50 Jahre Stadterhebung Gersthofen

 
Urkunde der Stadterhebung. (Foto: Stadt Gersthofen)
 
Die Feierlichkeiten zur Stadterhebung 1969. (Foto: Stadt Gersthofen)

1050 Jahre ist es her, seit Gersthofen im Jahre 969 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Zur 1000 Jahrfeier vor 50 Jahren wurde Gersthofen in den Rang einer Stadt erhoben. Diese beiden Jubiläen feiert die Stadt in diesem Jahr mit zahlreichen Festakten.

Zum offiziellen Festakt am Freitag, 7. Juni, hat die Stadt Gersthofen etwa 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen. Gersthofens Erster Bürgermeister Michael Wörle wird es sich nicht nehmen lassen, die Gäste der Stadt persönlich zu begrüßen und eine Festrede zu halten. Als weitere Redner werden Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, ein Vertreter des Innenministeriums und Bürgermeister Dardenne aus der Partnerstadt Nogent-sur-Oise erwartet. Begleitet wird Bürgermeister Dardenne von einer großen Delegation aus der Bürgerschaft von Nogent-sur-Oise. Die weiteren Programmpunkte wurden noch nicht verraten.

Besondere Highlights zum Jubiläum

  • Freitag, 31. Mai: Vernissage der Ausstellung „Verstaubt und Vergessen? Von wegen!“ im Ballonmuseum um 19.30 Uhr (geschlossene Veranstaltung). Besucher können in die Vergangenheit der Stadt eintauchen, erfahren interessante Details zur Stadtgeschichte und lernen Gersthofen kennen, wie es sonst vermutlich kaum möglich ist. Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit vom 1. bis 23. Juni zu den Öffnungszeiten des Ballonmuseum zugänglich.
  • Samstag, 1. Juni: Die Gersthofer Vereine laden zu einem bunten Abend im Festzelt ein. Weitere Informationen zum Programm finden sich online.
    Sonntag, 2. Juni: Feierliche Eröffnung des neuen Skaterpark Eichenlohweg mit einer Jugendparty. Es gibt DJ, Drinks, Snacks und Co. sowie Vorführungen auf der Anlage – Beginn ist um 14 Uhr.
  • Freitag, 7. Juni: Großer Festakt zur Stadterhebung in der Stadthalle Gersthofen (geschlossene Veranstaltung). Am Abend lädt die Faschingsgesellschaft Lechana ab 19 Uhr zur Party mit DJ Dominik Koislmeyer im Festzelt ein.
  • Sonntag, 9. Juni: Großer Festumzug zum Festzelt am Festplatz, ab 13.30 Uhr. Der große Festumzug steht unter dem Motto „Gersthofen – im Wandel der Zeit“ und findet als Gegenzug vom Kreisverkehr am Festplatz über die Augsburger Str. / Donauwörther Str. hinauf zur Kirche St. Jakobus und zurück statt. Entlang der Strecke gibt es jede Menge zu sehen, ca. 80 Gruppen zeigen als Fußgruppen oder mit Wägen was sie mit Gersthofen verbinden. Vier Moderatorenplätze und eine Ehrentribüne gehören ebenso zum Programm, wie zünftige Festzeltstimmung am Ende des Umzugs.
  • Montag, 10. Juni: Zum Abschluss der Festwochen lädt das Festzelt ganztägig zur Schuhplattl-WM „Bayerischer Löwe“ ein. Der Bayerische Löwe ist ein Preis gestiftet durch den Bayerischen Ministerpräsidenten. Abends erwartet die Besucher Festzeltstimmung mit Live-Band.
  • 31. Dezember: Sportlich klingt das Jubiläumsjahr mit dem Silvesterlauf mit besonderen Teams aus. Weitere Infos zu Deutschlands ältesten Silvesterlauf gibt’s online unter www.silvesterlauf-gersthofen.de.

