Wissentanken in Friedberg: Warum es keinen Grund zum Jammern gibt

 
Experte und Autor Dani Nieth war zu Gast in Friedberg. Fotos: Laura Türk

Friedberg - Eigentlich jammert doch jeder, hin und wieder zumindest: Über das Wetter (es ist ja auch fast immer zu kalt oder zu warm), über Pech im Spiel (es gewinnt doch wirklich immer dieselbe Person), oder über den Stau, der scheinbar kein Ende nimmt. Dass der Jammerer dabei eigentlich nur sich selbst und seinem Umfeld schadet, das weiß der Schweizer Dani Nieth ganz genau - und inspirierte mit seinem Vortrag am Montagabend im Golden Amber auch sein Publikum zu einem Leben ohne Jammern.

Dass er noch immer dann und wann jammert, das gibt sogar Dani Nieth zu, der ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat: "Jammern gefährdet Ihre Gesundheit: Das 7-Tage-Entwöhnungsprogramm". Doch es werde immer weniger. Nach sieben Tagen gar nicht mehr zu jammern, das werde also wohl kaum jemand schaffen - doch jede Entscheidung gegen das Jammern und für eine positivere Sichtweise sei ein kleiner Sieg. Denn: Es gibt viele gute Gründe, warum Jammern sich nicht lohnt. Wie Dani Nieth es geschafft hat, sich das Jammern abzugewöhnen, gab er seinen Zuhörern nun im Rahmen der Seminarreihe Wissentanken weiter, die die StadtZeitung gemeinsam mit der Veranstaltungsagentur Sprecherhaus veranstaltet.

"Stellen Sie sich mal vor den Spiegel und jammern Sie sich voll", schlug er etwa vor. "Und dann überlegen Sie sich, ob Sie diese Person sein wollen." Dabei merke man oft sehr schnell, wie lächerlich man sich verhält. Schließlich hätte jeder der Zuhörer zu Essen, zu Trinken, und ein Dach über dem Kopf.

"Lösungen will jemand, der jammert, nicht"

Einen sinnvollen Grund für das Jammern gäbe es also eigentlich so gut wie nie. Schonungslos, doch mit viel Humor, räumte Dani Nieth deshalb mit allen Ausreden für das Jammern auf. Denn meistens sei es sehr einfach, dem "Jammerlappen" mit Argumenten und Lösungen entgegenzutreten. "Denn gerade Lösungen will jemand, der jammert, gar nicht", erklärte Nieth. "Wenn jemand sich über Steuern beschwert, sage ich: ,Dann zahl halt keine mehr.'" Natürlich müsse man dann mit den Konsequenzen leben. Am Ende entschieden sich die meisten doch aus Angst oder Bequemlichkeit für das Zahlen der Steuern. "Und wir wissen ja eigentlich auch alle, warum wir Steuern zahlen".

Das Jammern sei also eigentlich nur ein Weg, immer weiter ins Negative zu verfallen. "Sie haben zu allen Verlusten auch Gewinne", fasste Dani Nieth am Ende des Abends zusammen. Wenn jemandem gekündigt werde, dann sei doch vielleicht der erste freie Montag nach der Kündigung gar nicht so schlecht. Sich mehr auf die positiven Aspekte jeder Situation und die eigene Verwendung der Sprache zu konzentrieren, und einfach mal zu lächeln - das seien einige der ersten Schritte, auf die man sich immer wieder besinnen könne.

Mit seinem Vortrag "Jammern macht krank - Sie und Ihr Umfeld!" war Dani Nieth der dritte Referent der achtteiligen Seminarreihe Wissentanken. Noch in diesem Jahr geht es weiter mit Ex-Geheimagent und Bestsellerautor Leo Martin, der im Vortrag "Geheimwaffe Vertrauen" am 17. Dezember über die Kunst, Menschen an sich zu binden, referiert. Wie er als Agent wildfremde Menschen dazu brachte, ihm zu vertrauten und Insiderwissen zu verraten, gibt der studierte Kriminalwissenschaftler dann zum ersten Mal preis.

Karten für den Vortrag von Leo Martin und alle weiteren Vortragsabende gibt es telefonisch unter 02561/69 56 51 70 oder per Email an info@sprecherhaus.de, weitere Informationen zu der Seminarreihe unter www.sprecherhaus.de.

Besucher des Vortrags von Dani Nieth, die die Unterlagen zum Vortrag haben möchten, schreiben bitte eine Email an service@stadtzeitung.de mit dem Betreff "Wissentanken".
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