Derching muss sich gedulden

Friedberg: Friedberg | In anderen Stadtteilen gibt es bereits Konzepte zur Ortsentwicklung

Peter Stöbich
Friedberg. Welche Sorgen und Wünsche die Bewohner in den nördlichen Stadtteilen umtreiben, ließ sich Bürgermeister Roland Eichmann über eine Stunde lang bei der gut besuchten Bürgerversammlung schildern. Vor der regen Diskussion hatte er in 49 Minuten anhand von 49 Folien eine Fülle wichtiger Projekte und Themen angerissen. Untrer anderem kamen neue Bau- und Gewerbegebiete, die Verkehrsanbindung und -überwachung sowie das geplante Ortsentwicklungskonzept zur Sprache.
Denn auch in den Friedberger Stadtteilen schafft der Strukturwandel viele Probleme. Nach Rinnenthal wurde deshalb in Haberskirch ebenfalls ein Konzept für die kommenden Jahre auf den Weg gebracht; unter anderem soll es am 3. Juli am Spielplatz am Parkweg einen Workshop geben. Warum die Stadtverwaltung Derching zurückgestellt habe?, wollte ein Bürger wissen.
Dort sei die Situation sehr komplex, sagte Eichmann; wegen der begrenzten Personalkapazität im Rathaus könne man nicht mehrere Entwicklungskonzepte gleichzeitig in Angriff nehmen. Dabei geht es um vielfältige Themen wie zum Beispiel Bauen und Wohnen, Natur und Umwelt, Einzelhandel, Soziales und Verkehr. Doch will die Stadt den Leuten nichts vom Schreibtisch aus überstülpen, sondern gemeinsam mit den Bürgern diskutieren.
Die aktuelle Debatte bei der Versammlung in einem Derchinger Gewerbebau fiel recht lebhaft aus, denn viele Bewohner fühlen sich durch Autobahn, Gewerbegebiete und Augsburger Expansionspläne im Osten der Stadt eingezwängt. Ein Zuhörer wünschte sich eine bessere Verkehrsverbindung nach Augsburg; die nach Friedberg soll laut Eichmann ab dem Jahr 2020 mit einem Bus im Stundentakt werktags optimiert werden. Außerdem sind in Derching drei neue Haltestellen am Winterbruckenweg, der Siebenbrünnelstraße und der äußeren Industriestraße vorgesehen.
Vielen Bürgern liegt eine konsequentere Verkehrsüberwachung in ihren Ortsteilen am Herzen. Eichmann berichtete, daß bei Kontrollen in der Hadubertstraße in Haberskirch ein Viertel aller Autofahrer zu schnell gewesen sei; er kündigte ein neues Gerät zur Überwachung an, das ähnlich wie eine Radarpistole funktioniere.
Der Bürgermeister berichtete, daß in Derching noch dieses Jahr zwei Wohngebiete im Norden und Süden des Altdorfs ausgewiesen werden sollen. Die schwierige Erschließung verursache aber hohe Kosten. Kleinere Projekte sind eine Rampe an der Kirche für Kinderwagen und Rollstühle sowie eine Querungshilfe am Winterbruckenweg zwischen McDonalds und der Bäckerei Scharold. Dort müssen noch die Beschilderung und Markierungen angebracht werden.
Zahlreiche weitere Themen wurden im Laufe des Abends noch angesprochen, vom Breitbandausbau über Kinderbetreuung und Kanalsanierung bis zu besseren Radwegen. Eichmann berichtete von der Erneuerung der Achbrücke in Wulfertshausen und der Sanierung des Faulturms im Klärwerk Ach, von der geplanten Jugendsozialarbeit an der Mittelschule Stätzling und neuen Feuerwehrfahrzeugen, die in Derching und Stätzling in Betrieb genommen wurden. Auf die Frage, wie es mit der alten AIC 25 weitergehe, musste er passen: Friedberg habe kein Geld, um die kaputte Straße instand zu setzen; ein Zeitpunkt für die notwendigen Arbeiten sei nicht absehbar.
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