Keine Alternative für neuen Bauhof in Friedberg - Ratsmehrheit ist gegen Standort an der Afrastraße

Für den neuen Friedberger Bauhof wird kein zweiter Standort näher untersucht. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Die Mehrheit der Friedberger Stadträte hat sich in der jüngsten Sitzung dagegen ausgesprochen, für einen neuen Baubetriebshof den Standort im Bereich Afrastraße/Bressuire-Ring südlich der Firma Ziegenaus weiter untersuchen zu lassen; dort besitzt die Stadt zwei Grundstücke mit rund 37.000 Quadratmetern. Diese waren als Alternative zum „Lueg ins Land“ im Gespräch, wo die voraussichtlichen Kosten auf rund 20 Millionen Euro kletterten.

Landschaftsarchitekt Georg Dinger hatte in einer Machbarkeitsstudie an der Afrastraße verschiedene Parameter wie die Bodenbeschaffenheit, Verkehrsanbindung und Hochwassersituation unter die Lupe genommen.
In seiner Analyse sah er gravierende Probleme: So sei ein Bodenaustauch erforderlich und das Hochwasser-Risiko in diesem Bereich sehr hoch. Konfliktpotenzial gebe es auch mit der Erholungsnutzung im Bereich der Afraseen. Außerdem müssten naturschutz- und wasserrechtliche Aspekte genau geprüft werden, stellte Dinger fest.
So gab es in der jüngsten Sitzung nur zwölf Befürworter für den Alternativ-Standort, 19 Räte stimmten gegen weitere Untersuchungen. In der Diskussion sagte Thomas Kleist (CSU), man werde an der Afrastraße nicht so intensiv prüfen können wie am „Lueg ins Land“. Dagegen stellte SPD-Fraktionschef Roland Fuchs fest „Das bisherige Ergebnis ist für uns zu kurz gesprungen!" Leo Büchler (CSU) mahnte "Die Baupreissteigerungen werden uns überholen, wenn wir das Ganze noch länger hinauszögern.“ Tatsächlich reichen Überlegungen zum Bau eines neuen Betriebshofs schon bis in die 1990-er Jahre zurück. Ursprünglich war sogar die Rede davon, mit dem Verkaufserlös des alten Bauhofgeländes in Friedberg-Süd eine Umsiedlung zu finanzieren. Doch schon die ersten Kostenschätzungen zeigten damals, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Erste konkrete Schritte leitete der Stadtrat auf Antrag der CSU im Jahr 2004 ein mit dem Bau einer neuen Lagerhalle am „Lueg ins Land“. 2008 folgte dann ein Gesamtkonzept, dessen Kosten auf 7,9 Millionen Euro veranschlagt und damit als nicht finanzierbar betrachtet wurden.
Bürgermeister Roland Eichmann änderte nach seinem Amtsantritt die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung und gliederte den Bauhof in das neue Bürgermeisterreferat unter seiner Leitung ein. Damit nahmen auch die Planungen für einen Neubau wieder Fahrt auf. War zunächst noch von zehn Millionen Euro Baukosten die Rede, so kletterten sie im Lauf des Jahres 2016 auf 13 Millionen. Gegenüber dem damaligen Konzept wurde die Bruttogeschossfläche zwar von 7960 Quadratmeter auf 6780 Quadratmeter reduziert. Die dadurch erzielten Einsparungen werden wahrscheinlich aber wieder aufgefressen durch die zu erwartenden Preissteigerungen bis zum angestrebten Baubeginn im Frühjahr 2021. (stö)
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