Bürgerversammlung in Friedberg: Was sich in den nördlichen Friedberger Stadtteilen alles tut

Über aktuelle Themen und Pläne informierte Bürgermeister Roland Eichmann. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |  Friedberg. Auf einen zeitgemäßen Spielplatz mit interessanten neuen Geräten können sich Kinder und Jugendliche in Haberskirch freuen. "Die Aufträge für die Sanierungsarbeiten sollen kommenden Monat vergeben werden", kündigte Stadtoberhaupt Roland Eichmann bei der gut besuchten Bürgerversammlung für die nördlichen Stadtteile an.
Spätestens bis Ende April nächsten Jahres soll alles fertig sein, auch eine stufenfreie Verbindung vom Tulpen- zum Nelkenweg wird es dann geben. Ihre Wünsche hatten die Kinder der Stadtverwaltung bei einem Workshop übermittelt; dieser war Teil eines umfassenden Konzepts zur Ortsentwicklung von Haberskirch. Bereits seit Februar 2018 wird in Arbeitskreisen an diesem Konzept gefeilt, mit konkreten Ergebnissen und ihrer Umsetzung wird sich der Friedberger Planungs- und Umweltausschuss befassen. Ein großes Problem für viele Bewohner ist zum Beispiel der Durchgangsverkehr sowie der Lärm von der A 8.
Gute Nachrichten hatte der Bürgermeister zum Thema öfffentlicher Personen-Nahverkehr mit dabei. Denn ab Ende dieses Jahres soll es für den Friedberger Norden eine neue Buslinie mit einer Direktverbindung zur Innenstadt geben. Der Kurs verläuft von Derching über Haberskirch, Stätzling und Wulfertshausen nach Friedberg-Ost. Weiter geht es über die Stadthalle zum Bahnhof, zur Straße am Holzgarten, zur Marquardtstraße und über die Luitpold- und Afrastraße zum Park&Ride-Platz. Auf der selben Strecke fährt der Bus dann retour in den Norden. Montags bis freitags von 5 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 18 Uhr fährt gilt der 60-Minuten-Takt.
"Ab dem kommenden Schuljahr wird es auch an der Grundschule Stätzling-Derching einen Jugendsozialarbeiter gebe", kündigte Eichmann an. Die Finanzierung der Halbtagsstelle erfolgt zu jeweils einem Drittel aus Fördermitteln der Staatsregierung, dem Landkreis und der Stadt. Bisher sei eine Umsetzung an diesem Schulstandort nicht möglich gewesen, weil die Voraussetzungen für die staatliche Förderung nicht vorlagen.
Der Bildungs- und Sozialausschuss des Friedberger Stadtrates unterstütze den Vorschlag des Kreisjugendamtes, so Eichmann. Der Aufgabenbereich der Jugendsozialarbeit an der Schule umfasst mehrere Schwerpunkte: Einzelfallhilfe und Gruppenarbeit, Krisenintervention und Elternberatung, Zusammenarbeit mit Schulleitung, Lehrkräften und schulischen Diensten, Aggressionsabbau und Konfliktlösung.
In seinem einstündigen Bericht ging der Bürgermeister auch auf die geplante Umsiedlung des Stätzlinger Edeka-Marktes ein, die für lebhafte Diskussionen gesorgt hatte (wir berichteten). Details zur Gestaltung will der Stadtrat mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan regeln. Der Augsburger Immobilienentwickler Puschak will für die Lebensmittelkette südlich der St. Anton-Straße ein Gebäude mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem Café errichten; der bestehende Markt misst gerade 600 Quadratmeter und ist nicht mehr zeitgemäß. 80 Parkplätze sollen entstehen, ein Teil des 8800 Quadratmeter großen Grundstücks soll als Staufläche bei Überschwemmungen dienen.
"Nach der Erweiterung in Derching wird es so bald kein weiteres Gewerbegebiet mehr geben", stellte Eichmann fest. Eine Vergrößerung des bislang rund 20 Hektar großen Friedberg-Parks an der A 8 war von Anfang an umstritten. Weitere elf Hektar sollen nun im Norden des Areals hinzukommen. Die Gegner hatten vor allem mit der zunehmenden Versiegelung von Flächen in der Region und mit Naturschutzgründen argumentiert.
Keine grossen Hoffnungen konnte Eichmann einem Zuhörer machen, der anregte, dass man in der aufgelösten Sparkassen-Filiale in Wulfertshausen einen Arzt unterbringen solle. "Denn bei einem Gebäude in Privatbesitz sind uns die Hände gebunden!" Auch die Frage nach der Osttangente konnte der Bürgermeister nicht beantworten: "Die Vorplanungen laufen angeblich, sonst haben wir dazu offiziell nichts Neues gehört."
Weitere Themen, die bei der Bürgerversammlung zur Sprache kamen, waren unter anderem die aktuelle Bauleitplanung und die Breitband-Versorgung sowie die Kanalsanierung in Stätzling. In Haberskirch soll kommnendes Jahr mit dem Neubau einer Regenentlastungsanlage begonnen werden; die Kosten für das Projekt an der ehemaligen Kläranlage bezifferte Eichmann auf 1,9 Millionen Euro.
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