Linienbus behindert: Stadt Friedberg will gegen Falschparker vorgehen

Absolutes Halteverbot: In der Ludwigstraße 1 bis 5 sollen künftig keine Fahrzeuge mehr stehen dürfen, denn diese blockieren den Weg des Linienbusses.

Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV) hat sich in einem Schreiben an die Stadt Friedberg gewandt. Der Grund: Der Linienbus werde immer wieder durch „Hindernisse massiv behindert“. Vor allem Falschparker in der Ludwigstraße kritisiert der AVV und bat um ein absolutes Halteverbot und strengere Überwachung. Der Bauausschuss der Stadt hat nun beschlossen, dieser Forderung zumindest teilweise nachzukommen.

Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr zeichne sich nicht nur durch eine hohe Fahrtenhäufigkeit aus, sondern die Fahrgäste müssten sich auch auf die Pünktlichkeit verlassen können, schreibt der AVV und listet in seinem Brief einige kritische Punkte im Stadtgebiet auf, durch die der Regionalbusverkehr behindert werde. Die meisten davon beziehen sich auf parkende Autos und Lieferverkehr in der Ludwigstraße.
Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann echauffierte sich erst kürzlich selbst auf Facebook über einen Falschparker in der Ludwigstraße, der den kompletten Gehweg blockierte: „Was denken sich solche Leute eigentlich? Und weil das wahrlich kein Einzelfall ist, muss schlicht mehr Überwachung her. Unsere Innenstadt ist mehr als ein Abstellplatz für Leute, die sich für zwei Minuten Fußweg zu schade sind.“ Unter seinem Beitrag meldete sich auch ein Busfahrer zu Wort: „Für Busfahrer wie mich ist das eine Katastrophe. Oft stehen sie gerade da, wo wir dann nun kaum noch rumkommen. Somit ist alleine keine Fahrplaneinhaltung möglich.“ Die Autofahrer reagierten zudem auch noch patzig, wenn er sie anhupe.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten Verständnis für die Kritik des AVV. Der Bitte um ein absolutes Halteverbot wollen sie dennoch nur an einer Stelle in der Ludwigstraße nachkommen: Zwischen der Blumenecke und der Strumpfinsel (Hausnummer 1 bis 5). Der Parkplatz vor der Ludwigsapotheke (Hausnummer 25) hingegen soll bestehen bleiben. An dieser Stelle hatte der AVV kritisiert, dass es für die Busse regelmäßig kein Weiterkommen gebe, weil Falschparker auch auf der südlichen Straßenseite stünden. Vor dem Altstadtcafé (Hausnummer 10 bis 12) soll es vorerst ebenfalls kein Halteverbot geben. Durch den Lieferverkehr komme es hier immer wieder zu Behinderungen, hatte der AVV geschildert. Aus Sicht der Stadträte wolle man die Situation zunächst weiter beobachten.
Verschärft überwacht werden soll künftig außerdem der Park-and-ride-Platz am Bahnhof. Auf dem Parkplatz parken häufig Lieferwagen, für die die Stellplätze jedoch zu klein sind. Die Fahrzeuge ragen dann in die Fahrbahn, die wiederum zu schmal für die Busse ist. Der AVV hatte sich gewünscht, das hintere Ende der Parkfläche zu markieren, um die Fahrer zu sensibilisieren.

Der Verkehrsverbund verweist abschließend darauf, dass in einem Jahr das neue Regionalbuskonzept starten soll. Dieses sei aber „nur fahrbar, wenn die geschilderten Beeinträchtigungen beseitigt werden“.
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