Mehr Gelassenheit im Schulalltag

Heidemarie Brosche schreibt für Kinder, Eltern und Lehrer. Ihre Bücher wie "Die Funkelfeder" sind in mehreren Sprachen erschienen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Auch in den Ferien arbeitet Lehrerin Heidemarie Brosche als Schriftstellerin

Peter Stöbich
Friedberg. Auch in den Osterferien gab es für die Friedberger Autorin und Lehrerin Heidemarie Brosche nicht wirklich eine Verschnaufpause. Zwar unterrichtete sie nicht an der Schillerschule in Augsburg, aber um wichtige neue Projekte fertigzustellen, saß sie regelmäßig vor ihrem Computer. "Gerade habe ich den Vertrag für einen Jugendroman bekommen, der Anfang nächsten Jahres erscheinen soll", sagt sie.
Außerdem wird es den dritten Band einer Buchreihe für Lehrer geben, die sich mit den Themen Flexibilität, Gelassenheit und Wertschätzung im Schulalltag beschäftigt. "Eine weitere humorvolle Reihe ist bereits in Planung", verrät die 63-jährige, die seit ihrem 25. Lebensjahr schon Dutzende von Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verfaßt hat.
Als "Herzensangelegenheit" bezeichnet sie ihr erfolgreiches Ermutigungsbuch "Mein Kind ist genau richtig, wie es ist". Darin ermuntert sie Eltern, das Augenmerk weniger auf vermeintliche Schwächen ihrer Sprößlinge zu richten, sondern deren Stärken zu erkennen und zu fördern. "Es ist mein Appell an die Leser, das Kind mit all seinen Eigenschaften nicht nur zu akzeptieren, sondern zu unterstützen."
Neu erschienen ist auch eine 32-seitige Broschüre, in der Brosche ein sieben Jahre altes Projekt aufgreift und fortführt. 26 Jugendliche der Schiller-Mittelschule hatten sich in dem Buch "Heaven, Hell & Paradise" zu Dingen geäußert, die sie damals berührten oder bedrückten. Mit elf der jungen Autoren hat sich Brosche wieder getroffen und aufgeschrieben, wie es ihnen inzwischen ergangen ist.
Viele ihrer Kinderbücher wie "Die Funkelfeder" sind in mehrere Sprachen übersetzt worden und als Lizenzausgaben unter anderem in dänischer, englischer und ungarischer Sprache erschienen. Das Schreiben bedeutet für sie einen guten Ausgleich zur Arbeit in der Schule; oft sprudeln die besten Ideen für neue Projekte während einer entspannenden Stunde in ihrem Wulfertshauser Garten. „Meine Tätigkeiten als Lehrerin und Autorin befruchten sich gegenseitig“, sagt sie und empfiehlt allen Eltern: „Niemals irgendetwas miesreden, was ein Kind freiwillig liest!“ Ob es ein Comic oder minderwertiger Schund, ob es nicht altersgemäß ist – „solange es nicht wirklich schrecklich ist, würde ich versuchen, mich mit meinen Empfehlungen zurückzunehmen und unterschiedlichen Lesestoff anbieten."
Die meisten ihrer Kinderbücher enthalten eine versteckte Botschaft. Die Trixe-Hixe zum Beispiel bestärkt die jungen Leser darin, keine Angst vorm Leben zu haben. Brosche: „Solche Dinge liegen mir sehr am Herzen und werden durch meine Bücher spürbar: Dass man über sich hinauswachsen kann, dass wahres Heldentum etwas anderes bedeutet als supercool und superstark zu sein.“
Nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt Neuburg heiratete Brosche 1979 und intensivierte während ihres Erziehungsurlaubes das Schreiben, mit dem sie bereits als Grundschülerin begonnen hatte. "Mein erstes Buch hieß "Heiteres Überlebenstraining für Tollpatsche", erzählt sie. 1991 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Universität München zum Thema "Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Hauptschule". Heute ist die Lehrerin aus Friedberg gern gesehener Gast in Rundfunksendungen und Fernseh-Talkshows, sie leitet Workshops für Jugendliche, gibt Seminare, hält Vorträge in ganz Deutschland und schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. An der Schillerschule betreut sie die Mittelschul-Redaktion der Schülerzeitung "Schillyschote".
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