Grüne Welle für Rettungswagen: Friedberger Einsatzkräfte stellen ihre Route per Knopfdruck grün

Dank der Ampelschaltung hat der Rettungswagen im Einsatz freie Fahrt über die vielbefahrene Kreuzung Friedberger Straße (B 300) / AIC 25. (Foto: Elke Kinner, BRK KV Aichach-Friedberg)

Ein Alarm dringt durch die Rettungsleitstelle des Friedberger Roten Kreuzes, die Besatzung des Rettungswagens macht sich mit Sirene und Blaulicht auf den Weg zum Unfallort. Dabei geht es manchmal um jede Minute - doch die Friedberger Einsatzkräfte müssen über eine oder sogar zwei große Kreuzungen mit hohem Verkehrsaufkommen fahren, und trotz Zeitdruck so sicher wie möglich ans Ziel kommen. Seit vergangenem August hilft ihnen deshalb ein besonderes System zur Ampelschaltung.

Beim Ausrücken aus der Rettungswache müssen die Rettungs- und Notarztwagen über die Kreuzung zwischen Hans-Böller-, Chippenham-Ring und Röntgenstraße, beziehungsweise über die Kreuzung zwischen der Friedberger Straße und der Kreisstraße AIC 25, fahren. Seit August können die Fahrer des Roten Kreuzes nun per Knopfdruck ihre Fahrtroute auf grün stellen, während alle anderen Verkehrsteilnehmer warten müssen. Eine derartige Schaltung habe es auch schon am alten Standort gegeben, berichtet das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in seiner Pressemitteilung, und habe sich dort bewährt.

„Bei rund 60 Notarzt- und Notfalleinsätzen pro Woche, die wir von unserer Rettungswache aus fahren, sparen wir mit der Ampelschaltung wertvolle Zeit ein und unsere Helfer sind schneller und sicherer am Einsatzort“ betont Thomas Winter, Leiter des Rettungsdienstes im BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg. „Es mag für den einzelnen Verkehrsteilnehmer lästig sein, wenn er dadurch mal ein bis zwei Minuten länger an der roten Ampel warten muss. Aber ich bitte hier um Verständnis, denn das System trägt zur Sicherheit aller bei, es gibt weniger Chaos und der Verkehr fließt anschließend wieder geordneter.“

Manche Autofahrer würden sich, aus Angst geblitzt zu werden, nicht trauen, bei Rot in die Kreuzung einzufahren, um dem Rettungswagen Platz zu machen. Diese Bedenken seien laut Winter unbegründet. Denn beim Überfahren der Haltelinie erfolge in der Regel zwar ein Blitzerfoto, doch danach werde auch das Einsatzfahrzeug geblitzt. So werde der Rotlichtverstoß nicht mit einem Bußgeld geahndet, da ersichtlich sei, dass man nur Platz für den Rettungsdienst gemacht hatte.

Auch Dr. Michael Meier, Notarzt in Friedberg und ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, begrüßt die Maßnahme. Mit der Ampelschaltung durch das Rote Kreuz sei ein wichtiges Instrument zur Verkehrssicherheit etabliert worden.

Seit der Installation habe es keinen Unfall mit den Rettungsdienst-Fahrzeugen an diesen Kreuzungen mehr gegeben, berichtet das BRK. (pm)
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