Hund verletzt Siebenjährigen auf Gersthofer Spielplatz - Halterin erscheint nicht vor Gericht

Ein Labradoodel könnte es laut Vater gewesen sein, der den Jungen damals verletzte. Aber er ist sich mit der Rasse nicht sicher. (Foto: Symbolbild Kelly VanDellen 123rf.com)

Und der Bub will trotzdem einen eigenen Hund haben, erzählt der Vater. Vorgeschichte: Im Spielplatz in der Jenaer Straße in Gersthofen sei im April vergangenen Jahres der damals Siebenjährige die Rutsche heruntergerutscht. Unten habe ihn ein großer Hund angesprungen, der ihn durch die Fleecejacke in die Brust gebissen habe - der Junge habe wohl kleine Verletzungen und Hautabschürfungen erlitten, erklären Vater und Junge nach dem erneuten Verfahren am Freitag vor dem Amtsgericht Augsburg. Die Jacke sei heil geblieben. "Der Hund könnte ein Labradoodel gewesen sein", er sei groß gewesen, meint der Vater, aber bezüglich der Rasse sei er sich nicht sicher.

Die Hundebesitzerin hatte ihren "Lino" nicht angeleint, obwohl das laut Tafeln am Spielplatz Pflicht war. Gegen den bereits erlassenen Strafbefehl über 2000 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung hatte die Angeklagte Einspruch eingelegt, deshalb musste nun vor dem Amtsgericht neu verhandelt werden.

Allerdings stellte Richterin Ute Bernhard fest: Die Angeklagte ist nicht erschienen, habe sich bei Gericht auch nicht gemeldet.

Ihr Verteidiger Marco Müller kam auch nicht, aber dessen Frau - auch Anwältin, aber nicht vertretungsbefugt in diesem Fall - gab an, die Angeklagte habe angerufen und lasse sich entschuldigen, das Kind sei erkrankt, sie unabkömmlich, weil sie keine Betreuung finde.

Die Abwesenheit vor Gericht muss die Angeklagte nun glaubhaft nachweisen, sonst könnte ein Haftbefehl folgen.

Die Staatsanwaltschaft und Richterin Bernhard entschlossen sich nun einen Strafbefehl zu erlassen, wieder über 50 Tagessätze, welcher der Angeklagten postalisch zugestellt wird. Wenn sie daraufhin Einspruch erhebe, komme es zu einer erneuten Verhandlung.

Allerdings erklärte Richterin Bernhard, habe sie kein Verständnis für Hundehalter die sagen, "der Hund wollte nur spielen", auf dem Spielpaltz Leinenpflicht bestehe und die Angeklagte mit einer anderen Mutter debattiere, dass sie ihren Hund aus irgendwelchen Gründen nicht anleinen könne. Richterin Bernhard ergänzte, dass sie die Ansicht des vorherigen Richters eher nicht teile und dass bei einer Neuverhandlung unter ihr tendenziell ein höheres Strafmaß zu erwarten sei.

Eine private Einigung auf 200 Euro Schmerzensgeld zwischen der Hundehalterin und dem Vater des verletzten Jungen, erklärte der Vater noch vor Gericht, sei auf zehn bis 15 Euro monatlich beschränkt gewesen und nach der ersten Rate ausgeblieben sein - kein Fall für dieses Gericht, meinte Richterin Bernhard, da es unter das Zivil- und nicht unters Strafrecht falle.

Und der Junge sagt noch beim Verlassen des Gerichts, aber "der Hund hat keine Schuld!"
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