei vernünftigen zielführenden Verhandlungen sich weder die Hospitalstiftung noch die Gemeinde Dinkelscherben Sorgen machen müssen.“ (pm)
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