Alle ziehen an einem Strang

Bei den Handwerksbetrieben waren auch die Schreiner vertreten. Von links: Andreas Steinhardt, Michael Wagner und Matthias Bissinger. Fotos: Stöbich
 
Matthias Stegmeir besuchte Verena und Pia Habersetzer (von links) im Dorfladen des Lärchenhofs.
Friedberg: Friedberg | Teamarbeit bei der Gewerbeschau in Rinnenthal

Peter Stöbich
Friedberg. Mit ihrer Gewerbeschau am vergangenen Wochenende gaben die teilnehmenden Firmen und Vereine aus Rehrosbach und Rinnenthal ein anschauliches Beispiel für ihre quicklebendige Dorfgemeinschaft. Rund um den Lärchenhof boten zahlreiche Unternehmen ihre Dienstleistungen und Waren an, vom Fotostudio über das Kosmetik-Atelier bis zur Versicherung. "Wir waren selbst überrascht, wie groß das Potential ist", sagte Matthias Stegmeier, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes. "Man könnte ein komplettes Haus nur mit einheimischen Betrieben wie Gerüstbauer, Maler, Schreiner, Zimmerer und so weiter bauen!" Der Friedberger Ortsteil hat sogar eine eigene Internetseite, die viele interessante Hintergrund-Informationen und Veranstaltungstermine bietet.
Eine Fülle von Attraktionen wartete am Samstag und Sonntag auf die Besucher. Unter anderem konnten sie am Glücksrad sowie bei einem Quiz ihr Glück versuchen, schöne Gärten besichtigen, an einer Kirchenführung teilnehmen oder sich bei den Imkern anhand von Fotowaben das Leben der Bienen erklären lassen. Am Stand von Monika Pfaffenzeller gab es Workshops, wie sich aus Papier hübsche Deko-Artikel, Karten und Verpackungen gestalten lassen. Außerdem informierten Feuerwehr und Forstbetriebsgemeinschaft, Pfarrei und Sportclub über ihre Arbeit und Angebote.
Der Familienbetrieb Habersetzer hatte ebenfalls seine Pforten geöffnet; seit 25 Jahren produziert er Nudeln und hat heute rund 200 verschiedene Formen und Sorten im Angebot. Die selbst gemachten Nudeln gehen an zahlreiche Verkaufsstellen im Großraum Augsburg und auch bis zum Bodensee und nach Frankfurt. Der 1996 eröffnete Hofladen war 2003 neu gestaltet worden und präsentiert ein umfangreiches Sortiment mit Waren aus regionaler Herstellung.
Eine der Teilzeit-Beschäftigten, die im Lärchenhof in stundenlanger Handarbeit Eier aufschlagen, ist Christine Bradl; sie ist stellvertretende Vorsitzende des 125 Mitglieder starken Gartenbauvereins, der am Wochenende Vogelhäuschen verkaufte. "Für ein Dorf mit 850 Einwohnern ist die Vielfalt bei dieser Schau schon bemerkenswert", stellte sie fest, "alle ziehen an einem Strang. Diese Teamarbeit ist ein schönes Signal für den Zusammenhalt in einer Zeit, in der viele Leute nur noch auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind."
Das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger schafft nicht nur ein attraktives Freizeitangebot für alle Generationen, sondern bildet den Grundstock für eine lebendige Gemeinschaft, die jeden, der möchte, einbindet und auch wichtige soziale Netze bildet. Das wird auch beim Pfarrfest in Rehrosbach deutlich werden, das am 1. Juli stattfindet.
Zahlreiche Besucher freuten sich über das abwechslungsreiche Programm, bei dem unter anderem auch das neue Rinnenthaler Logo vorgestellt wurde. Es ist Teil des umfangreichen Konzepts zur Ortsentwicklung, mit der sich die Bürger schon seit längerem intensiv befassen. "Denn wir können nicht nur in der Tradition steckenbleiben", sagt Matthias Stegmeier, "sondern wollen bewährte Strukturen behutsam der modernen Zeit anpassen." Nur so könne man junge Familien am Ort halten; einen Neubau des Rinnenthaler Kindergartens Sankt Laurentius hatte der Friedberger Stadtrat kürzlich beschlossen (wir berichteten).
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