Monstertrasse im Landschaftsschutzgebiet – Planfeststellung für die Staatsstraße 2036

Einmündung der Gemeindestraße von Lützelburg Trassenbreite bis zu 55 m
Monstertrasse, wie anders soll man ein Straßenbauprojekt nennen, das in den Naturpark Westliche Wälder über einen halben Kilometer eine 40 bis 50 m breite Trasse fräsen will, dazu noch einmal 10 m für eine neu anzulegende Forststraße. Für den Bau müssen rund 100 000 cbm Erde bewegt werden, man stell sich mal vor, das sind schätzungsweise an die 10 000 Lkw, die da abfahren müssen. Welch eine Riesenbaustelle mitten im Wald. Dazu werden insgesamt 3,48 ha Wald gerodet, die hier nur teilweise ausgeglichen werden können.

Geschuldet ist diese unglaubliche Baumaßnahme der Vorgabe, die Steigung auf beiden Seiten der Kuppe von bisher etwa 8 % auf unter 6 % zu verringern. Dazu wird im Oberteil der Kuppe die Straße in einen 5 bis 6m tiefen Trog abgesenkt und der Kurvenverlauf auf der Kuppe begradigt. Die Planer meinen offensichtlich dass die PKW und Lkw so schwach motorisiert sind dass sie sonst den Berg nicht mehr heraufkommen.

Für Fußgänger und Radfahrer braucht es dann an dieser Stelle eine die ganze Trasse in 5 m Höhe überspannende Brücke, um von Lützelburg in das Netz der Wanderwege hinter dem Peterhof zu kommen. Hier wird auch der von Peterhof kommende Radweg, vor gut 6 Jahren durch diese schöne Landschaft neu angelegt abgebrochen und in den Trog direkt neben die neue Straße verlegt. Das bringt besonders die Bürger in Lützelburg und Gablingen auf, die hier in den Wäldern Erholung suchen.

Die zwei Gruppierungen gegen diesen Ausbau, Bund Naturschutz OG Gablingen–Lütztelburg und die Initiative der Bürger Holzhausen, vertreten durch Albert Eding und Christoph Luderschmid informierten darüber beim Pressegespräch am Waldparkplatz bei der Einmündung der sog. „Peterhofstraße“, der Gemeindeverbindungsstraße von Lützelburg zur Staatsstraße. Unter den zahlreichen geladenen Bürger/innen befürchten Landwirte mit den Traktoren ganz heikle Einfahrtsituationen, wenn auf der begradigten Staatsstraße der Verkehr mit hoher Geschwindigkeit daher kommt.

Angesichts der projektierten Koten von einiges über 5 Mio Euro konnten die Teilnehmer nur den Kopf schütteln über die Behauptung der Straßenbaubehörde, dass für diesen Ausbau „ein zwingendes öffentliches Interesse“ gegeben sei, zumal die Planer angeben dass damit „keine Steigerung der verkehrlichen Leistungsfähigkeit“ angestrebt wird.
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