Selbstbedienung beim Margeritenball: Wieder Catering-Ärger in Friedberg

Der Margeritenball war heuer gut besucht - bedient wurden die Gäste nicht immer.
 
Die Garde "Lach Moro" trat um Mitternacht auf. Fotos: Valterio D'Arcangelo

Friedberg - Weiterhin hat Friedberg kein Glück mit seinen Galaveranstaltungen: Nachdem bereits die Besucher des diesjährigen Silvesterballs der Stadt im Wittelsbacher Schloss wenig Gutes über das Catering zu sagen hatten, gab es nun beim Galaball der Margerite erneut Probleme mit der Bewirtung - nicht nur zur Enttäuschung der Gäste, sondern auch der Organisatoren vom Kreisverband Aichach-Friedberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Über 560 Eintrittskarten für den Wohltätigkeitsball hatte das BRK in diesem Jahr verkauft, damit war der Saal voller als in den vergangenen Jahren. Für die Verpflegung der Feiernden sollte das Restaurant Angus Club als Caterer sorgen. Doch gegen 20 Uhr verschwand plötzlich ein Teil der Bedienungen - auch zur Überraschung des Gastronomen Edris Zazai. Laut ihm war es zu einem Streit zwischen dem Personal gekommen, woraufhin einige Bedienungen die Veranstaltung verlassen hatten. "Es war nicht mehr möglich ein Getränk, geschweige denn etwas zu Essen zu bekommen", erzählt ein Gast. Viele hätten sich an der Getränke- und Essensausgabe angestellt, es bildeten sich Schlangen - die anfänglich gute Stimmung sei gekippt.

Organisatorin Martina Vogel und Geschäftsführer Robert Erdin zeigten sich zutiefst enttäuscht von den Problemen des Caterers, die Gäste angemessen zu bedienen. Sie organisierten freiwillige Helfer des BRK, die spontan für die fehlenden Bedienungen einsprangen, schließlich kamen auch die Wirte Peter Kreisi aus Friedberg und Susanne Wernberger vom Goldenen Stern in die Max-Kreitmayr-Halle, um bei der Bewirtung zu helfen. Mit aller Kraft und großem Zusammenhalt wurde so der Service langsam wieder auf die Beine gestellt.

"Wenn viele Menschen zusammenhelfen"

Das begeisterte dann auch die Gäste. "Es ist toll und schön, mit anzusehen, wie es ist, wenn viele Menschen zusammenhelfen und durch einen Hilferuf ihre eigenen Sachen stehen und liegen lassen", sagt ein Gast im Rückblick auf den Ball. Das sei "Teamwork pur", und darum sei der Abend auch trotz der Schwierigkeiten gelungen. Die Band "Tom Lorenz" begleitete den Ball, zwei Showtanz-Einlagen der Rope-Skipper des TSV Friedberg mit leuchtenden Springseilen und der Gruppe "Euphoria" des TSC Easy Dance aus Klosterlechfeld sorgten für Abwechslung. Ein Höhepunkt des Abends war schließlich ein Auftritt der Faschingsgarde "Lach Moro" aus Mering, die um Mitternacht in aufwendigen Kostümen tanzte. Die gute Stimmung war wieder bei den Gästen angekommen, und so war auch die Tanzfläche bis in die Nacht gut gefüllt.

Obwohl der Ball noch ein gutes Ende nahm, werde der Catering-Zwischenfall nicht ohne Folgen bleiben, kündigte Bürgermeister Roland Eichmann, der ebenfalls unter den Gästen war, bereits am selben Abend an. Auch er sei sehr enttäuscht von den Problemen auf der Wohltätigkeitsveranstaltung gewesen und wolle nun intern nach einer Lösung suchen, im Gespräch mit der Brauerei Kühbach, die momentan Hauptpächter der Max-Kreitmayr-Halle ist. Im Pachtvertrag mit den Stadtwerken Friedberg ist bisher festgelegt, dass Edris Zazai, wiederum verpflichtet von der Brauerei Kühbach, das alleinige Bewirtungsrecht in der Halle hat. Das müsse flexibler werden.

Auch für den Gastronom dürfte der Abend nicht einfach gewesen sein: Edris Zazai kam nach dem Ende des Balls auf alle Verantwortlichen zu, um sich persönlich zu entschuldigen. (lat)
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