Prügelnder Vater stellt sich - um zu klären, was wirklich passiert ist, sucht die Polizei weiter Zeugen

Die Polizei sucht weiter Zeugen. (Foto: Heiko Kverling, 123rf.com)

Wie die Friedberger Polizei mitteilt, hat sich nun der Vater, der am Mittwoch seine Tochter in aller Öffentlichkeit mit einem Stock verprügelt hat, gestellt. "Aufgrund des großen medialen Drucks, auch in den sozialen Netzwerken", schreibt die Polizei in ihrem Bericht, habe sich der Mann am Donnerstagabend gemeldet.

Auf dem Kinderspielplatz in Friedberg-Süd, gegenüber des Kindergartens St. Anna im Hagelmühlweg, hatte ein Zeuge beobachtet, wie der Mann das Mädchen mit einem Stock schlug. Das Kind schrie laut und wollte sich losreißen. Der Zeuge meinte, es könnten rund 20 Schläge gewesen sein. Er sprach den Vater an, doch dieser entgegnete nur, dass „er schon wisse, was er mit seinen Kindern mache“ und ging mit dem weinenden Mädchen und weiteren Kindern davon.

Der Vater, ein 47-jähriger Mann aus Friedberg, kam am Donnerstagabend schließlich mit seiner vierjährigen Tochter zur Dienststelle und gab an, dass er derjenige sei, über den berichtet wurde. Allerdings stellte er den Vorfall anders dar, als ihn der Zeuge geschildert hatte. Die Vierjährige habe ihre zweijährige Schwester geschubst, die deswegen umfiel und weinte. Da habe er die Nerven verloren und mehrmals auf seine Tochter eingeschlagen.

"Er hatte seine Tochter dabei, damit wir uns selbst ein Bild machen könnten und war mit einer Inaugenscheinnahme einverstanden. Auch das freundliche und gar nicht verängstigte Mädchen hatte nichts dagegen. Wegen der vorgerückten Stunde und der Eilbedürftigkeit wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft das Mädchen von einer weiblichen Polizeibeamtin in Augenschein genommen. Ein einzelner Striemen wurde festgestellt und fotografisch gesichert", erklärt die Polizei - und bittet nun noch einmal, mögliche Zeugen, sich zu melden, "um den Vorfall möglichst neutral klären zu können". Hinweise bitte unter Telefon 0821 / 323-1710. (pm)
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