Südufer-Festival macht 2019 Pause - Nach hohem Defizit kontroverse Debatte im Stadtrat

Festival am Friedberger See: 1600 Besucher kamen 2018 am ersten Veranstaltungstag. (Foto: Valterio D'Arcangelo)
Friedberg: Friedberg |

Über die Zukunft des Südufer-Jugendfestivals gab es in der jüngsten Sitzung des Friedberger Stadtrats eine kontroverse Diskussion. Wegen der verregneten Party im vergangenen Sommer beläuft sich das Defizit auf rund 100.000 Euro. Das ist aber nicht der Grund, warum die Veranstaltung 2019 ausfällt: Es gibt für ein Festival schlicht keinen passenden Termin mehr zwischen Altstadt- und Volksfest, dem beliebten Reggae in Wulf und dem Friedberger Halbmarathon; damit sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und der Kulturabteilung ohnehin stark belastet.

In der Diskussion plädierte Johannes Hatzold (Freie Wähler) dafür, sich nach Sponsoren umzusehen, um den hohen Fehlbetrag zu senken. Allerdings hielt er ein Jahr Pause nicht für sinnvoll und prophezeite "Das ist der Tod auf Raten für das Festival!" Dagegen gaben andere Ratsmitglieder der Veranstaltung durchaus noch eine Chance, sofern einige Veränderungen realisiert würden.
So forderte Thomas Kleist (CSU), künftig die beiden Jugendpfleger mit einzubinden und rechtzeitig ein Konzept zu erarbeiten, um nicht wieder unter Zeitdruck zu geraten. Claudia Eser-Schuberth (Gründe) wollte erst ein konkreters Konzept sehen, bevor erneut Geld für die Südufer-Party freigegeben würde. Bereits im Kulturausschuss hatte es eine lebhafte Diskussion über die zweitägige Veranstaltung gegeben, die nach 2017 heuer zum zweiten Mal stattfand.
Man habe wegen des schlechten Wetters ein Einnahmenproblem gehabt, sagte Kulturamtsleiter Frank Büschel im Stadtrat; es gebe noch Einsparpotenzial. 18 Bands und Discjockeys waren heuer beteiligt, es gab Stände und einen Kreativmarkt. Franz Reißner warf die Frage auf, ob der Friedberger Baggersee der richtige Standort für eine solche Party sei, weil es Interessenskonflikte mit den Badegästen gebe.
Fraktionsübergreifend forderten die Ratsmitglieder für 2020 deutliche Veränderungen. Unter anderem sollen Jugendliche stärker in die Vorbereitung und Organisation mit eingebunden werden; außerdem müsse das Konzept überdacht und das Defizit veringert werden. Jugendrat und -club haben bereits ihr Interesse signalisiert, dass sie sich inhaltlich und organisatorisch einbringen wollen.
Schon vergangenen Sommer war ein Team von 70 freiwilligen Helfern im Einsatz gewesen. Frank Büschel ist es wichtig, wie er sagte, das Team weiterhin zu motivieren und das Südufer-Festival über die Stadtgrenzen hinaus als Marke zu etablieren. Für seine Durchführung in zwei Jahren sind bereits Mittel im Doppelhaushalt 2019/20 festgesetzt.
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