Friedberger Krankenhaus: Hebammen wissen noch immer nicht, wie es weitergeht

Bislang gab es im Schnitt zwei Geburten am Tag im Friedberger Krankenhaus (Symbolbild). (Foto: Dzmitry Kliapitski/123rf.com)

Nicht nur für werdende Mütter ist die aktuelle Situation am Friedberger Krankenhaus belastend. Nach der Hiobsbotschaft, dass auch ab April wegen fehlender Gynäkologen keine Geburten mehr stattfinden können, wissen auch die Hebammen nicht, wie es für sie weitergeht. "Wir stehen auf dem Wartegleis", sagt Claudia Quinttus, die als Geburtshelferin in Friedberg und in der Hebammenpraxis Natalis arbeitet.

Viele schwangere Frauen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg seien verunsichert. Wo sollen sie ihr Baby auf die Welt bringen, nachdem auch in Aichach keine Geburtshilfe mehr angeboten wird? Diese Frage bekommt Quinttus täglich mehrmals gestellt. "Das Telefon steht nicht mehr still", erzählt sie.

Dass das Josefinum und das Universitätsklinikum Augsburg bereits am Limit arbeiten, ist kein Geheimnis. Aus diesem Grund rät Quinttus den Frauen eher nach Pfaffenhofen auszuweichen. Dass ein Baby auf dem Krankenhausgang das Licht der Welt erblickt, könne schon mal vorkommen. "Die Frage ist, wie oft kommt sowas vor", sagt Quinttus, die noch nicht weiß, wie es für sie und ihre neun Kolleginnen ab April weitergeht.

Bislang gab es im Schnitt zwei Geburten am Tag im Friedberger Krankenhaus, im Jahr 2018 waren es insgesamt 730. "Wir hoffen alle, dass es weitergeht. Hier hat einfach alles gepasst - die Kollegen, die Arbeitsabläufe", verdeutlicht Quinttus.

Die Kliniken an der Paar haben den Hebammen Festanstellungen angeboten. Das sei ein "freundliches Angebot", ab einer gewissen Geburtenzahl finanziell aber weniger lukrativ als die Freiberuflichkeit, erklärt Claudia Quinttus, der nichts weiter übrig bleibt, als abzuwarten.

Vielleicht erweist sich der Name der Hebammenpraxis als gutes Omen - natalis heißt auf lateinisch Geburtstag beziehungsweise Geburtsort. Die Hebammen wünschen sich, dass dieser bei vielen Babys in naher Zukunft wieder Friedberg heißen wird. (tama)
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