Ein Mahnmal für Schmerz, Trauer und Wut

In Oberstdorf steht er bereits: Ein Gedenkstein für getötete, missbrauchte, misshandelte und vermisste Kinder. Nun erhält auch Gersthofen ein solches Mahnmal. Foto: Gabriele Schmidthals-Pluta

Im Kurpark von Oberstdorf ist er längst etabliert. Nun erhält auch Gersthofen einen Gedenkstein, der an Kinder erinnert, die Opfer von Gewalt wurden. Die feierliche Einweihung der Stätte findet am Samstag, 20. Oktober, um 12 Uhr in der Nähe der Kapelle der Kolpingfamilie an der Berliner Straße in Gersthofen statt.

Ziel sei es, an diesem Tag viele Menschen zu vereinen, um den Opfern und deren Angehörigen Anteilnahme und Solidarität zum Ausdruck zu bringen, so Gabriele Schmidthals-Pluta, die Vorsitzende des Vereins Sicheres Leben mit Bürgerinitiative Vanessa gegen Gewalt und für Opferschutz. Sie macht auch auf die Bedeutung des neuen Gedenksteins aufmerksam: „Die Gedenkstätte für getötete, misshandelte, missbrauchte und vermisste Kinder soll betroffen machen und an die Schwächsten in der Gesellschaft erinnern.“ Betroffene und Hinterbliebene hätten hier die Möglichkeit, ihren Schmerz und ihre Trauer, aber auch ihre Wut abzulegen.
Der Gedenkstein wird fast der gleiche wie der 2007 in Oberstdorf errichtete sein. So erhält auch dieses Denkmal als Symbol einen tiefen Riss. Auf der einen Seite ist der Umriss eines fallenden Kindes zu sehen, auf der anderen breitet ein Erwachsener schützend seine Arme aus. Begleitet werden die Szenen von den Worten „Wir wollen leben“ und „Keine Gewalt gegen Kinder“.
Die Inschriften waren auch das zentrale Anliegen des damaligen Initiators der Aktion, des Opferschutzbundes Forum gegen Gewalt. Finanziert wurde der Stein von der Tabaluga-Kinderstiftung des Sängers Peter Maffay und vom Bund Deutscher Kriminalbeamter.
Die damaligen Verantwortlichen haben sich für den Standort Oberstdorf wegen der großen Breitenwirkung der Stadt entschieden. In Oberstdorf erreiche man nicht nur die Bevölkerung, sondern Menschen aus vielen Ländern und auch die Jugend der Welt, wurde argumentiert.

Stadtrat votierte einstimmig dafür

Beim zehnjährigen Bestehen der Gedenkstätte im vergangenen Jahr bot der Kemptener Steinmetz Thilo Probst, der damals den Stein entwarf und errichtete, dem Opferschutzverein Sicheres Leben an, denselben in Gersthofen aufzustellen. „Wir nahmen mit der Kommune Kontakt auf“, berichtet Schmidthals-Pluta. „Bürgermeister Michael Wörle und der gesamte Stadtrat votierten einstimmig für dieses Vorhaben.“
Wie in Oberstdorf soll auch in Gersthofen das Mahnmal die Menschen wachrütteln und auffordern, sich der Problematik Gewalt gegen Kinder zu stellen, fassen Gabriele Schmidthals-Pluta und ihr stellvertretender Vorsitzender Wolfram Goschin zusammen.
Zur Einweihung hat sich aus Politik und Kultur viel Prominenz angesagt. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Kindern der Goethe-, Franziskus- sowie Sing- und Musikschule. Die Segnung der Gedenkstätte nehmen Pfarrer Ralf Gössl und Dekan Stefan Blumtritt vor. (pm)
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