Gitarrenfest und viele Grußworte

Veranstaltungs-Managerin Sonja Weinfurtner freut sich auf das große Eröffnungsfest. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Noch ein Vierteljahr bis zur großen Schloss-Einweihung

Peter Stöbich
Friedberg. Der Countdown läuft für die Eröffnung des umgebauten Wittelsbacher Schlosses, das in einem Vierteljahr mit einem großen Fest eingeweiht werden soll. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses stellte Sonja Weinfurtner das detaillierte Programm vom 5. bis 7. Oktober vor.
Für rund 350 geladene Gäste wird es am Freitag abend einen Empfang im Schlosshof geben, anschließend den offiziellen Teil mit Richard Loibl, dem Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte, als Hauptredner. Daß die zahlreichen Grußworte etwas ermüdend werden könnten, befürchtete Roland Fuchs und schlug vor, ob man nicht vielleicht eine alternative Form der Einweihung finden könne. Das sei nicht so einfach, erwiderte Bürgermeister Eichmann, ohne daß der eine oder andere beleidigt sei - schließlich sind eine Woche später Landtagswahlen.
Für alle Bürger wird es am Samstag und Sonntag, 6./ 7. Oktober, jeweils von 10 bis 22 ein kostenloses Mammutprogramm geben, in das auch der Schlosspark und das beleuchtete Außengelände einbezogen sein sollen. In verschiedenen Räumen treten unter anderem Jugend- und Stadtkapelle Friedberg, Kammerorchester und Künstler, Tanz- und Theatergruppen, Jazzmusiker und Märchenerzähler auf. Mit dabei sind auch viele Schulklassen, die sich mit Ausstellungen, Malwettbewerben, Musik und anderen Aktionen beteiligen wollen.
In den beiden Stuckräumen wird das Stadtarchiv über die Geschichte des Schlosses und seinen jahrelangen Umbau informieren.
In Friedberg bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben. Im Schloss wird eine Blütezeit der Stadtgeschichte wieder lebendig. Die Anlage ist 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet worden, nachdem ein Brand den Vorgängerbau 1541 zerstört hatte. 1568 erwählte es Herzogin Christine von Lothringen zum Witwensitz. Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens in Bayern.
Bis zum Jahresende plant Sonja Weinfurtner dann zahlreiche Veranstaltungen mit einheimischen und überregional bekannten Künstlern und Gruppen; außerdem stehen Lesungen, Kabarettabende und eine große Silvesterparty auf dem Programm. Einhellige Zustimmung fand im Kulturausschuss ein bemerkenswertes Vorhaben des Friedberger Gitarren-Virtuosen Stefan Schmidt. Der international renommierte Lehrer möchte im Juni kommenden Jahres im Schloss ein großes Gitarrenfestival organisieren, bei dem rund 30 seiner Kollegen zu mehrtägigen Workshops zusammenkommen. Rund 70 Nachwuchstalente bekommen die Chance, an den Kursen als Schüler teilzunehmen; so können mit international anerkannten Interpreten Stücke erarbeitet werden. Solche Ideen machten das Gebäude zu einem echten Bürgerschloss, lobten die Ausschussmitglieder Schmidts Vorschlag, der für Friedberg auch eine gute Werbung bedeute.
2019 sieht die Stadtverwaltung gewissermaßen als Testjahr für den Schlossbetrieb, bevor die Bayerische Landesausstellung 2020 kommt. Dafür soll der Salzkarrner Turm saniert und für Besucher geöffnet werden. Ideen für seine Nutzung sind die Schaffung einer Aussichtsplattform mit Blick auf die Lechebene sowie die Bereitstellung von Ausstellungsflächen.
Am 14. Juli wird um 13 Uhr für interessierte Bürger ein Stadtrundgang mit Bürgermeister und City-Manager stattfinden. Ziel ist es, Anregungen und Wünsche zu sammeln, um die Landesausstellung für Bürger und Besucher attraktiver zu machen. Über die konkrete Umsetzung will man dann in Workshops diskutieren.
Marion Brülls (Grüne) erkundigte sich in der Sitzung nach einer groben Kostenschätzung für die viele vorbereitende und künftige Arbeit, bekam aber keine Antwort vom Bürgermeister. Sie könne die Zahlen ja im Ratsinformations-System nachschauen, sagte Eichmann.
Es sei nicht ihre Aufgabe als ehrenamtliche Stadträtin, daß sie sich solche Details erst lange zusammensuchen müsse, erwiderte Brülls. Darauf musste sie sich sagen lassen, sie wolle nur ihr eigenes politisches Süppchen kochen. Brülls stimmte daraufhin als Einzige dagegen, die Planungen für die Landesausstellung voranzutreiben.
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