LEW Verteilnetz probt auf Kraftwerksgelände in Gersthofen

Der Betreiber des Stromnetzes in der Region, die LEW Verteilnetz GmbH (LVN), hat jetzt eine zusätzliche Backup-Lösung für unvorhersehbare Schäden an Hochspannungsstrommasten beschafft (Foto: LVN/Michael Hochgemuth)
 
LVN-Mitarbeiter probten nun die Montage von provisorischen Strommasten auf dem Gelände des Wasserkraftwerks in Gersthofen. (Foto: LVN/Michael Hochgemuth)
Gersthofen: Kraftwerksgelände |

Für den Fall der Fälle: LEW Verteilnetz probt auf Kraftwerksgelände in Gersthofen die Montage eines neuen Mastprovisoriums

Auf Ausnahmesituationen gut vorbereitet sein – das ist eine wichtige Regel beim Stromnetzbetrieb. Der Betreiber des Stromnetzes in der Region, die LEW Verteilnetz GmbH (LVN), hat jetzt eine zusätzliche Backup-Lösung für unvorhersehbare Schäden an Hochspannungsstrommasten beschafft: Mastprovisorien, die schnell aufgebaut werden können. LVN-Mitarbeiter probten nun die Montage von provisorischen Strommasten auf dem Gelände des Wasserkraftwerks in Gersthofen. Provisorische Masten können vorübergehend Masten ersetzen, die z.B. durch Fahrzeuge oder Stürme beschädigt wurden, bis ein vollwertiger neuer Mast errichtet wurde. Diese Mastprovisorien finden auch Anwendung bei Baumaßnahmen an Hochspannungsleitungen, um während der Baumaßnahme die Verfügbarkeit der Leitungen aufrechtzuerhalten. Insgesamt drei Mastprovisorien hat LVN für mögliche Einsatzfälle angeschafft.

Unabhängig von am Markt verfügbaren Kapazitäten im Bedarfsfall reagieren

Für reguläre Arbeiten an den Hochspannungsleitungen beauftragt LVN externe Montagefirmen. „Mit eigenen Mastprovisorien und einer geschulten Gruppe an Monteuren können wir im Bedarfsfall unabhängig von den am Markt verfügbaren Kapazitäten reagieren, um für unsere Netzkunden den sicheren und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten“, erklärt Peter Zeller, Projektleiter bei LVN.

Bei den nun neu angeschafften Mastprovisorien sind verschiedene Bauteile vormontiert, die mit Hilfe eines Krans schnell zusammengesetzt werden. In der zweitägigen Schulung errichteten die LVN-Monteure unter Anleitung des Lieferanten einen provisorischen Stahlgittermast und probten verschiedene Varianten des Aufbaus, insbesondere des Mastoberteils mit den Traversen. Der provisorische Mast wurde im Anschluss wieder abgebaut und eingelagert. Aus dem Lager können die Mastbauteile im Fall der Fälle zu einem Einsatzort im gesamten LVN-Gebiet gebracht werden.

Weitere Informationen zum Verteilnetzbetreiber LVN finden Sie unter www.lew-verteilnetz.de.

Info-Kasten: So funktioniert das Stromnetz in Deutschland

Das deutsche Stromnetz ist unterteilt in Übertragungsnetze (Höchstspannung) und Verteilnetze (Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung).

Die oft als „Stromautobahnen“ bezeichneten Übertragungsnetze nehmen den in den Großkraftwerken produzierten Strom auf und transportieren diesen mit einer Höchstspannung von 380 bzw. 220 Kilovolt (kV) über lange Entfernungen zu den Verbrauchsschwerpunkten.
Auf der Ebene der Verteilnetze wird der Strom in Hoch-, Mittel- und Niederspannung übertragen. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird Strom zunehmend auch auf der Verteilnetzebene in das Übertragungsnetz zurückgespeist.

Hochspannung (110 kV) im regionalen Verteilnetz: Hochspannungsnetze übernehmen die regionale Verteilung von Strom. Sie verbinden wichtige Netzknotenpunkte in einer Region, etwa Ballungszentren oder sehr große Industriebetriebe.

Mittelspannung (10 kV bzw. 20 kV) im regionalen Verteilnetz: Mittelspannungsnetze verbinden die kleineren Ortschaften. Auf dieser Spannungsebene erfolgt die Versorgung von Industrie- und größeren Gewerbebetrieben.

Niederspannung (230 V bzw. 400 V) im lokalen Verteilnetz: Niederspannungsnetze sind für die Feinverteilung von Strom zuständig. Private Haushalte, kleinere Industriebetriebe, Gewerbe und Verwaltung beziehen hierüber ihren Strom. Die Niederspannung entspricht damit dem „Strom aus der Steckdose“.
Umspannwerke beziehungsweise die Ortsnetzstationen und Trafohäuschen bilden die Verbindung zwischen den Spannungsebenen. Sie machen den Strom für die jeweilige Spannungsebene „kompatibel“, indem sie die Spannung hoch- bzw. heruntersetzen.(LVN/pm)
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