50 Jahre Städtepartnerschaft Nogent-Gersthofen - 100 französische Gäste bringen gute Laune mit

Einweihung des Nogent-Zimmers im Rathaus (Bürgermeister Jean-Francois Dardenne / Nogent und Bürgermeister Michael Wörle / Gersthofen) (Foto: H. Ring)
 
Auf dem Hauptplatz in Landsberg (Foto: H. Ring)
Alles war vorbereitet für den Empfang der Besucher aus Nogent-sur-Oise am Donnerstagabend, 6. Juni, aber die beiden französischen Busse steckten noch im Stau. Umso herzlicher war dann der Empfang, als sie schließlich mit einer Stunde Verspätung im Gersthofer Rathaus begrüßt und mit den deutschen Gastfamilien zusammengeführt wurden. Die meisten kannten sich schon seit Jahren und die Wiedersehensfreude war dementsprechend groß.

Am Freitagmorgen, 7. Juni traf man sich nach einer Kranzniederlegung am Grab eines der Gründerväter der Städtepartnerschaft, des damaligen Gersthofer Bürgermeisters Karl J. Weiß, im Rathaus, um das der deutsch-französischen Freundschaft gewidmete, neu gestaltete "Nogent-Zimmer" einzuweihen. Für eine bayerische Stärkung sorgte danach der Strasser-Wirt mit Weißwürsten, Brezen und Bier, bevor den französischen Gästen bei einer Stadtrundfahrt mit dem 1. Bürgermeister Michael Wörle und dem 3. Bürgermeister Reinhold Dempf Bekanntes und Neues - u.a. die neue Mittelschule - in Gersthofen gezeigt wurde. Der Rest des Tages stand Gästen und Gastgebern zur freien Verfügung.

Ein gemeinsamer Ausflug steht immer auf dem Programm und diesmal ging es mit insgesamt 4 Bussen am Samstag, 8. Juni nach Landsberg. Die Sonne hatte sich rar gemacht, aber es blieb trocken und somit präsentierte sich die hübsche Stadt am Lech sehr freundlich. Fünf Gästeführerinnen, teils in deutsch mit Übersetzung, teils französisch, führten durch die blumengeschmückten Gassen zu den stattlichen Patrizierhäusern und dem prächtigen Rathaus am Hauptplatz und erklärten die Geschichte der alten Stadt an der Salzstraße, die durch den Handel mit dem "weißen Gold" und Brückenzoll zu Reichtum kam. Im inzwischen sonnigen Biergarten des Klosters St. Ottilien konnten sich alle bei gutem Essen vom Stadtspaziergang erholen.

Ab 17.oo Uhr waren dann alle eingeladen zum Festakt anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft in der TSV-Sporthalle, die vom Wirt und etlichen Helfern festlich geschmückt war. Nach einer ökumenischen Andacht, musikalisch umrahmt von der Hirblinger Trachtenkapelle, erinnerten die Festredner, die beiden Bürgermeister Michael Wörle und Jean-Francois Dardenne aus Nogent, sowie die beiden Vereinsvorsitzenden Michael Fendt und Pierre Birgé aus Frankreich, in oft bewegenden Worten an die Anfänge der Verständigung in der damals noch schwierigen Nachkriegszeit und wie wichtig die persönlichen Begegnungen  für die Weiterentwicklung eines friedlichen Europas sind. Dies unterstrich auch der stellvertretende Generalkonsul in Bayern, Benoît Schneider. Die jeweiligen Übersetzungen - soweit die Redner es nicht selbst taten - lieferte souverän Konstantin Riegel, der auch einige humorvolle Anekdoten von Frankreichreisen zum Besten gab. Die beiden Jugendlichen Donavan Gnespa aus Frankreich und Lena Alt aus Gersthofen erneuerten noch einmal den 1969 niedergeschriebenen Eid der Partnerschaft, gefolgt von den jeweiligen Nationalhymnen, Ehrungen, Austausch von Geschenken. Ein artistisches Programm der Gruppe Cristallica leitete über in den geselligen Teil des Abends mit reichhaltigem Buffet und Gelegenheit zum Tanz.

Großartiger Abschluss des Festes, das ja mit dem 50. Jahrestag der Stadterhebung Gersthofens einherging, war der überaus abwechslungsreiche Umzug durch Gersthofens Hauptstraße am Sonntagnachmittag, an dem auch die französischen Gäste und ihre Gastgeber teilnahmen mit einem Oldtimer-Convoy, bestehend aus Citroen-"Enten" in den französischen und VW-Käfern in den deutschen Nationalfarben, begleitet von fähnchenschwingendem und singendem  "Fußvolk". Zum Ausklang des Abends traf man sich noch im Bierzelt auf dem Festplatz.

Die Einladung zum Jubiläumsfest in Nogent-sur-Oise wurde bereits von Herrn Bürgermeister Dardenne ausgesprochen, und zwar vom 28. Mai bis 1. Juni 2020. Herr Fendt hofft auf eine rege Teilnahme - immerhin versprach er, dass die Gersthofer nicht, wie die Franzosen mit zwei, sondern mit drei Bussen anreisen wollen.
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