20 Millionen Euro für die Friedberger Frühlingstraße

So soll die Frühlingstraße umgestaltet werden. Grafik: Rockelmann
 
Blick in die Frühlingstraße: So wird es bald nicht mehr aussehen, denn acht der 13 Häuser aus dem Eigentum der Baugenossenschaft Friedberg werden abgerissen und ersetzt. Foto: Alfred Haas

Großes hat die Baugenossenschaft Friedberg mit der Frühlingstraße vor. Nach 100 Jahren ist das Quartier in die Jahre gekommen und braucht dringend eine Auffrischung. Für acht Häuser von den 13, die der Genossenschaft gehören, gibt es aus wirtschaftlichen Gründen keine Rettung mehr. Auf sie wartet schon die Abrissbirne. In vier Bauabschnitten sollen sie Schritt für Schritt für rund 20 Millionen Euro bis 2026 neugebaut werden.

Wenn alles fertig ist, entsteht in der Frühlingstraße ein "Klein Bogenhausen, da steckt sehr viel Eleganz drin", sagte gestern Vorstand Günther Riebel bei der Vorstellung des Projekts. Für die Mieter der 40 Wohneinheiten ist offenbar gesorgt. "Wir finden für alle eine Einzellösung", versprach Vorstandkollegin Beate Kaul.

Eines sei aber auch klar, machte Vorstandsvorsitzender und Bürgermeister Roland Eichmann deutlich. "Den Mietpreis in der Frühlingstraße wird es danach nicht mehr geben". Die Preise würden einen deutlichen Sprung nach oben machen. Von jetzt 4,50 Euro auf etwa 8,60 Euro je Quadratmeter war die Rede. Mit dem Projekt beauftragt wurde, nach internen Diskussionen, wieder Stammarchitekt Wolfgang Rockelmann. "Das war kein Automatismus", betonte der Vorstandsvorsitzende. "Nachdem was er uns bisher vorgelegt hat, war es die richtige Entscheidung", lobte Eichmann.

Nach vielen Voruntersuchungen hat Architekt Rockelmann ein ganzes Füllhorn von Ideen entwickelt. Die drei im Süden, zwischen Frühlingstraße und Bahndamm zu ersetzenden Häuser werden als nahezu quadratische Haustypen mit drei Regel-Vollgeschossen und einem flachgeneigten Zeltdach geplant. Gedacht ist an Wohnungen mit unterschiedlicher Größe und variabler Zimmerzahl. "Ob für Senioren oder Singles, es ist für alle etwas dabei." Nördlich der Frühlingstraße schlägt der Architekt ein viertes zusätzliches Vollgeschoss vor. Dafür soll auf den Bau eines fünften Hauses verzichtet werden. Das schaffe mehr Wohnraum und mehr Luft zwischen den Häusern. Außerdem sei es kostengünstiger, "weil wir uns einen Keller und ein Fundament sparen". Und weil ein Aufzug weniger gebraucht wird, senke das zudem die Nebenkosten für die Mieter. Allerdings benötige man für dieses Bauvorhaben eine Befreiung vom Bebauungsplan, der seit 2003 besteht und ohnehin nicht mehr auf Höhe der Zeit sei. Bei dieser Variante entstehen 108 neue Wohneinheiten auf 6900 Quadratmetern Wohnfläche. Gebe es keine Befreiung vom Bebauungsplan, müsse sich die Baugenossenschaft mit 96 Wohnungen zufriedengeben. Der Bedarf ist groß. "Es gibt bereits 500 Vormerkungen", teilte Riebel mit. Die vier Häuser, sogenannte Beamtenhäuser, eines davon ist ein Doppelhaus, die von der Abrissbirne verschont bleiben, wurden schon energetisch saniert oder werden es noch. "Der Zustand passt", erklärte Riebel.

Im Zuge der Neubauten wird auch die Frühlingstraße selbst nicht so bleiben, wie sie ist, sondern neugestaltet. Was alles machbar ist, führte Landschaftsarchitekt Manfred Schachenmayr vom Aichacher Architektenbüro Brugger vor Augen. "Es soll ein grünes Quartier werden." Und der genossenschaftliche Gedanke soll in Natur eingebettet weiterleben können, um vor einer Vereinsamung zu schützen. "In der Frühlingstraße blühen wieder die Bäume", meinte der Landschaftsplaner.

20 Millionen Euro muss freilich auch die Baugenossenschaft stemmen können. Das gesamte Vorhaben muss finanziert werden. Als Sicherheit dient das große Areal in bester Lage mit rund 15 000 Quadratmetern. "Das ist sozusagen unser Sparstrumpf", hob Günther Riebel hervor.

Wenn alles planmäßig vorangeht, kommen im nächsten Jahr die Bagger in die Frühlingstraße. 

Von Alfred Haas
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