Historischer Rückblick

Das an der Via Claudia gelegene Gersthofen, entwickelte sich aus einem alemannischen Dorf des 6./7. Jahrhunderts zu einer bäuerlichen Siedlung im Besitz des Bistums Augsburg. Die erste urkundliche Erwähnung war im Frühjahr 969, die Beurkundung der Gründung des Frauenklosters St. Stephan in Augsburg durch Bischof Udalrich von Augsburg. In dem ältesten noch im Original vorhandenen Schriftstück aus der Augsburger Bischofskanzlei wurden damals auch die Besitzungen und Güter in Batzenhofen, Gersthofen, Göggingen, Birkach und Wollishausen bestätigt. Gersthofen wurde unter dem Namen Gerfredeshoua (was mit bei den Höfen des Gerfred übersetzt werden kann) erwähnt. Im Laufe der Jahre wandelte sich der Name in Gershouen und schließlich zu dem heutigen Gersthofen (etwa 1424). Funde bei Ausgrabungen legen aber nahe, dass bereits die Römer in diesem Gebiet aktiv waren. Bis 1803 gehörte Gersthofen dem Domstift Augsburg und fiel 1803 im Zuge der Säkularisation an das Kurfürstentum Bayern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Gersthofen ein kleines Bauerndorf mit einer Fläche von 1430 Hektar. Erst mit dem Bau des Lechkanals und der Inbetriebnahme des Lech-Elektrizitätskraftwerkes (1901) nahm die industrielle Entwicklung Gersthofens an Fahrt auf. Die Nutzbarmachung des Lechs für die Industrie erwies sich als Schrittmacher für die Wirtschaft. So erfolgte am 7. März 1902 die Eröffnung der Farbwerke Hoechst AG in Gersthofen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Gersthofens wuchs auch die Bevölkerung rasant. Die Einwohnerzahl stieg von 440 im Jahre 1809 auf 1710 zur Jahrhundertwende. 1950 gab es bereits 6530 Gersthofer und in den 90er Jahren waren es dann schon mehr als 18000 von ihnen. Mittlerweile hat die Stadt knapp 23000 Einwohner. In der 2017 vorgestellten Bevölkerungsprognose für den Landkreis Augsburg wurde Gersthofen ein weitere kräftiger Zuwachs vorausgesagt. 2018 beschloss der Gersthofer Stadtrat, dass die Stadt Gersthofen bis 2030 auf 27000 Einwohner anwachsen darf.

Am 7. Juni 1969 begann ein neues Kapitel in der Geschichte Gersthofens. Das damals 1000-jährige Gemeinwesen, das 1950 Markt wurde, erhielt an diesem Tage durch den damaligen Bayerischen Innenminister Dr. Bruno Merk die Bezeichnung Stadt verliehen.

Meilensteine seit der Stadterhebung

  • 1975-1978 – Eingemeindungen: Die Stadt Gersthofen konnte während der bayerischen Gebietsreformen zwischen den Jahren 1972 und 1978 nicht nur seine Eigenständigkeit erhalten, sondern wuchs durch die freiwillige Eingemeindung von Hirblingen, Edenbergen, Batzenhofen und Rettenbergen. Das Stadtgebiet umfasste nun 3543 Hektar und war damit mehr als doppelt so groß wie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • 1988 – Mit der Stadt Augsburg wurde ein Vertrag über die Sanierung des Müllbergs geschlossen: 100 Millionen Mark Sanierungskosten, diese wurden von der Stadt Augsburg getragen.
  • 1992 – Eröffnung der „Gerfriedswelle“ nach Ausbau des Freibads mit Sprungtürmen, Rutschen und vielem mehr, Einweihung des neuen Einkaufszentrums im Herzen der Stadt: Das City Center und Spatenstich für die Stadthalle Gersthofen.
  • 1993 – Einweihung des „neuen Rathaus“ – Erweiterung mit Foyer, Großem Sitzungssaal, Eingangshalle und Trauzimmer.
  • 1999 – Jeder Einwohner Gersthofens erhält 100 Mark – damit geht Gersthofen in die Geschichtsbücher ein. Diese einmalige Aktion wurde möglich dank der Idee des damaligen Bürgermeisters Siegfried Deffner, der seine Bürger an den erfolgreichen Zeiten der Kommune teilhaben lassen wollte. 5 Millionen Mark lagen nach Abzug aller Schulden noch in der Stadtkasse, davon wurden insgesamt 2 Millionen Mark an Bürgerinnen und Bürger ausgeschüttet.
  • 2003 – Eröffnung des „neuen Ballonmuseums“ mit 1.000 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche und auch der neuen Stadtbibliothek.
  • 2014 – Gersthofen ist mit 54 Millionen Euro Rücklagen die reichste Kommune des Landkreises Augsburg und Spatenstich für das Großprojekt Mittelschule mit Dreifachturnhalle, ein 33 Millionen Euro Bau entsteht.
  • 2017 – Gersthofer Stadtrat ermöglicht durch einen Flächentausch den Bau des Paul-Klee-Gymnasiums auf dem Festplatz an der Schubertstraße.
  • 2018 – Die neue Mittelschule Gersthofen nimmt den Betrieb auf und die Stadt Gersthofen schließt eine Freundschaftsvereinbarung mit der Region Baringo County in Kenia.

    (Quellen: Stadt Gersthofen; 10 Jahre Stadt Gersthofen von Alfred Schwenger; Chronik der Stadt Gersthofen 969-1989 von Dr. Johannes Krauße)
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