Kommentar zum Wasserstreit in Dinkelscherben: Endlich handeln!

Der Streit um das Wasser in Dinkelscherben darf nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden. (Foto: Symbolbild / Stefan Gruber)
Was sich Landratsamt und Marktgemeinde hier leisten, könnte durchaus als Bürokraten-Posse amüsieren – ginge es nicht um das Trinkwasser für mehr als 6500 Menschen. Die Gemeinde und der Gemeinderat müssen sich zurecht fragen lassen, wieso nicht früher reagiert wurde, wieso nicht schon im Februar die Filteranlagen der Hochbehälter zumindest provisorisch verbessert wurden – so wie jetzt auch nur ein Provisorium ausreichen muss. Tatsächlich ist Dinkelscherbens Wasserversorgung in einem bedenklichen Zustand. Und das trifft nicht nur auf diese Gemeinde im Landkreis zu.

Wenn auch verspätet, die Gemeinde hat reagiert. Inzwischen gibt es einen groben Plan, wie und wann saniert werden soll. Genau das sollte das Gesundheitsamt entsprechend würdigen und nicht auf der Chlorung bestehen. Die Alternativlosigkeit, von der das Landratsamt schreibt, kann so nicht ganz zutreffen. Schließlich war man noch im Februar bereit, den Betrieb erstmal weiterlaufen zu lassen – freilich unter der Bedingung, dass die Missstände auch angepackt würden.

Schon im Februar war klar, dass sich die Sanierung über Jahre hinziehen werde. Doch nun scheint alles zu spät und das Risiko zu groß. Dabei ist genau das eine der offenen Fragen, wie das Landratsamt selber einräumt. Eine sichere Einschätzung des Zustands der Wasserversorgung ist derzeit eben gar nicht möglich.

Recht hat das Landratsamt damit, dass es den Bürgern dauerhaft nicht zumutbar ist, das Wasser abzukochen. Ob es die Kosten für eine umstrittene Chlorung sind, sollten sich die Verantwortlichen im Landratsamt ernsthaft fragen.

Und vor allem Landrat Martin Sailer muss sich hier auch als Vermittler einschalten, damit nicht am Ende die Unstimmigkeiten zwischen Landratsamt und Marktgemeinde auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden.
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