Ausgesetzte Katzenbabys: Dritter Fall innerhalb kurzer Zeit - Polizei bittet um Meldung weiterer Fälle

Das erste Kätzchen wurde auf der Landstraße zwischen Mering und Ried aufgefunden. Ein Mercedes-Fahrer warf es bei voller Fahrt aus dem Autofenster. (Foto: privat)

Erneut wurde unserer Zeitung ein Fall eines ausgesetzten Katzenbabys gemeldet. Nachdem zuletzt bei Mering und Ried erkrankte Katzen gefunden wurden, erfuhr die Redaktion nun von einem Aichacher, der vor drei Wochen einen rund fünf Wochen alten, schwer kranken Kater an der B 300 rettete.

Der Mann möchte namentlich nicht genannt werden. Gegen 13 Uhr war er von Dasing nach Aichach unterwegs. An der neuen Anschlussstelle für Gallenbach fiel ihm der Kater am Straßenrand auf. Weil es an diesem Tag geregnet hatte, waren Straßen und Wiesen ringsum nass, das Kätzchen aber trocken. Der Finder geht daher davon aus, dass das Tier kurz zuvor wie in den Fällen von Mering und Ried aus dem Auto heraus "entsorgt" wurde.

Das Tier war schwer krank, unterernährt - es wog nur knapp über 400 Gramm - und dehydriert. Es litt an Katzenschnupfen und einer starken Bindehautentzündung, die Augen waren bereits herausgeeitert.

Dr. med. vet. Sandra Langner, Zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Friedberg-Hochzoll, kümmerte sich um die medizinische Behandlung. Der Kater wurde zunächst stabilisiert, dann folgte die dringend notwendige Operation, bei der die Augen entfernt werden mussten. Eine Intensivtherapie schloss sich an. Jetzt ist der Kater auf dem Weg der Besserung, lernt eigenständig zu fressen und ist nach Auskunft der momentanen Halter "gut drauf".

Täter womöglich ein "dubioser Züchter"

Der Perser-Mischling ist laut der Tierschützerin "keine Feld-, Wald-, Wiesenkatze". Sie vermutet, dass es sich bei dem Täter, der das Tier ausgesetzt hat, um einen dubiosen Züchter handelt. Derartige "nicht genehmigte Tiervermehrer" stellen ein großes Problem dar, denn da es ihnen nur ums Geld gehe, sei ihnen das Tierwohl egal. Sie vermitteln Tiere, von denen sie wüssten, dass sie krank seien - oder sortieren sie aus. Denn Katzenbabys mit Katzenschnupfen haben diesen laut Langner bereits ab der Geburt und somit vom Muttertier übertragen bekommen, das folglich ebenfalls nicht dagegen behandelt wurde.

Da der Polizei die meisten derartige Fälle nicht gemeldet werden, kann auch nicht ermittelt werden. Zwar sei es laut Polizeihauptkommissar Peter Löffler von der Polizeiinspektion Aichach schwierig, Täter zu ermitteln, wenn keine weiteren Angaben gemacht werden können.

Dennoch liefern Infos zu Automarken, Farbe oder Teilkennzeichen wenigstens "einen kleinen Ansatz", um der Sache nachgehen zu können. Zudem sollte die Polizei darüber informiert sein, wenn sich derartige Fälle von ausgesetzten Tieren an bestimmten Stellen häufen. (Nayra Weber)
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