Hochwasserschutz kostet 1,9 Millionen

Genügend Platz für die Wassermassen gibt es jetzt in Bachern. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Rückstaubecken bei Bachern eingeweiht

Peter Stöbich
Friedberg. Knapp neun Jahre nach einem verheerenden Hochwasser müssen die Bürger der Friedberger Ortsteile Bachern, Rohrbach und Rinnenthal jetzt keine Angst mehr vor einer neuerlichen Katastrophe haben: Für 1,9 Millionen Euro wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen realisiert; sie sollen selbst einem Starkregen standhalten, wie er nur alle hundert Jahre erwartet wird, sagte Bürgermeister Roland Eichmann bei der Einweihung.
Der Abend des 26. Mai 2009 wird den Anliegern noch lange in Erinnerung bleiben: Nach einem heftigen Unwetter schwoll der Eisbach zu einem Fluss von 50 Meter Breite an, der die umliegenden Gärten und Häuser überflutete. „Ich hatte schon Jahre, da stand mir das Wasser vier Mal im Keller“, erinnert sich Werner Baur, der sein Leben lang in Bachern wohnt. „Einmal stand es so hoch, dass es durch das Schlüsselloch unserer Tür reinfloss.“ Durch die Tallage des Dorfes läuft bei starkem Regen das Wasser aus einem Umkreis von zehn Quadratkilometern zusammen. Baur ist einer von zwei Anwohnern, die zusätzlich zum Rückstaubecken eine eigene Schutzmauer bekommen haben. „Jetzt kann ich endlich wieder beruhigt schlafen und muss nicht bei jedem Starkregen bangen, dass mein Keller unter Wasser steht“, freut er sich.
Wenige Wochen nach der Überschwemmung 2009 hatte der Bauausschuss des Friedberger Stadtrats bereits den Grundsatzbeschluss für einen besseren Hochwasserschutz gefasst und dem Aichacher Büro Mayr einen Planungsauftrag erteilt. Das erste Konzept sah vier Rückhaltebecken im Süden von Bachern vor, die im Bereich des Eisbachs und der Senke liegen sollten, die sich von Zillenberg herab nach Norden zieht. Eine grobe Kostenschätzung lag bei mehr als drei Millionen Euro.
Tatsächlich entstand zwischen Bachern und Ried ein Rückstaubecken, das 41 000 Kubikmeter Wasser fasst. Zusätzlich wurden zwei Dämme mit einer Gesamtlänge von 300 Metern gebaut. Das Dammvolumen beträgt 12 400 Kubikmeter.
Von den Gesamtkosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro übernimmt die Hälfte der Freistaat. Die "gigantische Investition", so Eichmann bei der Einweihung, komme der ganzen Stadt Friedberg zugute; er dankte allen Grundstückseigentümern und den am Bau Beteiligten dafür, dass sich die Bürger jetzt vor einem Jahrhundert-Hochwasser sicher fühlen können.
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