Stadtkapelle Gersthofen erkundet historische Tradition der Blasmusik in Augsburg

Bernhard Hoffmann dirigiert die Stadtkapelle bei herrlichem Sommerwetter im Stadtpark (Foto: S. Baumann)
 
Zahlreiche Zuhörer lauschen im Stadtpark den Klängen der Stadtkapelle Gersthofen (Foto: S. Baumann)

Themenkonzert „Militärmusik in Augsburg“

Ein ganz besonderes Konzerterlebnis bot die Stadtkapelle Gersthofen den zahlreichen Besuchern bei angenehmen Sommerwetter im Stadtpark von Gersthofen. Das Konzert stand unter dem Motto „Militärmusik in Augsburg“.
Die musikalische Leitung hatte Bernhard Hoffmann.
Staatssekretär a.D. Johannes Hintersberger, MdL, hatte die Schirmherrschaft übernommen und unterstrich durch seine Anwesenheit sein Interesse und Engagement für die traditionelle Blasmusik.
Den optischen Rahmen bildete ich eine Delegation des ehemaligen königlich-bayrischen Chevauleger–Regiments „König“ unter der Leitung von Major Martin Aigner in ihren historischen Paradeuniformen. Ihnen zu Ehren erklang auch der gleichnamige Marsch.
Die Zuhörer wurden musikalisch in eine Zeit zurückversetzt, als Augsburg noch Garnisonsstadt war und Militärkapellen beheimatete. Diese gaben - neben ihren militärischen Aufgaben - häufig öffentliche Platzkonzerte und Serenaden etwa im Wittelsbacher Park oder im Hofgarten „zur allgemeinen Belustigung der zivilen Bevölkerung“.
Auslöser für das Konzert war ein Fachartikel von Hans-Helmut Schnebel aus Hammelburg, den er vor zwei Jahren an die Vorstandschaft der Stadtkapelle Gersthofen sandte. Er war selbst Militärmusiker, ist Historiker und Musikwissenschaftler. Er hat intensiv über das Thema „Augsburg, seine Garnison und seine Militärmusik in Augsburg“ geforscht. Die Kontakte zu H.-H. Schnebel inspirierten die Vorstandschaft der Stadtkapelle Gersthofen diesem Teil der regionalen Musiktradition ein spezielles Themenkonzert zu widmen.

Das Konzert begann standesgemäß und schneidig mit dem „Bayerischen Präsentiermarsch“ aus dem Jahre 1822. Darauf folgte das feierliche „Bayerische Militärgebet“. Beschwingt ging es im ¾-Takt weiter mit dem Amphitryon-Walzer von Franz Dölle.
Auch eine Uraufführung war im Rahmen des Konzerts zu hören. Der Sophien-Galopp von L. Haunreither, Mitte des 19. Jahrhundert Musikmeister in Augsburg, lag nur noch als Klavierauszug in der bayerischen Staatsbibliothek vor. Das Stück wurde deshalb von Sigmund Goldhammer neu für großes Blasorchester arrangiert.
Weiter beinhaltete das Programm bekannte Märsche, wie den König-Ludwig-II-Marsch, den Mussinan-Marsch und den Fürst-Fugger-Marsch. Diese werden auch heute noch oft in Konzerten und in Bierzelten von den Blaskapellen gespielt .
Der „Feuerwehr-Galopp“ von Peter Hertel war ursprünglich der Laufschritt-Marsch des 3. Königlich-bayerischen Infanterie-Regiments und damit häufig bei Paraden in Augsburg eingesetzt.
Der wohl bekannteste Augsburger Militärmusiker ist Max Hempel. Zwei Märsche von ihm, der berühmte Laridah-Marsch und der MAN-Marsch, 1936 für die Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg komponiert, bildeten den Abschluss des Konzerts.
Der 1. Vorsitzende der Stadtkapelle und stellvertretender ASM-Präsident, Dr. Rainer Schaller, sowie Timo Thöle erläuterten die Stücke, gaben Informationen zu den historischen Hintergründen und stellten die Komponisten kurz vor. Das Publikum zeigte durch lange anhaltenden Beifall, dass ihm das Motto, die Programmzusammenstellung und das exakte und dynamische Musizieren der Stadtkapelle gefallen hatte.


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