Poller für die Sicherheit

Sonja Weinfurtner plant bereits Veranstaltungen für 2019. Foto Stöbich
Friedberg: Friedberg | Im Schloss darf bald wieder gefeiert werden

Peter Stöbich
Friedberg. Obwohl die Eröffnung des Friedberger Schlosses erst Anfang Oktober stattfinden wird, ist Sonja Weinfurtner ihrer Zeit weit voraus und gedanklich schon im Sommer 2019. Denn die Veranstaltungs-Managerin muß sowohl die langfristigen Termine von Agenturen, Bands und Künstlern als auch private Anfragen für Hochzeiten, Firmen- und Geburtstagsfeiern unter einen Hut bringen. Nicht gerade einfacher wird ihre Planung durch Auflagen und Einschränkungen, die der Vergleich zwischen der Stadt Friedberg und einem Schloss-Nachbarn beinhaltet.
"Wir wollen möglichst für jeden Geschmack etwas bieten und den Begriff Bürgerschloss mit Leben füllen", sagt Weinfurtner. Zur Wiedereröffnung des 22 Millionen-Projekts am ersten Oktober-Wochenende ist Samstag und Sonntag ein kostenloses Nonstop-Programm geplant, in das auch der Schlosspark mit einbezogen werden soll. Auch Menschen mit Behinderung sollen das Gebäude erleben können; geplant sind spezielle Führungen beim Tag der offenen Tür.
Nach der Eröffnungsfeier kommt gleich eine Friedberger Band zum Zug: Am 14. Oktober lädt Kathrin Feige mit ihrem Quartett zum Jazz-Brunch ins Schloss ein. Die gelernte Augenoptikerin ist durch zahlreiche Auftritte in der Region bekannt und überzeugt durch ihre Ausdruckskraft und filigrane Interpretation der Jazz-Standards. Auch die "Men in blech" sind im Augsburger Raum keine Unbekannten und werden am 28. Oktober auftreten.
Am 9. November wird der Jazz-Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid ein Gastspiel geben und am 17. November gibt es Comedy mit dem Oberpfälzer Autor und Kabarettisten Toni Lauerer. "Ein erster Höhepunkt im Schloss wird unsere große Silvesterparty mit Band und Buffet sein", kündigt Weinfurtner an; sie hat auch schon viele Ideen fürs neue Jahr, von Ausstellungen über Lesungen bis zur Hochzeitsmesse. Außerdem gibt es bereits zahlreiche Anfragen und Buchungen für private Veranstaltungen.
Durch den künftigen Besucherverkehr befürchten die Anwohner der östlichen Burgwallstraße und des Leitenwegs Probleme, die bei einem Treffen in der Mensa zwei Stunden lang teils sehr kontrovers diskutiert wurden. Anstelle der vorgesehenen Poller wünschen sich etliche Bürger Personal, das flexibel reagieren kann. "Das ist aber auch Dauer nicht leistbar", stellte Bürgermeister Roland Eichmann in der jüngsten Stadtratssitzung fest.
Die Ratsmitglieder beschlossen, daß es bei der bisherigen Einbahnregelung in der Schloßstraße bleibt; die Anlieger hatten sich gegen eine Änderung ausgesprochen. Außerdem wird es im Tal keine Poller geben, die bei Verstaltungen im Schloß automatisch hochfahren. sondern nur an der Burgwall- und Schloßstraße. Die Anwohner bekommen Fernbedienungen, auch sonstige Berechtigte wie Caterer, Winterdienst, Schwerbehinderte oder Rettungsfahrzeuge erhalten freien Zugang zu rund 50 Grundstücken.
Bei städtischen Großveranstaltungen wie dem Friedberger Advent oder dem Altstadtfest, wenn das Tal normalerweise offen ist und gleichzeitig die Poller in der Burgwallstraße wegen einer Schloßveranstaltung oben sein müssten, drohen Verkehrskonflikte; die Stadtverwaltung sucht hier noch nach einer Lösung.
Das Schloss ist gewissermaßen die Keimzelle Friedbergs. Dort bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben. Im Schloss wird eine Blütezeit der Stadtgeschichte wieder lebendig. Die Anlage ist 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet worden, nachdem ein Brand den Vorgängerbau 1541 zerstört hatte. 1568 erwählte es Herzogin Christine von Lothringen zum Witwensitz.
Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens in Bayern. Die romanische Grundanlage entstand 1257. Ursprünglich umzogen die Burg zwei Mauerringe mit Wehrgängen, Zinnen und Schießscharten. Im Inneren befand sich eine Wehrmauer mit drei Türmen. Vom oberen Ring führte ein Steilhang zum unteren Mauergürtel mit einem verdeckten Abstieg an der Westseite.
Der äußere Ring war umgeben von zwei starken Rundtürmen. Im nördlichen Turm befand sich das Verlies, im Volksmund "Köpfhäusl" genannt. Im Westen zur Lechebene hin wurde der Steilhang in einem Winkel von 50 Grad abgetragen. Im Norden, Osten und Süden wurde um das Schloss ein zehn Meter tiefer Graben ausgehoben, von dem noch gut sichtbare Reste vorhanden sind.
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