Die SPD macht mobil

  Friedberg: Angus Club |

Friedberger Sozialdemokraten diskutieren die Mobilitätskonzepte von morgen.

„Friedberger Mobilität erleben“, lautete das Motto unter dem der SPD Ortsverein zu seiner Veranstaltung „Stadt – Land – Bus“ einlud. Das „Erleben“ durften die Besucherinnen und Besucher dabei ganz wörtlich nehmen. An der eigens mit SPD-Würfeln dekorierten Bushaltestelle „Stadthalle“ wartete auf die ca. 40 Teilnehmer bereits ein „Null-Emissions-Bus“ der Stadtwerke Augsburg, um den ersten Teil der Veranstaltung zu bestreiten: Eine Bustour zu den Friedberger Mobilitätshotspots.

„Mobilität geht uns alle an, Mobilität ist dynamisch, zukunftsträchtig und im Wandel“, leitete Dominik Lichtenstern, stellvertretender Vorsitzender der SPD Friedberg, seine Begrüßung in der „ganz besonderen Lokalität“ ein. Als Reiseleiter fungierte Bürgermeister Roland Eichmann, der wertvolle Zwischeninformationen zu Planungen und Sachstand bei verschiedenen Stadtplanungs- und Mobilitätsthemen zum Besten gab.

Den ersten Halt am Friedberger Bahnhof widmete Reiner Teuber seiner Konzeptvorstellung des „Fahrradfreundlichen Friedbergs“, das unter anderem eine Verdoppelung der Abstellmöglichkeiten durch Doppelstockparker vorsieht. Eine solche Vorrichtung war bereits im vergangenen Jahr mit großem Erfolg getestet worden.

Den Steirer Berg hinab ging es weiter zum P+R West, dem Endhaltepunkt der Straßenbahnlinie 6. Hier stellte Tamara Greber den Wunsch des Ortsvereins nach „Car- und Bike-Sharing“-Plätzen heraus, die einen nahtlosen Übergangsverkehr von der Straßenbahn in die Friedberger Innenstadt gewährleisten könnten.

Die Planungen für das Industriegebiet in Derching, den „Friedberg-Park an der A8“, legte Jonas Lang dar. Neben einem bereits in der Gestaltung befindlichen Pendlerparkplatz wünscht sich die SPD für Derching vor allem eine Schnellbuslinie, die einen zügigen Anschluss nach Augsburg möglich machen soll.

Abschließend machten die Friedberger Sozialdemokraten mit ihren Gästen am Volksfestplatz Halt. Hier entwarf Daniel Lichtenstern die Vision einer verlängerten Straßenbahnlinie 6, die das Friedberger Zentrum erschließen und am Volksfestplatz mit einer Wendeschleife samt Busbahnhof und neuem P+R Platz für ca. 500 Fahrzeuge, ihren Abschluss finden könnte.

An die Eindrücke der Bustour anknüpfend hatten die Besucherinnen und Besucher im vollbesetzten Nebenzimmer des Angus Club beim zweiten Teil der Veranstaltung Gelegenheit zur Diskussion. Moderatorin Stefanie Lang vom SPD Ortsverein durfte hierzu mit Prof. Manfred Schnell (Mobilitätsberater der Stadt Friedberg), Jürgen Biedermann (Bereichsleiter Multimobilität der Stadtwerke Augsburg), Martin Wohlauer (Vorstandsmitglied des ADFC) und Bernd Wagner (Abteilungsleiter für Steuerung und Planung beim AVV) vier ausgewiesene Experten für Mobilitätsfragen begrüßen.

Von den neuen Buslinien, die ab Dezember das Stadtgebiet neu vernetzen über die Anbindung der Ortsteile und den Ausbau der Kapazitäten im ÖPNV führte die Diskussion hin zur Notwendigkeit eines Bewusstseinswandels auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Lob für Friedberg und die Stadtverwaltung gab es dabei hinsichtlich der Fahrradfreundlichkeit. ADFC-Vorstand Wohlauer attestierte einen deutlichen Vorsprung gegenüber anderen Kommunen und eine Offenheit für neue Ideen, die „nicht selbstverständlich“ sei.

Begeisterung für das Thema „E-Mobilität“ weckte Jürgen Biedermann von den SWA, der nicht nur selbst mit einem elektrisierten Roller zur Veranstaltung kam, sondern sich auch überzeugt zeigte, dass die „E-Scooter“ schon bald das Stadtbild prägen werden, da sie eine vergleichsweise günstige Alternative zu „E-Bikes“ bieten. Dass die „E-Mobility“ in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen wird, ist sich auch Prof. Manfred Schnell sicher. Er unterstreicht dabei auch den sozialen Gedanken, der beispielsweise hinter dem „Car-Sharing-Konzept“ steckt: „Die Kosten für den Einzelnen werden bei einem geteilten Fahrzeug verschwindend gering. Gerade die ´kleinen Leute‘, die sich ansonsten kein Automobil leisten könnten, werden so profitieren.“
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