Inmitten der Kunstgeschichte

Rose Maier Haid lädt zu zwei Ausstellungen in ihre Kunstschule und die Friedberger Stadthalle ein. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Rose Maier Haid bereitet neue Ausstellungen vor

Peter Stöbich
Friedberg. "Es lebe die Phantasie", lautet das Lebensmotto von Rose Maier Haid, die mit ihrer Kunstschule seit 1983 die Friedberger beflügelt. "Akademie für freie Kreativität" steht am Eingang in der Bauernbräustraße. Dort bietet sie nach eigenen Worten "einen geschützten Raum der Ruhe und Konzentration, der es möglich macht, sich auf die Reise zu den inneren Bildern zu begeben".
Zwei große Ausstellungen sollen diese Bilder für alle Friedberger sichtbar machen, die auch ihre eigene Kreativität bei mehreren Kursen erforschen können. "Inmitten der Kunstgeschichte" heißt die erste, die in der Zeit vom 18. März bis 15. April bei freiem Eintritt in der Bauernbräustraße zu sehen sein wird. Dafür haben die Schüler bekannte Gemälde unterschiedlicher Stile studiert und sich selbst ins Bild hineingemalt. Die Werke kann man von Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr bewundern.
Die 38. Friedberger Kunstausstellung in der Stadthalle wird am Sonntag, 25. März, um 11 Uhr eröffnet; die Grafiken und Gemälde, Installationen und Skulpturen sind bis zum 8. April bei freiem Eintritt zu folgenden Zeiten zu sehen: Montag bis Samstag 14 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.
Bei all ihren Aktionen geht und ging es Rose Maier Haid in den vergangenen Jahren darum, "dass sich die Menschen mit sich selbst beschäftigen und Friedberg zur Kunststadt machen". Sie selbst versteht sich als Kunstarbeiterin und hat in und für Friedberg schon eine Menge auf die Beine gestellt und bewirkt, wie Bürgermeister Rioland Eichmann bei der Verleihung des Goldenen Ehrenrings feststellte.
Sie gründete 1984 die Malschule, ist Mitglied der Künstlergruppe Friedberg, Mitbegründerin der Kunstsoziale sowie Initiatorin von „Kann ohne Kanone“, einer Anleitung für Kinder zur Abrüstung im Kinderzimmer, und der Aktion „Menschenskulpturen“. Es gab üble Zeiten, da hatte sie Drohbriefe im ihrem Briefkasten, so groß war der Hass einiger Friedberger auf eine Frau, die es ohne Kunst nicht aushielt und die Stadt etwas schöner und kreativer machen wollte. Als sie es 1992 erstmals wagte, beim Skulpturenpfad Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen, brach sich die Zerstörungswut Bahn, aber sie gab nicht auf.
Um ihre Vision zu verwirklichen, waren eine Menge Fleiß und Beharrlichkeit notwendig. Damit ging sie ihren Weg, als eines von sechs Kindern eines Dorfschulrektors in der württembergischen Provinz.
Der Weg zur Kunst führte über eine Schneiderlehre, die Modebranche und viele Umzüge nach Frankfurt, wo sie ihre erste Malschule eröffnete - um den beiden eigenen und anderen Kindern nahe zu sein. Über den Umweg Augsburg landete sie 1984 in Friedberg.
"Die Mühe war mir nie zuviel", sagte sie einmal zur Eröffnung einer Ausstellung. "Ich kniete auf harten Steinen und fügte dieselben aneinander, vergaß die Ferien, Freizeit und Fortführung meiner eigenen Künstlerlaufbahn. Wichtig und oberstes Gebot war mir diese soziale Plastik."
Nur aus der Kreativität des Menschen heraus können sich Verhältnisse ändern, betont sie. Gerade in schwierigen Zeiten seien Kultur und Kunst besonders wichtig. Ihr Werk wirkt oft spielerisch, mancher nimmt es deshalb nicht ganz ernst. Doch dahinter stehen Anspruch und Qualität. Vor allem möchte sie Menschen dazu bringen, selber kreativ zu werden: „Ich will keine Kunst-Konsumenten.“
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