Faire Lösung für Friedberg-Süd

Friedberg: Friedberg | Stadt denkt über eigenes Baulandmodell nach

Peter Stöbich
Friedberg. Die Entwicklung von Bauland in Friedberg-Süd will die Stadt in den kommenden Jahren vorantreiben. Dazu gab es in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zwar keine Beschlüsse, aber eine lebhafte Diskussion zum Beispiel über das Für und Wider einer Infrastrukturabgabe. Bereits vor vier Jahren hatte der Stadtrat entschieden, für die Rahmenplanung eine sogenannte Lenkungsgruppe einzurichten. Deren Mitglieder diskutierten vor wenigen Wochen über die Umlegung und Verteilung der Erschließungs- und Folgekosten - die Kernfrage bei der weiteren Vorgehensweise für das große Entwicklungsgebiet im Süden der Stadt.
"Das ist eine eminent wichtige Aufgabe, der unsere Fraktion hohe Priorität beimißt", sagte CSU-Sprecher Thomas Kleist. Claudia Eser-Schuberth (Grüne) betonte, man müsse sich über die Verkehrserschließung klar werden; zum Beispiel sollen die Lage und Zahl der Verkehrsanschlüsse an den Bressuire-Ring und die dafür notwendigen Kosten festgelegt werden.
Die Lage der erforderlichen Infrastruktur-Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und so weiter soll ein verfeinerter Rahmenplan darstellen, ebenso Art, Höhe und Dichte der künftigen Bebauung sowie die Lage und Größe von Grün- und Spielflächen. Die Verwaltung soll die Kosten für diese Arbeiten ermitteln und in den Haushalt 2019 einbringen.
Roland Fuchs (SPD) sprach sich dafür aus, bereits im Nachtragshaushalt für das laufende Jahr Finanzmittel bereitzustellen. Den von Bürgermeister Roland Eichmann genannten Entwicklungszeitraum von bis zu eineinhalb Jahrzehnten hielt Fuchs für zu lang.
Um ein speziell auf Friedberg-Süd abgestimmtes Baulandmodell zu erarbeiten, will die Stadt den Münchner Fachanwalt Gerhard Spieß als rechtlichen Berater mit ins Boot holen. Für Wolfgang Rockelmann war es wichtig, dass alle Grundstücke gleich behandelt werden, "sonst werden wir Probleme bekommen". Baureferent Carlo Haupt sprach sich ebenfalls für eine faire Lösung aus: "Ziel sollte sein, dass alle Kosten zur Entwicklung des Areals gerecht auf alle Grundstückseigentümer verteilt werden können." Somit dürfte es kein günstiger Wohnraum mehr werden, befürchtete Eser-Schuberth.
Die Stadtverwaltung wolle alle betroffenen Bürger regelmäßig über ihre Planung und das weitere Vorgehen informieren, verprach der Bürgermeister. Einen formellen Beschluss gab es in der Sitzung nicht.
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