Paartalbahn hat Verspätung: Fahrgastverband Pro Bahn ist wegen „Schlammloch“ verärgert

Wegen des Schlammlochs müssen die Verstärkerzüge nach Friedberg teilweise ausfallen. (Foto: Symbolbild / Peter Maier)

Der Fahrgastverband Pro Bahn ist sehr verärgert über die derzeitige Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Paartalbahn Augsburg – Ingolstadt. In einer Pressemitteilung fordert Pro Bahn die Deutsche Bahn AG auf, möglichst schnell die Strecke wieder mit normaler Geschwindigkeit befahrbar zu machen.



Seit Montag gilt dort zwischen den Bahnhöfen Friedberg und Dasing eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Normalerweise dürfen dort die Züge mit 120 km/h fahren, derzeit gilt auf einem Abschnitt von fast einem Kilometer Länge aber 20 km/h. Ursache ist ein „Schlammloch“, das sich unter oder neben den Schienen befindet und durch die Regenfälle der vergangenen Tage hervorgerufen wurde. Die Folge ist, dass derzeit im Halbstundentakt alle Züge der Paartalbahn massiv verspätet sind. Die Verstärker nach Friedberg müssen teilweise ausfallen.

Verdoppelung der Zugfahrzeit

„So gut wieder jeder Zug hat mindestens fünf Minuten Verspätung, sehr viele kommen derzeit mit 15 bis 20 Minuten Verspätung in Ingolstadt oder Augsburg an – dann sind die Anschlusszüge weg, was für Reisende mit entfernteren Zielen häufig eine Verspätung von einer Stunde am Zielbahnhof bedeutet“, so Pro Bahn Sprecher Winfried Karg. „Viele Pendler, die ’nur’ die Paartalbahn benutzen, erleben derzeit eine Verdoppelung ihrer Zugfahrzeit, und zwar täglich.“ Daher fordert der Fahrgastverband kurzfristig Busse einzusetzen, die von Schrobenhausen aus so losfahren, dass die Anschlüsse in Ingolstadt erreicht werden.

"Die Deutsche Bahn AG, der diese Bahnstrecke gehört und die zu 100 Prozent im Besitz der Bundesrepublik Deutschland ist, hat in den vergangenen Jahren sehr wenig bis nichts in die Paartalbahn investiert", heißt es in der Pressemittelung von Pro Bahn. "Währenddessen hat die gleiche Bundesrepublik in die parallel verlaufende Bundesstraße B300 in den vergangenen Jahren laut Presseberichten rund 75 Millionen Euro investiert."
 

Verbummelte Lebenszeit

Pro Bahn fordert die Deutsche Bahn AG auf, möglichst schnell die Strecke wieder mit normaler Geschwindigkeit befahrbar zu machen. Parallel dazu schlägt der Fahrgastverband vor, dass die Deutsche Bahn AG keine „Schienenmaut“ – die sogenannten Trassengebühren – für diese Strecke erhält, bis sie wieder mit der üblichen Geschwindigkeit befahren werden kann.

„Wir Fahrgäste brauchen die Paartalbahn dringend, gerade in der Hauptverkehrszeit sind die Züge sehr gut genutzt. Tausende Fahrgäste müssen hier derzeit täglich Lebenszeit verbummeln“, so Karg. Der Fahrgastverband hat daher auch verschiedene Politiker der Region angeschrieben und um Unterstützung gebeten. (pm)
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