Friedberger Schloss: Jetzt ist das 23 Millionen Euro teure Wahrzeichen fertig

Neuer Anstrich: Nicht nur im Inneren des Renaissance-Baus wurde saniert, das Schloss hat auch außen einen neuen Anstrich bekommen.
 
Alt und neu: Aufgrund einer Denkmalschutz-Auflage musste das alte Gebälk im Veranstaltungssaal erhalten bleiben. Darüber versteckt befindet sich nun die Technik.

Das Schloss ist fertig. Elf Jahre nachdem die Stadt Friedberg es dem Freistaat abgekauft hat, ist nun die aufwendige Sanierung abgeschlossen. „Es ist das neue Wahrzeichen der Stadt Friedberg“, sagt Bürgermeister Roland Eichmann. Und das soll gebührend gefeiert werden. Nach der offiziellen Eröffnung mit einem Festakt am Freitagabend, steht das Schloss am Wochenende erstmals auch den Bürgern offen.



„Es ist so weit“, sagt Eichmann am Freitagvormittag. „Endlich“ sagt er nicht, doch wird er nicht müde zu betonen, wie froh man bei der Stadt nun sei. Eichmann sitzt gemeinsam mit Baureferent Carlo Haupt und Pressesprecher Frank Büschel auf einer Sitzgruppe in der Remise des Schlosses. Wo früher Kutschen untergebracht waren, empfangen nun frisch gestrichene Wände die Besucher. Vereinzelt sind noch Baumaschinen zu hören, Reinigungskräfte polieren Böden und Fenster für den Festakt am Abend auf Hochglanz.
Auf der Feier konnte sich unter anderem auch Franz Herzog von Bayern, der seit 1996 Oberhaupt des Hauses Wittelsbach ist, ein Bild davon machen, ob sich die Investitionen in das Schloss gelohnt haben. Diese belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf rund 23 Millionen Euro, wie Baureferent Haupt berichtet.
Für Haupt sei es der „Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn“ gewesen, das Projekt Schlosssanierung begleiten zu dürfen, erzählt er und blickt noch einmal auf die vergangenen Jahre zurück. Anfangs habe es eine unglaubliche Materialvielfalt gegeben, weil das Schloss im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut wurde. Man habe also das Gebäude zunächst entkernt und vom Rohbau ausgehend eine einheitliche Gestaltung geschaffen. Die Kombination aus alt und neu, sei die Grundidee gewesen, ein Renaissance-Schloss mit modernen Elementen.

2020 kommt die Landesausstellung ins Schloss

Diese Grundidee spiegelt sich auch im neu entstandenen Veranstaltungssaal wider. Auflage der Denkmalschutz-Behörde war, das alte Gebälk zu erhalten. Natürlich seien die Balken von manchen Plätzen aus nun im Weg, erläutert Haupt und rät Besuchern, zu künftigen Veranstaltungen im Schloss frühzeitig zu kommen, um nicht am Ende schlechte Plätze zu erwischen. Jazzfrühschoppen, Kabarettabende und viele weitere Veranstaltungen sind bereits geplant. „Bis Ende 2019 läuft nun eine Art Probebetrieb, dann kommt erst einmal die Landesausstellung ins Schloss“, sagt Eichmann. „Diese Unterbrechung ist nicht ideal, aber wir nutzen nun die kommende Zeit, um den Betrieb zu testen und Erfahrungen zu sammeln.“ Im Schloss soll es künftig aber nicht nur kulturelle Veranstaltungen geben, Bürger können Teile des Schlosses auch für private Zwecke mieten. Büschel zufolge gebe es bereits zahlreiche Anfragen für Hochzeiten, Geburtstags- und Jubiläumsfeiern.

Vielfältiges Programm am Eröffnungs-Wochenende

Zunächst können die Bürger sich aber am Wochenende nach der dreijährigen Bauzeit nun erst einmal ein Bild vom neuen Schloss machen. Auf drei Bühnen verteilt im Rittersaal, Großen Saal und im Innenhof finden von 10 bis 22 Uhr abwechslungsreiche Darbietungen statt: Mehr als 30 regionale Gruppen, Vereine, Chöre, Orchester und Kapellen zeigen am Samstag und Sonntag Theaterstücke, Tanzeinlagen, Lesungen, Märchenerzählungen und Musikstücke diverser Stilrichtungen. Friedberger Künstler zeigen ihre Werke in der Remise und Stadtarchivar Matthias Lutz blickt in den beiden Stuckräumen im Obergeschoss auf die Historie des Schlosses zurück. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, kann an einer Führung durch das Schloss teilnehmen.
Das Programm am Wochenende steht ganz unter dem Motto „Ein Fest für Friedberg“. Und Feste hätten im Schloss Tradition, wie Büschel berichtet. Bereits im 16. Jahrhundert habe Christina von Lothringen dort Bankette veranstaltet. „Daran wollen wir anknüpfen“, sagt Büschel. Denn nach der Sanierung stehe nun die nächste große Aufgabe an: Das neue Schloss mit Leben zu füllen.
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