Stadt erwartet 150.000 Festgäste

Die Cordonisten in historischen Uniformen sorgen beim Fest für die Sicherheit. Foto: Stöbich
 
Die Badstube bietet im Festtrubel eine willkommene Erfrischung. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Vorbereitung für die Friedberger Zeit läuft auf Hochtouren

Peter Stöbich
Friedberg. Alle Hände voll zu tun haben Veranstaltungsleiter Frank Büschel und sein Team, damit beim historischen Altstadtfest vom 12. bis 21. Juli alles klappen wird. Im städtischen Kulturausschuss gab er einen Überblick, was alles geplant ist. Außer um das zehntägige Programm geht es für die Organisatoren auch um Behindertenparkplätze und Zufahrten, Gebühren, Taxistandorte sowie die Sicherheit von rund 150.000 erwarteten Besuchern.
War vor drei Jahren das zehnte Fest Anlass zu feiern, gibt es auch dieses Mal wieder ein Jubiläum: Das erste Altstadtfest fand 1989 statt; somit ist heuer der 30. Geburtstag angesagt. Das Besondere an der Friedberger Zeit ist laut Büschel: „Gesellschaft, Politik und Verwaltung ziehen an einem Strang.“ Das stärke das Wir-Gefühl zwischen Kernstadt und Ortsteilen, weil viele teilnehmende Handwerker auch aus den Stadtteilen stammen.
Anders als noch vor drei Jahren steht heuer auch das Wittelsbacher Schloss wieder als Schauplatz für Musik und Schultheater zur Verfügung. Auch die Partnerstädte haben sich laut Büschel bereits angekündigt. Gruppen aus Völs, Bressuire und Chippenham werden nach Friedberg kommen. Schon seit vergangenem Herbst ist die Stoffstube an der Stadtmauer geöffnet und das Verwaltungsgebäude am Marienplatz 5 hat im Erdgeschoss mit dem Altstadtfestbüro eine feste Anlaufstelle für alle Bürger und Mitwirkenden.
Die Werbemaßnahmen in der Region auf der Augsburger Frühjahrsausstellung sind angelaufen, ein Flyer zum Fest ist erhältlich und wird bereits über das touristische Verteilersystem und im Stadtgebiet ausgegeben. Mitte Juni beginnt der Aufbau in den Seitenstraßen. Eine Woche vor dem Start wird dann die Ludwigstraße gesperrt. Wegen der Friedberger Zeit wird es dieses Jahr im Juni keine Bergbühne für Theater und Musik geben, denn die Altstadt soll nicht noch stärker belastet werden. Die Fete de la Musique findet allerdings wie gewohnt statt. Das Volksfest startet erst am 9. August und das Südufer-Festival am See fällt ganz aus.
"Die zentralen Aufbau- und Standpläne sind weitgehend abgeschlossen und mit den Sicherheitsgremien abgestimmt", sagte Büschel im Ausschuss. Im Bereich des ÖPNV sollen für die Zubringerbusse weitere Verbesserungen geschaffen werden. Als erfreulich bezeichnete er es, dass es vielen Gruppierungen und Handwerkern gelungen sei, eine jüngere Generation an Aufgaben und Verantwortung für das Altstadtfest heranzuführen und zu interessieren. Der Aufbau beginnt Mitte Juni in den Seitenstraßen. Am Freitag, 5. Juli, wird die Ludwigstraße gesperrt. Der letzte Wochenmarkt wird am 21. Juni stattfinden, dann ist erst am 26. Juli wieder Markt auf dem Marienplatz. Ähnlich wie beim Friedberger Advent in den vergangenen beiden Jahren überlegen die Verantwortlichen, neuralgische Punkte mit Pollern zu schützen. Beim Weihnachtsmarkt sind die Poller vor der Stadtpfarrkirche an der Ludwigstraße installiert; außerdem werden schwere Barrieren unter anderem am oberen Ende der Bahnhofstraße angebracht.
Die spanische Theatergruppe Cia La Tal mit ihrem Uhrentheater war ein Höhepunkt des Altstadtfestes 2016 und wird heuer wieder am Eisenberg auftreten. Dieser soll außerdem Veranstaltungsort für die Tuchakrobaten und die Feuershow des TSV Friedberg werden, so Büschel, und zwar aus Sicherheitsgründen. Der Andrang sei am Berg sehr groß gewesen und es gebe dort nur einen Fluchtweg; das sei zu gefährlich.
Wegen der Terrorgefahr werden dieses Jahr an den neuralgischen Stellen schwere Sperren aufgebaut. Auch über ein Pollersystem denkt man bei der Stadtverwaltung nach. Rund 150 Zöllner werden im Juli die Zugänge zur Festzone kontrollieren. Wie schon 2016 soll es wieder eine Staffelung des Eintrittspreises von fünf Euro für einen Tag und eines Tonsiegels für zehn Euro für zwei oder mehr Tage geben.
Vorbild für das grosse Altstadtfest ist die Epoche zwischen 1680 bis 1790. Damals hatte Friedberg seine Hochphase als Uhrmacherstadt mit bis zu 50 Handwerkern in aus diesem Bereich. Während des Festes schlüpfen viele Friedberger in Gewänder, wie sie die Bürger ihrer Heimatstadt im 18. Jahrhundert getragen haben. "Um die Besonderheit dieser zehn Tage zu wahren, ist die Historientreue sämtlicher Aktivitäten, Stände, Gewänder, Waren, Speisen und Werbemaßnahmen unabdingbar", betont Büschel. Handwerker und Künstler tragen zur Lebendigkeit der Veranstaltung bei, indem sie ihre Kunst nach historischen Vorbildern vorführen, Wirte bieten Getränke und Speisen der kurbayerischen Küche an, und Bäcker verkaufen Backwaren der damaligen Zeit.
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