Zugausfälle bei der Bayerischen Regiobahn sorgen in der Region für Ärger

(Foto: (Archiv))

Seit die Bayerische Regiobahn am Sonntag mitgeteilt hat, dass sie den regulären Fahrplan bis 28. Juli zwischen Aichach und Augsburg nicht mehr komplett bedienen kann, müssen sich Bahnfahrer damit abfinden, dass nur noch stündlich Züge zwischen Aichach und Augsburg verkehren. Der Fahrplan für Samstage und Sonntage ist nicht betroffen.

Wie berichtet, führt die Bayerische Regiobahn als Betreiber der Linie ihren Personalengpass auf Krankheitsfälle und grundsätzlichen Personalmangel zurück. Die Merchinger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Christina Haubrich, zeigte sich von dieser Mitteilung "schockiert". Bei allem Verständnis für die genannten Probleme könne dieser Zustand nicht bis Schuljahresende andauern. Aufgabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) sei es, "schnellstmöglich" den bestellten Takt sicherzustellen. Die Eisenbahngesellschaft gehört dem Freistaat Bayern und plant, finanziert und kontrolliert für ihn den Zugverkehr. Sie wird zwar die Entgelte für die Bayerische Regiobahn kürzen, aber ob sie den akuten Missstand beheben kann, ist fraglich. Haubrich ist jedenfalls der Ansicht, dass sich jetzt "die fehlenden Ersatzkapazitäten beim Personal, aber auch bei den Zügen rächen". Zu vermuten ist, dass sich die Regiobahn, die schon vergangenen Sommer Personalengpässe hatte, mit der Übernahme von weiteren Strecken im Dezember zu viel vorgenommen hat. Seit einem halben Jahr betreibt sie auch die Verbindungen Augsburg - Füssen, München - Füssen und Landsberg - Augsburg.

Christina Haubrich sieht neben den persönlichen Beeinträchtigungen der einzelnen Bahnnutzer auch ein grundsätzliches Problem: Von Attraktivität im öffentlichen Nahverkehr könne so keine Rede mehr sein. Die schwäbischen Grünen haben deshalb Verkehrsminister Hans Reichert angeschrieben und ihn aufgefordert, schnell zu handeln.

Reichert war vor wenigen Tagen in Schrobenhausen, um sich über die aktuellen Verkehrs- und Bauprojekte zu informieren. Mit von der Partie war auch der ortsansässige Unternehmer und CSU-Landesschatzmeister Thomas Bauer. Er erklärte dem Verkehrsminister - der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Eisenbahngesellschaft ist -, dass eine Verbesserung des Bahntakts Richtung Ingolstadt nicht sinnvoll sei, so lange es keine besseren Möglichkeiten für den Autoverkehr gebe, in Schrobenhausen die Schienen zu queren.

Hans Kriss von der Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen des Fahrgastverbands Pro Bahn zeigt sich darüber in einer Pressemitteilung erschüttert. Öffentlicher Verkehr sei mittlerweile eine ernstzunehmende Standortfrage. Pendler, Schüler und Studenten seien häufig auf den Zug angewiesen. "Immer mehr wenden sich auch aktiv vom Individualverkehr ab, möchten nicht mehr Teil des täglichen Staus auf der Straße sein. Angesichts all dessen halten wir von Pro Bahn es für völlig falsch und politisch kurzsichtig, Verbesserungen im Schienenverkehr abzulehnen." (Carina Lautenbacher)
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