Untreue, Siegelbruch und Verletzung von Dienstgeheimnissen: Aichacher Realschullehrer muss dennoch nicht ins Gefängnis

Der Realschullehrer aus Aichach, der unter anderem Prüfungsunterlagen weitergegeben hatte, muss nicht ins Gefängnis. (Foto: Symbolbild / phartisan-123rf.com)

Der Realschullehrer aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, dem wegen Untreue, Siegelbruch und Verletzung des Dienstgeheimnisses eine Gefängnisstrafe drohte, kann aufatmen.

Die Staatsanwaltschaft zieht ihre Berufung gegen das Urteil des Aichacher Amtsgerichts von Mitte Juli dieses Jahres zurück. Es bleibt also bei einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung und wird keinen weiteren Prozess am Augsburger Landgericht geben.

Der 45-Jährige hatte als Konrektor Prüfungsunterlagen samt Musterlösungen vor der Realschulabschlussprüfung aus dem Schultresor geholt und an den Sohn seiner Lebensgefährtin weitergegeben, um diesem zu einer besseren Note zu verhelfen.

In einem zweiten Verfahren wurde er schuldig gesprochen, weil er als Kassier eines Lehrerverbands innerhalb von acht Jahren 25 Mal Geldbeträge auf sein Privatkonto überwiesen hat. Insgesamt belief sich die Summe auf knapp 260 000 Euro.

Matthias Nickolai, Pressesprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft, begründete die Entscheidung damit, dass die Erfolgsaussichten für eine Berufung „nach nochmaliger Bewertung des Falles und Hinweisen der zuständigen Kammer“ zu gering gewesen seien. Damit erlangt das Urteil des Amtsgerichts Aichach Rechtskraft.

Der ehemalige Konrektor ist seit Bekanntwerden der Vorfälle suspendiert und wird – wie es vor Gericht hieß – nie mehr als Lehrer arbeiten dürfen, außerdem seine Verbeamtung verlieren. Das sei Strafe genug, argumentierte sein Verteidiger. Den entstandenen finanziellen Schaden hatte der 45-Jährige bereits vor der Verhandlung in Aichach zurückbezahlt. (tama)
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