Filme aus Gersthofen: Marcel Cornelius ist Kameramann, Regisseur, Geschäftsführer und Drehbuchautor

Sein Herz schlägt fürs "Narrative", sagt Marcel Cornelius. In seinem Filmstudio in Gersthofen entstehen Werbe- und Animationsfilme, Dokumentationen und Fanfilme. Nun ist eine Netflix-Serie geplant. Foto: Natascha Höck
 
Für den Star Wars-Fanfilm "Bikewars" fanden auch Dreharbeiten in einem Green-Screen-Studio statt. Fotos: Corneliusfilms Studios

Marcel Cornelius will Geschichten erzählen. Sein Fanfilm "Indiana Jones und der Speer des Schicksals" feierte auf dem Modular-Festival 2010 Premiere. Circa 40 000 Zuschauer schauten sich den Film in den Augsburger Kinos an. Dank "Indiana Jones und der Speer des Schicksals" wurde Cornelius Filmbotschafter der Stadt Augsburg - und er erhielt seinen ersten Auftrag. Im Oktober 2010 gründete er sein eigenes Filmstudio, die Filmmanufaktur Corneliusfilms Studios in Gersthofen. Damals arbeitete er noch in einem Elektrofachmarkt als Einzelhandelskaufmann - in Vollzeit. Nach drei Jahren entschied er sich ganz fürs Filmemachen.

"Das hat mir extrem viel Mut abverlangt", erinnert sich Cornelius. "Es war auf einmal so, dass ich kreativ sein konnte - am Ende des Tages konnte ich sehen, was ich gemacht habe." Und Cornelius fügt hinzu: "Man lernt unglaublich viel bei den Projekten."

In dem Filmstudio entstehen Werbe- und Imagefilme für Unternehmen, Dokumentationen, Fan- und Spielfilme, Recaps, freie Projekte und Animationsfilme. Sieben Mitarbeiter sind aktuell an Projekten für die Filmmanufaktur tätig.

In den Räumen in Gersthofen finden sich ein Green-Screen-Studio und ein Raum mit der neuesten Ausrüstung, darunter die 8K-Kamera, Drohnen, unzählige Akkus, ein Windschutz fürs Mikrofon und vieles mehr. Eine ganze Wand zeigt ein Raumschiff aus Star Wars Episode 7 "Das Erwachen der Macht". In Cornelius Büro selbst steht auf dem Schreibtisch das Modell eines Speeder Bikes, das Fans aus Episode 6 "Die Rückkehr der Jediritter" kennen. Sogar ein Lichtschwert gehört dem 32-jährigen Cornelius, der von seinen Projekten erzählt - und welche Rolle das Speeder-Bike-Modell dabei spielte. Das wurde für den Star Wars-Fanfilm "Bikewars" mit Pyrotechnik versehen und in die Luft gesprengt. Die Dreharbeiten fanden im Green-Screen-Studio und im Wald statt.

Das ideale Medium

"Ich möchte die Leute unterhalten, das ist spannend und aufregend", sagt Cornelius. Für ihn ist der Film das "ideale Medium", das alles miteinander verbindet. Spaß machen ihm überzeichnete Charaktere und Visual Effects. Aber auch Lichtsetzung und Bildkomposition faszinieren den 32-Jährigen. "Es geht darum, Emotionen hervorzurufen."

Doch bevor Tränen fließen, müssen Besprechungen und Castings stattfinden, Konzepte erarbeitet, Storyboards gezeichnet, Drehbücher umgeschrieben und Drehtage geschafft werden. Vier Drehtage waren es in der vergangenen Woche für ein Filmprojekt für die Feuerwehr und am Wochenende stand ein weiterer Drehtag für einen Kurzfilm für Harley Davidson Westpoint an, mit dem der Motorradhändler am Wettbewerb "Händler des Jahres" teilnehmen möchte. Das Filmstudio schuf bereits für den Kunden einen Imagefilm, der damit die Wahl zum Motorradhändler des Jahres 2016 gewann. Der aktuelle Film für Harley Davidson Westpoint soll laut Cornelius bis Ende Mai fertig sein und noch unterhaltsamer werden.

Eine Tasse, die immer wieder zu sehen ist

"Jeder Film ist anders. Wir sehen uns als Manufaktur." Cornelius will keinen "Einheitsbrei". Was wiederkehrt, ist laut Cornelius die Art der Inszenierung, die Bildsprache, der Unterhaltungswert und eine Tasse, die eine Figur aus dem Star-Wars-Universum zeigt - die ist in jedem Film zu sehen.

Neben dem ersten Platz beim Wettbewerb "Händler des Jahres" mit "Es kann nur einen geben" holte sich Cornelius 2016 beim 99 Fire Films Award den ersten Platz in der Rubrik "Publikumspreis" mit "Der Hauch des Todes". 2013 errang er mit "Zahltag" den zweiten Platz in der Kategorie "Bester Film".

2015 bekam er die Chance, für den Sender RTL die 45-minütige Reportage "Zurück in die Zukunft" zu produzieren. Sechs Wochen war er dafür unterwegs, pro Tag oft länger als zwölf Stunden.

2018 lief der 50-minütige Image- und Actionfilm der Firma Hydro Tech in den Augsburger Kinos. Regie führte Cornelius, Produzent war Matthias Baumgartner. Für "Mission Indestructible II - The Rise of Saltfinger" drehte das Team in der Region, im November 2017 in New York.

Sechs Folgen pro Staffel

Andere Welten zu schaffen, vielleicht einen Film, der in der Zukunft spielt - oder einen Gangsterfilm, das kann sich Cornelius vorstellen. Um einen Kriminellen, der nach seinem Gefängnisaufenthalt wieder heimkehrt, geht es auch in der Serie, die Cornelius aktuell plant. Sie spielt in Augsburg, soll jedoch nicht nur Augsburger ansprechen. "Wir sind fleißig auf Sponsorensuche", sagt Cornelius. Das Drehbuch werde im Juli fertig sein, im Oktober könnten die Dreharbeiten vonstattengehen. Sechs Folgen sollen es pro Staffel werden und Cornelius versucht, mit Netflix zusammenzuarbeiten.

"Die Idee muss stimmen", sagt Cornelius. Wenn die Grundidee nicht gut sei, sei alles andere egal. "Ist die Story es wert, erzählt zu werden? Ist das spannend? Eine gute Geschichte erkennt man daran, wenn es einem Spaß macht und wenn man wissen will, wie es weitergeht."
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