Wissentanken: Hände in die Hüften für ein kompetentes Auftreten

Jack Nasher erklärte den Gästen in seinem Vortrag "Überzeugt!", wie sie Menschen für sich gewinnen.
 
Die 200 Besucher am ersten Vortragsabend der Wissentanken-Reihe applaudierten Jack Nasher begeistert. Fotos: Patrick Bruckner


"Stellen Sie sich vor, Sie sind im Skiurlaub und brechen sich ein Bein. Sie kommen ins Krankenhaus und der Arzt empfängt Sie mit den Worten: Heute haben Sie aber Pech, nicht nur wegen des Beins, sondern auch weil ich Ihr Arzt bin." Obwohl dieser Arzt möglicherweise sehr gut sei und es auch bei der Operation keine Komplikationen gegeben habe, fühle sich der Patient verunsichert und traue dem Mediziner nichts zu und würde kein zweites Mal zu ihm gehen, erklärte ein Referent vor den knapp 200 Gästen.

Dies war nur eines der Beispiele, mit denen Jack Nasher verdeutlichte, wie sich die Anwesenden möglichst kompetent zeigen und was bei dem Gegenüber genau das Gegenteil auslöst.

Die StadtZeitung und die Aichacher Zeitung veranstalten in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsagentur Sprecherhaus zum zweiten Mal die achtteilige Seminarreihe "Wissentanken" im Golden Amber in Friedberg. Zum Auftakt der Reihe sprach der Professor für Führung und Organisation Jack Nasher in seinem Vortrag "Überzeugt!" darüber, wie die Teilnehmer Kompetenz zeigen und andere Personen für sich gewinnen.

"Der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, Menschen von sich zu überzeugen, ist Kompetenz." Jedoch ist der Mensch miserabel darin, eben diese Kompetenz anderer zu bewerten, denn durch Körpersprache und Ausdrucksweise lassen sich die Wahrnehmungen beeinflussen.

"Ebenso wichtig ist aber auch die Körperhaltung", sagte Nasher und stellte sich mit breiter Brust und in die Hüften gestemmten Armen in Superman-Pose hin. "Das ist laut einer Studie die Haltung, die am meisten Kompetenz vermittelt", führte er weiter aus. Dieser Anblick amüsierte nicht nur das Publikum, auch Nasher selbst.

Ein selbstbewusstes Auftreten allein reiche aber nicht, so Nasher. Zum Gewinner wird, wer psychologische Effekte und Phänomene nutze, um sein Standing zu verbessern. So sei es von Vorteil, wenn während eines Gesprächs immer Blickkontakt gehalten wird, wenn man selbst am Zug sei. Sobald der Gesprächspartner das Wort hat, wird der Blickkontakt unterbrochen und man vermeidet es, ihm in die Augen zu sehen. "Dadurch signalisieren Sie, wer der Boss ist", erklärte Nasher.

Für manche Zuschauer war solch ein Verhalten allerdings sehr befremdlich und sie wüssten nicht, ob sie es in Zukunft so anwenden werden.

Das Publikum wurde mit Fragen, wer denn einen guten Zahnarzt hätte, und wie er das überhaupt beurteilen könne als auch mit kurzen Partnerübungen miteinbezogen. Eine Übung nennt sich "Priming" und könne jeder selbst durchführen, erklärte Nasher. Beim Priming sollten sich die Sitznachbarn mit vorgegebenen Fragen auf den Zahn fühlen. Beispielsweise sollten sie erfragen, worin die andere Person gut sei, was ihr größter Erfolg war, ob sie jemals etwas Besonderes für das Unternehmen geleistet hat, warum sie der Beste für eine bestimmte Position sei und warum sich denn überhaupt jemand von ihr führen lassen sollte.

Prominente Beispiele

Es sei zwar ungewohnt und schwer vorstellbar, dass man selbst immer so auftreten soll, als wäre man der oder die Beste aber beim Betrachten einiger Beispiele wurde schnell klar, dass die, die es wirklich weit gebracht haben, eben genau das taten. Steve Jobs, Albert Einstein, Napoleon Bonaparte und Ludwig van Beethoven sind nur einige dieser Namen. Das aktuellste Beispiel dürfte wohl Donald Trump sein. Dieser gewann den US Präsidentschaftswahlkampf nur dadurch, indem er immer wieder sagte, wie toll er ist, so Nasher.

Drei weitere Vorträge sind für 2018 noch geplant. Am 22. Oktober erklärt Schauspieler Michael Rossié, wie man in schwierigen Gesprächen souverän wirkt. Motivationstrainer Daniel Nieth sagt am 19. November dem Pessimismus den Kampf an und am 17. Dezember verrät Ex-Agent Leo Martin seine Tricks, wie er wildfremde Menschen dazu bringt, ihm Geheimnisse anzuvertrauen.
Eintrittskarten können beim Ticketservice der StadtZeitung sowie unter www.sprecherhaus.de, wo sich noch zusätzliche Informationen zu den Veranstaltungen finden, bestellt werden.
(pb)
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