Kutschenuhren und Urzeitelefanten: Museum im Friedberger Schloss zieht Bilanz nach 100 Tagen

Filigran und diffizil: Die Ausstellung im Schloss zeigt beeindruckende Friedberger Uhrmacherkunst, wie diese Kutschenuhr. Foto: Kristin Deibl

 7262 Besucher in den ersten 100 Tagen - das ist bislang die Bilanz des neu eröffneten Museums im Friedberger Schloss. Museumsleiterin Alice Arnold-Becker und Kulturamtsleiter Frank Büschel haben nun berichtet, wie die Sammlungspräsentation "Glanzvoll" bislang angenommen wird und was in Zukunft im Museum geplant ist.

58 Führungen, davon 18 für Kinder, gab es schon in der Ausstellung. Auch der Shop und das Café kämen gut an, berichtet Arnold-Becker. "400 Eiskaffees und mehr als 1000 Cappuccini haben wir bislang verkauft." Besonders freut sich die Museumsleiterin über die vielen positiven Rückmeldungen im Besucherbuch des Museums. "Ein Schatz für Friedberg", "Ich bin überwältigt", aber auch "Muy bonito, me mucho gusto", ist dort zu lesen. Besucher aus Australien, Brasilien, Botswana, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien, Ungarn, den Niederlanden und den USA seien bereits in die Ausstellung gekommen, viele hätten sich über den Audio-Guide gefreut, den es neben Deutsch in mehreren Fremdsprachen gibt.


Aber auch die Friedberger entdeckten das Museum für sich, sagt Arnold-Becker. "Vor allem entdecken sie die Uhren als etwas Neues, Besonderes." Im Mittelpunkt der Sammlungspräsentation "Glanzvoll" stehen vor allem Fayencen und Uhren, für die Friedberg vom 16. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert weithin bekannt war. Durch verschiedene Mitmachstationen werden die Informationen den Besuchern, vor allem auch den kleinen, anschaulich näher gebracht. "Manchmal müssen wir die Leute noch darauf hinweisen, dass die Kinder die Sachen auch wirklich anfassen dürfen", erzählt Arnold-Becker und lacht.


Neben den normalen Führungen durch die Ausstellung an jedem ersten Sonntag im Monat gibt es immer wieder auch spezielle Rundgänge zu einem ausgewählten Thema. "Geschichte mit Geschmack" heißt etwa ein Format, das an jedem dritten Sonntag im Monat stattfindet. Für 9 Euro bekommen die Besucher eine Themenführung und im Anschluss Kaffee und Kuchen. Am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr dreht sich bei Geschichte mit Geschmack alles rund um "Genuss im 18. Jahrhundert - der Siegeszug von Tee, Kaffee und Kakao". Anmelden können sich Interessierte unter Telefon 0821/600 26 81 oder per E-Mail an museum@friedberg.de.


Ein weiteres Format ist das Friedberger Forum, bei dem bestimmte Objekte beleuchtet werden sollen. Am Mittwoch, 25. September, um 19 Uhr hält Professor Karlheinz Dietz von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg einen Vortrag über einen besonderen Fund. "Roms langer Arm: Ein hoher Vertreter des Fiskus auf einem Grabstein aus Friedberg-Derching", lautet der Titel des Vortrags. Die nächste Folge des Forums soll sich um Urelefanten drehen, verrät Arnold-Becker. Die urzeitlichen Tiere, die es einst in der Gegend tatsächlich gab, sind auch Teil der Ausstellung im Schloss.


Für die Zukunft des Museums gibt es bislang noch keine konkreten Pläne. Das liegt jedoch vor allem daran, dass 2020 erst einmal die Landesausstellung nach Friedberg kommt. "In die Abwicklung werden wir dann auch involviert sein", sagt Arnold-Becker. So müssen die Museumsmitarbeiter dann etwa verlängerte Öffnungszeiten stemmen. Aktuell hat das Museum montags geschlossen. "Das ist momentan eigentlich unser Putztag", erzählt die Museumsleiterin und schmunzelt. Auch wenn die Landesausstellung, die unter dem Motto "Stadt befreit - Wittelsbacher Gründerstädte" unter anderem im Friedberger Schloss stattfindet, mit Aufwand verbunden ist: Die Stadt hofft dennoch, dass sie auch den Bekanntheitsgrad des Museums erhöht, erklärt Frank Büschel. So soll es etwa Kombitickets geben, mit denen die Besucher der Landesausstellung auch die Friedberger Präsentation anschauen können. Ab 2021 will man sich dann wieder konkret Gedanken über das Museum machen. Ein wichtiges Standbein sollen künftig wohl Sonderausstellungen werden, sagt Büschel.


Die Ausstellung im Schlossmuseum ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, zu sehen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4, für Familien 6 Euro. Kinder bis 18 Jahre kommen umsonst ins Museum. 
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