Polizei schnappt Serien-Autoaufbrecher: Er blockierte durch ein Funksignal den Schließmechanismus der Türen

Die Polizei Friedberg hat einen 40-Jährigen gefasst, der ahnungslose Menschen auf Parkplätzen beobachtete und durch ein Funksignal den Schließmechanismus der Fahrzeuge blockierte. So konnte er die Autos öffnen und sich einfach bedienen. Symbolbild: mh

Seit Anfang Oktober sind im Dienstbereich der Polizeiinspektion Friedberg Fälle bekannt, dass aus Autos unterschiedlicher Marken Wertgegenstände entwendet wurden. Eine Häufung der Straftaten geschah laut Polizeibericht auf dem Parkplatz beim Bauernmarkt in Dasing, in einem Fall auch vor einem Discounter in Friedberg. Der Dieb erbeutete bei sieben Aufbrüchen insgesamt rund 5000 Euro.

"Das Besondere war, dass sich die Opfer jeweils felsenfest sicher waren, ihre Autos mittels der Funkfernbedienung verschlossen zu haben. Dennoch fehlten Arbeitstaschen, Rucksäcke und Geldbeutel", schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Der Verdacht erhärtete sich, dass ein Serientäter sein Unwesen treibt und mittels einer elektronischen Vorrichtung in die Wagen gelangt. Zielgerichtet hatte er es auf Bargeld und EC-Karten abgesehen, denn Laptops und vorgefundene Handys ließ er liegen.


Er beobachtete das Umfeld und schaute in geparkte Autos

Nun gelang es der Polizei, einen Tatverdächtigen festzustellen. Wiederholt fuhr er mit seinem Golf auf den Parkplatz des Bauernmarktes, parkte dort, blieb in seinem Auto sitzen, beobachtete das Umfeld und lief umher, wobei er auch gezielt in geparkte Autos sah. Am Dienstag überschlugen sich die Ereignisse. Der Tatverdächtige öffnete gegen Mittag einen VW Touran, der auf dem Parkplatz des Bauernmarktes geparkt war und durchsuchte den Innenraum. Sodann fuhr er mit seinem Auto nach Augsburg-Lechhausen und parkte dort auf dem Parkplatz eines Baumarktes in der Südtiroler Straße. Hier öffnete er einen Skoda und durchsuchte ihn. Sofort fuhr er in das Parkhaus der Citygalerie im Augsburger Zentrum weiter. Hier suchte er sich einen VW Golf aus und durchwühlte den Innenraum. Jetzt schlugen die Fahnder zu und nahmen den 40-Jährigen widerstandslos vorläufig fest. Sein Auto wurde beschlagnahmt und abgeschleppt, das vorgefundene Diebesgut für die Opfer sichergestellt. Wie sich herausstellte, wohnt der Täter nicht an seiner gemeldeten Adresse in Augsburg, hierbei handelt es sich um einen Scheinwohnsitz, auf den auch sein Wagen zugelassen war. Bei der Vernehmung mit Dolmetscher gab er nur die Taten zu, welche die Polizei ihm nachweisen konnte -  zu anderen Vorwürfen schwieg er. Durch die Staatsanwaltschaft wurde ein Untersuchungshaftbefehl beantragt, den der Ermittlungsrichter in Vollzug setzte. Nun werden alle ähnlichen Fälle im Großraum Augsburg abgeklärt, ob hier auch der Festgenommene als Täter in Frage kommt.

"Der 40-Jährige beobachtete ahnungslose Menschen, die ihr Auto beim Bauernmarkt parkten und mit der Funkfernbedienung im Weggehen vermeintlich abschlossen. Tatsächlich blockierte der Täter jedoch durch Auslösen eines Funksignals den Schließmechanismus der Fahrzeuge. Wenn er sich sicher war, dass die Opfer im Bauernmarkt verschwunden waren, ging er unauffällig zu den Autos, öffnete eine der unversperrten Türen und bediente sich an den Wertsachen", so die Polizei.

In diesem Zusammenhang rät die Polizei, keine sichtbaren Wertgegenstände im Fahrzeuginneren aufzubewahren. Außerdem sollte man sich beim Verschließen mit der Funkfernbedienung auch wirklich davon überzeugen, dass der Schließmechanismus ausgelöst hat. (pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.