Online-Betrüger zockt Batzenhofener und Hirblinger Fußballerinnen ab

Die Fußballerinnen Selina Reith und Annika Bücherl (von links) wollten übers Internet für eine kleine Gruppe Urlaub am Gardasee buchen - sie wurden betrogen. Foto: Stefan Gruber

Ein Ferienhaus für zwölf Personen hatten sie sich ausgesucht, eine Woche am Gardasee bei Lazise für fünf Frauen der Ersten Frauenfußballmannschaft aus Batzenhofen-Hirblingen und einen Mann. Eine Woche Urlaub in Italien in einer kleinen Villa klingt schön, doch die Wirklichkeit war anders.

"Wir haben alles im April über das Internet ausgesucht. Alles sah seriös aus", erzählt die Fußballerin Annika Bücherl. Das Haus habe auf den Fotos einen guten Eindruck gemacht, die Internetseite des Anbieters genau informiert. Der Anbieter soll die Buchung bestätigt und viele gestellte Fragen der Urlauberinnen per E-Mail beantwortet haben. Die Rechnung über 1400 Euro wurde von den Frauen per Überweisung bezahlt, der Zahlungseingang sei bestätigt worden. Alles ok, alle freuten sich auf die Fahrt. An einem Abend saßen sie zusammen und witzelten über ihren Ausflug: "Stell dir mal vor, wir fahren an den Gardasee und das Haus ist nicht da!" - später mussten sie feststellen, wie nahe diese Bemerkung der Wahrheit war.

Als dann von Bücherl noch eine Frage zur Ausstattung per E-Mail an den Anbieter geschickt wurde, kam diese zurück: Internetadresse nicht existent. Nun kamen Zweifel auf, bis Anfang Juni konnte Bücherl E-Mails an den Anbieter schreiben, nun nicht mehr. "Er hatte bis dato immer geantwortet, auch die Internetseite war plötzlich nicht mehr da", erklärt sie.

"Wir haben bei der Firma angerufen, nichts, nur ein Anrufbeantworter. Wir haben unter der Adresse der Firma in Dortmund nachgefragt, es gebe nur einen Briefkasten, die anderen Firmen im Haus geben an, den Anbieter auch nicht zu kennen. Wir haben dann Anzeige bei der Polizei erstattet. Natürlich überlegten wir, was wir tun sollen, auf alle Fälle abfahren. Wir packten Zelte ein und gingen in Lazise auf den Campingplatz und sahen uns in den nächsten Tagen das Haus an. Es existierte, das Tor war abgeschlossen", erzählt Bücherl. "Das Haus sah aus, als ob da seit Wochen niemand drin war", ergänzt die Mitspielerin Selina Reith, "wir sind wohl einer Briefkastenfirma aufgesessen."

"Bei Holidaycheck.de haben wir dann im Internet unseren Fall gepostet und nach Erfahrungen Anderer mit diesem Anbieter gefragt. Gleich sind Antworten gekommen, bis jetzt sind es 35 Geschädigte in ganz Deutschland", so Bücherl, und sie macht einen verärgerten Eindruck.

"Und die Polizei sagt nichts und bekommt nichts auf die Reihe. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, das Bankkonto, auf das ich überwiesen habe, wurde gesperrt", ein Funken Hoffnung scheint bei Bücherl noch da zu sein, "wir wollen nur unser Geld zurück".

"Die Staatsanwaltschaft ist dran, heißt es", erklärt Reith.

Bücherl erzählt, dass unter den Geschädigten auch eine Familie sei, die ihren Urlaub in diesem Haus über ein Reisebüro gebucht habe, "auch so wurden die Leute betrogen, aber ich buche nicht mehr übers Internet." (Stefan Gruber )
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