Nach Posse um Politsatire in Friedberg: Jetzt spricht der fiktive Bürgermeister Robert Reichmann

Der fiktive Bürgermeister Robert Reichmann kommt in dem Video, dem Qual-der-Wahl-Wahlwerbespot, hinter Gitter. Foto: Screenshot Youtube

Der Regisseur und Drehbuchautor Tobias Hilgers hat für seine Politsatire "Die Qual der Wahl" einen Aufführungsort gefunden. Zu sehen ist das Stück um den Bürgermeister Robert Reichmann im Königsbrunner Matrix, Alter Postweg 2.

Die Theatergruppe um Tobias Hilgers wollte die Politsatire ursprünglich in der Mensa der Mittelschule in Friedberg aufführen. Allerdings wurde daraus nichts. Die Volkshochschule Aichach-Friedberg fand das Stück zu politisch und machte einen Rückzieher, weshalb die Mensa als Veranstaltungsort nicht mehr in Frage kam.

Hilgers traf sich auch mit dem Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann, der den Text lesen wollte. Zur Erinnerung: Bürgermeister Eichmann hatte im Jahr 2015 ein Feng-Shui-Gutachten für den Schlossumbau in Auftrag gegeben, genauso wie der fiktive Bürgermeister Reichmann in dem Theaterstück. Hilgers wollte den Text aber nicht lesen und kommentieren lassen und berief sich auf die Kunstfreiheit.


Dieser Inhalt wird von Youtube eingebettet. Sobald Sie den Inhalt laden, werden Daten zwischen Ihrem Browser und Youtube ausgetauscht. Dabei gelten die Datenschutzbestimmungen von Youtube.



Um die Freiheit der Kunst geht es auch in einem Video, das Hilgers nun auf Youtube veröffentlicht hat. Zu sehen ist Robert Reichmann - gespielt von Hilgers - in einem Wahlwerbespot. "Wählen Sie mich wieder, denn Veränderungen bringen nur Probleme", erklärt er. Dann spricht er über ein Thema, das ihm ganz besonders am Herzen liege: die liebe Kunst und ihre Freiheit.

Denn: "Wenn wir die Freiheit der Kunst verlieren, verlieren wir alles." Während er das alles erörtert, wird er geknebelt und gefesselt und abgeführt. Zuletzt steht Reichmann in einer Gefängniszelle und rüttelt an den Gitterstäben, während ein Mann, Reichmanns Pressesprecher, ihn entschuldigt und eine Mitteilung ausrichtet: "Veränderungen bringen nur Probleme."

"Er darf sich nicht weiter äußern, auch nicht über die Kunstfreiheit", erläutert Hilgers das Video. Das Wort werde Reichmann verboten - so wie quasi im echten Leben. Das Video sei Werbung für das Stück "Die Qual der Wahl", aber auch eine Reaktion auf das Medienecho und ein Plädoyer für die Kunstfreiheit.

Übrigens hat Hilgers das Stück um einige Szenen erweitert. So erfährt Reichmann, dass es ein Theaterstück gibt, in dem es um ihn gehen soll - dass diese Satire zur Aufführung kommt, möchte Reichmann verhindern.

Das Theaterstück "Die Qual der Wahl" ist zu sehen am Freitag, 19. Oktober, um 19 Uhr, am Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr, und am Sonntag, 21. Oktober, um 18 Uhr in der Jugendfreizeitstätte Matrix, Alter Postweg 2, in Königsbrunn. Interessierte können Karten reservieren per E-Mail Wahl@dieMatrix.org.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.