Aus dem Dornröschenschlaf: Schlossmanagerin Sonja Weinfurtner soll das Friedberger Schloss in ein kulturelles Zentrum verwandeln

Auch Schlossmanagerin Sonja Weinfurtner verfolgt die Entwicklung des Wittelsbacher Schlosses bislang nur aus der Ferne. (Foto: Frank Büschel)

Im September 2018 soll es endlich soweit sein: Das Wittelsbacher Schloss wird wieder eröffnet und damit rückt auch das Ziel der Stadt, das Gemäuer „aus seinem bisherigen Dornröschenschlaf zu holen“ immer näher. Seit Mitte November arbeitet Sonja Weinfurtner nun als neue Managerin des Schlosses daran, dass es sich nach der Eröffnung auch wirklich als neues kulturelles Zentrum etabliert.

Gegen 105 Mitbewerber musste Weinfurtner sich durchsetzen, um die Stelle zu bekommen. Zu ihren neuen Aufgaben als Schlossmanagerin gehören die Erstellung eines Veranstaltungsprofils, die Organisation städtischer Veranstaltungen sowie das Marketing des Schlosses. Bevor sie die Stelle antrat, arbeitete Weinfurtner beim Bayerischen Rundfunk und organisierte auch dort bereits viele Veranstaltungen. Gründe für ihre Bewerbung als Managerin des Wittelsbacher Schlosses seien unter anderem das abwechslungsreiche Wirkungsfeld und die vielen Gestaltungsspielräume gewesen. Der besondere Reiz liege vor allem darin, etwas Neues mit aufzubauen, so Weinfurtner: „Es macht mir Spaß, eigene Fußstapfen hinterlassen zu können“. Zudem sei das Wittelsbacher Schloss einfach eine attraktive und besondere Location.

Das Schloss entstand ursprünglich als hochmittelalterliche Burg im Jahr 1257. Nach einem Brand im Jahr 1541 wurde es im Renaissance-Stil wieder aufgebaut. Die Sanierung des mittelalterlichen Schlosses und insbesondere die Neukonzeption der Museumsräume für eine modernere Ausstellung sollen Friedberg nun auch überregional für Besucher attraktiver machen. Die neuen Veranstaltungsräume sollen zudem für vielfältige kulturelle und private Veranstaltungen genutzt werden.

Auch für 2018 lägen bereits konkrete Veranstaltungsideen vor, so Weinfurtner, Genaueres verraten dürfe sie allerdings noch nicht. Es hätte aber unter anderem bereits mehrere Anfragen von Künstlern, Hochzeitspaaren, und „von interessanten Menschen, die ihre Zuhörer mit Vorträgen und Workshops begeistern wollen“ gegeben.

Weinfurtner freut sich bereits auf die Eröffnung, darauf dass es dann endlich richtig losgeht mit dem Betrieb vor Ort. Denn momentan arbeitet auch sie noch im Rathaus, bis die Renovierung des Schlosses abgeschlossen ist. Die größte Herausforderung sei es bisher gewesen, sich in die komplexe Struktur der Kommunalpolitik einzuarbeiten. Denn viele Beschlüsse und Entscheidungen hinsichtlich des Schlosses seien bereits vor ihrem Antritt getroffen worden, und es gelte nun, diese sinnvoll in alle Vorhaben und „konkrete Workflows“ zu integrieren. In den ersten paar Wochen habe sie nun, neben der Einarbeitung in den neuen Arbeitsplatz, bereits Gespräche mit Künstlern und potenziellen Partnern geführt sowie erste Events kreiert, kalkuliert und visuell vorbereitet.

Auf die Frage, wie sich die Umstellung von München auf Friedberg gestalte, verrät Weinfurtner: „Tatsächlich gehe ich lieber in Friedberg einkaufen als in München – egal ob Lebensmittel, Kleidung oder Möbel; und ich mag die vielen Restaurants und kleinen Cafés.“ Sie fühle sich sehr wohl in Friedberg, und schätze besonders, wie viele engagierte Kulturschaffende es in der Stadt gebe.
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