Gersthofer Umspannwerk erhält neuen Transformator

(Foto: Michael Hochgemuth / LEW)
 
(Foto: Michael Hochgemuth / LEW)

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, hat die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) einen neuen 110-/20-kV-Transformator auf das Gelände des Umspannwerks Gersthofen anliefern lassen. Der neue Transformator ist leistungsstärker als der bisherige und besonders leise und verlustarm.

Hintergrund ist die gewachsene Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in dem Gebiet. Der Transformator wandelt die elektrische Spannung zwischen dem regionalen Hochspannungsnetz (110 kV) und dem lokalen Mittelspannungsnetz (20 kV) um. Das Umspannwerk spielt damit eine wichtige Rolle bei der Stromversorgung in Gersthofen und den umliegenden Gemeinden.

Der rund 9,5 Meter lange, drei Meter breite und vier Meter hohe Transformator wiegt etwa 67 Tonnen und wurde mit einem Spezial-Lkw vom Hersteller Starkstrom-Gerätebau SGB aus Regensburg angeliefert. Um den Straßenverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, legte der Spezialtransport den größten Teil der Strecke in den Nachtstunden zurück, bis er am frühen Morgen am Umspannwerksstandort im Norden von Gersthofen ankam.

Nach der Anlieferung auf das Gelände wurde der Trafo mit einem Kran vom Transportfahrzeug gehoben und auf das Fundament gesetzt. Im Anschluss wird er angeschlossen und Ende Oktober in Betrieb genommen. Die Versorgung der Stromkunden ist währenddessen durch zwei weitere Trafos im Umspannwerk Gersthofen gesichert. Der ausgemusterte Trafo wird abtransportiert und entsorgt.

Weitere Informationen zum Verteilnetzbetreiber LVN finden Sie unter www.lew-verteilnetz.de.

So funktioniert das Stromnetz in Deutschland:

Das deutsche Stromnetz ist unterteilt in Übertragungsnetze (Höchstspannung) und Verteilnetze (Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung).Die oft als „Stromautobahnen“ bezeichneten Übertragungsnetze nehmen den in den Großkraftwerken produzierten Strom auf und transportieren diesen mit einer Höchstspannung von 380 bzw. 220 Kilovolt (kV) über lange Entfernungen zu den Verbrauchsschwerpunkten.

Auf der Ebene der Verteilnetze wird der Strom in Hoch-, Mittel- und Niederspannung übertragen.Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird Strom zunehmend auch auf der Verteilnetzebene in das Übertragungsnetz zurückgespeist.

Hochspannung (110 kV) im regionalen Verteilnetz: Hochspannungsnetze übernehmen die regionale Verteilung von Strom. Sie verbinden wichtige Netzknotenpunkte in einer Region, etwaBallungszentren oder sehr große Industriebetriebe.

Mittelspannung (10 kV bzw. 20 kV) im regionalen Verteilnetz: Mittelspannungsnetze verbinden diekleineren Ortschaften. Auf dieser Spannungsebene erfolgt die Versorgung von Industrie- und größeren Gewerbebetrieben.

Niederspannung (230 V bzw. 400 V) im lokalen Verteilnetz: Niederspannungsnetze sind für dieFeinverteilung von Strom zuständig. Private Haushalte, kleinere Industriebetriebe, Gewerbe und Verwaltung beziehen hierüber ihren Strom. Die Niederspannung entspricht damit dem „Strom aus der Steckdose“.

Umspannwerke beziehungsweise die Ortsnetzstationen und Trafohäuschen bilden die Verbindungzwischen den Spannungsebenen. Sie machen den Strom für die jeweilige Spannungsebene „kompatibel“, indem sie die Spannung hoch- bzw. heruntersetzen. (pm)
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