Vater misshandelte, quälte seinen zehnjährigen Sohn in Gablingen - der „"Nippeltwist"“ tat ihm sehr weh

Ein Vater misshandelte seinen Sohn, er kniff ihn in die Brustwarzen und drehte sie. (Foto: Symbolbild tom_u 123rf.com)


Unter Tränen verfolgt der angeklagte 45-jährige Vater die Videoaufzeichnung vor dem Augsburger Amtsgericht mit der Aussage seines jetzt zwölfjährigen Sohnes. Vom "Nippeltwist" erzählt dieser, dem mehrfachen Zwicken in und Drehen an seinen Brustwarzen durch den Vater. Damals besuchte der erst Zehnjährige seinen Vater alle 14 Tage in Gablingen. Und jedes Wochenende seien die Übergriffe wieder passiert, so erinnert sich der Bub. Die Eltern leben seit der Junge zwei Jahre alt war getrennt und sind geschieden.

Der Junge erzählte, dass der Vater weitermachte, auch wenn er ihm gesagt habe, es tue weh. "Hab Dich nicht so", soll der Vater gemeint haben. "Er hat immer weiter gemacht, auch wenn ich gesagt habe, ich will das nicht", so der Junge bei seiner Vernehmung, "das hat ihm sicher Spaß gemacht."

Blaue Flecken an der Brust habe die Mutter gesehen, als sich der Sohn umzog. Auf Nachfrage meinte der Sohn nur: "Es ist nichts". Er habe nie etwas erzählt, so die Auslassung der Mutter.

Er will ihn nicht mehr sehen

Nachdem die Taten bekannt wurden, sei die Mutter dagegen gewesen, dass der Sohn den Vater weiterhin besuche, jetzt wolle der Sohn seinen Vater nicht mehr sehen, sagt er im Video aus. Der Sohn hat den Vater nun etwa eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen, der Vater  bedauere das sehr.

Dem Sohn gehe es langsam besser, so die Mutter, er habe einen Schulwechsel hinter sich und werde langsam wieder fröhlicher. Er erzähle aber immer noch von den wohl 20 Vorfällen mit "Nippeltwist" an den Wochenenden beim Vater. Seine schulischen Leistungen seien schlecht, er stehe unter psychologischer Betreuung. Der Junge lebt bei seiner Mutter und deren Lebensgefährten. Sie hat noch einen Sohn von einem anderen Mann.

"Die Taten sind einfach überhaupt nicht nachzuvollziehen", so Richter Günther Baumann über den Missbrauch der Vertrauensstellung des Vaters gegenüber dessen Sohn und schüttelt den Kopf. Auch wenn der Vater seine Taten vollumfänglich zugibt und unter Tränen Reue zeigt, sich mehrmals dafür entschuldigt und, laut Richter Baumann, keine sexuelle Motivation vorgelegen habe, verurteilt der Richter den seit zwei Jahren arbeitslosen KFZ-ler, der auf 450-Euro-Basis für einen Wachdienst jobbt, wegen mehrfacher Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf drei Jahre Bewährung sowie einer Ausgleichszahlung von 1000 Euro.

"Ich wusste nicht, dass ich meinem Sohn dabei so weh getan habe", sagt der nervlich sehr desolat wirkende Vater mehrmals in der Verhandlung und die Tränen laufen ihm weiterhin übers Gesicht, es sei halt beim "Rumblödeln so passiert".

Der nun Zwölfjährige leide noch immer unter den Folgen der Übergriffe - aber es werde nun besser, so die Mutter, der Junge werde wieder fröhlicher. (Stefan Gruber)

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